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Augen- und Ohrenerkrankungen bei Hunden

Hunde halten gerne Augen und Ohren offen. Es ist ihre Natur, alles bzw. möglichst vieles mitbekommen zu wollen. Als Beschützer, Begleit- oder Wachhund, als Jagdhund oder auf der Suche nach „Beute“. Die Augen und Ohren werden überall benötigt.

Allerdings läuft es nicht immer so, wie es soll. Es wird nicht mehr alles gesehen oder gehört. Der Gang zum Tierarzt ist unumgänglich.

Was sind die häufigsten Krankheiten bei Augen und Ohren? Bei welchen Rassen kommen die Erkrankungen häufiger vor?

Erkrankungen der Augen

Für Erkrankungen am Augenlicht gibt es unterschiedliche Gründe. Einige können durch Verletzungen oder Umwelteinwirkungen verursacht werden. Die meisten sind allerdings erblich bedingt oder angeboren. Manchmal aber auch durch Entzündungen hervorgerufen oder die Folge von anderen Erkrankungen wie zum Beispiel von verschiedenen Tumoren, Diabetes mellitus oder Schilddrüsenunterfunktionen sein. Heute sind etwa 40 Genmutationen bekannt, die Erkrankungen an den Augen auslösen.

Augenerkrankungen kommen regelmäßig vor. Dabei sind die Symptome genauso unterschiedlich, wie die Ausprägung. Leichte Reizungen und Bindehautentzündungen sind typische Vertreter.

Manche Hunderassen sind anfälliger für Erkrankungen am Auge aufgrund von ihren charakteristischen körperlichen Merkmalen. Flachschnauzer wie Mops oder Shih Tzu neigen so gerne zu Schwierigkeiten mit der Hornhaut. Wiederum Hunderassen mit langem Fell am Kopf, wie Pudel leiden häufiger an Infektionen und Reizungen des Auges.

Bei erblich bedingten Erkrankungen gibt es eine Besonderheit: Sie ist nicht immer von Geburt an offensichtlich. Häufig zeigen sich die Symptome erst in weiteren Lebensphasen. Für angeborene Erkrankungen ist nicht nur das Erbgut verantwortlich. Spontane Fehlbildungen, Gebärmuttererkrankungen, Infektionen und Entzündungen, Vergiftungen oder schlichtweg eine falsche Ernährung während der Tragezeit können Ursache sein.

Wissenswertes: Zahlreiche Augenerkrankungen sind bei Hunden bekannt. Grund ist, dass das Auge ein leicht erreichbares Organ ist. Zusätzlich haben zahlreiche Erberkrankungen des Hundes viele Gemeinsamkeiten mit denen der Menschen. Daher wurden gerne Hunde als Versuchsobjekte gewählt, um die menschliche Erkrankungen zu erforschen.

Überblickn der erblichen Augenerkrankungen von Hunden

Farbenblindheit

Ein Name, der zunächst irreführend sein kein. Die Farbblindheit hat nur indirekt mit Farben zu tun. Sie hat nicht umsonst auch unter dem Namen Tagblindheit bekannt. Charakteristisch ist, dass betroffene Hunde in der Nacht besser sehen können. Helles Licht, besonders Tageslicht, beeinträchtigt die Sehkraft deutlich. Verschwommene Bilder bis hin zur Blindheit ist möglich. Je dunkler es wird, desto besser wird wieder sie Sehleistung. Verantwortlich sind die Photorezeptoren. Sie sind für das Sehen bei hellem Licht verantwortlich. Es ist eine Funktionsstörung des Zapfen, die die Sehkraft einschränkt. Einfarbiges Sehen wird verursacht, auf Licht wird empfindlich reagiet, die Sehkraft bei Licht verringert bis hin zum vollständigen Verlust des Farbsehens. Häufig erkranken Labradore und deutsche Schäferhunde daran. Die Farbblindheit ist eine Erbkrankheit. Vererbt kann es aber nur autosomal-rezessiv werden. Das heißt, Mutter und Vater müssen das Gen besitzen und weitergegeben haben.

CMR – Multifokale Retinopathie

Die Multifokale Retinopathie betrifft die Netzhaut. Zahlreiche Hunderassen sind davon betroffen. Verantwortlich ist die Veränderung im BEST1-Gen, welches das Bestrohin-Protein beschreibt. Das Protein ist an der Bildung des Pigments Epithelium in der Netzhaut beteiligt. Durch die Veränderung im Gen kommt es zu Verkümmerungen des Pigmentepithels. Die multifokale Retinopathie werden in drei Formen unterteilt (CMR1, CMR2, CMR3). Sie unterscheiden sich lediglich in der genetischen Veränderung und damit auch die Häufigkeit bei den jeweiligen Rassen. In diesem Zusammenhang wird gerne der Fachbegriff Phänotypisch verwendet. Phänotypisch heißt die Erscheinung betreffend bzw. die tatsächlichen Merkmale eines Organismus betreffend. Hier bezieht es sich auf eine Funktionsstörung der Netzhaut, die auch das Erscheinungsbild des Auges verändert. In der Regel erscheinen die Symptome bereits im ersten Lebensjahr des Hundes. Danach verändert sich nur noch wenig bis gar nicht.

Von der CMR1 sind häufig Rassen wie der English Mastiff oder Italian Corso. Genauso wie der Australian Shepherd, Bulldoggen und Pyrenäenberghunde.
CMR2 betrifft nur den Coton de Tulears. Eine Hunderasse die in Madagaskar heimisch ist und über einen langen Zeitraum unter strikter Isolierung für das Königshaus gezüchtet wurde.
Vor nicht allzu langer Zeit wurde die CMR3 als eigenständige Form des CMR anerkannt. Hauptsächlich betroffen sind lappische Hunderassen. Dazu gehören zum Beispiel der schwedische und finnische Lapphund und der Lappländische Hirtenhund.

CEA – Collieaugen – Anomalie

Eine Erbkrankheit, die hauptsächlich Collies bekommen: Die Collieaugen- Anomalie. Dabei sind Abweichungen in der Choroidea vorhanden. Es ist ein Gewebe, deren Aufgabe darin besteht, die Netzhaut mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen. Durch die Veränderung ist die Versorgung nicht mehr gegeben. Die Erkrankung ist auch als Choroidale Hypoplasie bekannt. Die Symptome können unterschiedlich Stark ausfallen. Ein charakteristisches Anzeichen ist die Choroidea-Verdünnung. Zum ersten Mal tritt das Symptom bereits zwischen der fünften und achten Lebenswoche auf. Mit bloßem Auge ist die Erkrankung nicht erkennbar. Durch die Häufung der Erkrankung kann es sinnvoll sein, mit dem Collie einen auf Augenheilkunde spezialisierten Tierarzt bereits im Welpenalter aufzusuchen.

Bei der Diagnostizierung fallen die charakteristischen Läsionen der Kolombomen in Form von Kerben im Sehnerv auf. Typisch ist, dass sich gewundene Retinagefäße und mehrfache Faltungen der Retina aufzeigen. Ist dies der Fall, kann es im schlimmsten Fall zur Ablösung der Netzhaut führen und damit zur Erblindung. Gelegentlich kommt es auch zu Blutungen im Auge.

HC – Hereditärer Katarakt

Es ist eine Erkrankung, die die Sehkraft durch die Trübung der Linse führt. Sie zählt zu den häufigsten Ursachen, weshalb ein Hund blind wird. Katarakte werden in primär und sekundär eingeteilt. Primäre Katarakte werden durch Vererbung weitergegeben. Bei der sekundären Variante liegt bereits eine andere Störung des Auges vor, wie zum Beispiel durch retinale Dysplasien oder Glaukomen. HC ist eine Erkrankung die jede Hunderasse bekommen kann. Typischerweise tritt HC symmetrisch auf beiden Augen auf. Der Verlauf ist sehr progressiv und kann zur Erblindung führen. Die Augen wirken bläulich-grau oder bewölkt. Die ersten Symptome treten bereits in den ersten Lebenswochen bzw. Lebensmonaten auf. Zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr folgt meistens die Erblindung. Neben der Genetik gelten Umwelteinflüsse als Grund für die Augenerkrankung. So zum Beispiel die Exposition gegenüber UV-Licht oder die Aufnahme von Antioxidantien.

PLL – Primäre Linsenluxation

Die Linsenluxation ist geprägt von geschwächten Zonulafasern. Bei Zonulafasern handelt es sich um Bänder, die im inneren des Auges dafür sorgen, dass sie Linse ihre normale Position hinter Iris und Pupille halten. Sind die Bänder teilweise gerissen verlagert sich die Linse nur zum Teil. Sie ist als Subluxation die Vorstufe zur vollständigen Linsenluxation, bei der die Bänder vollständig gerissen sind und die Linse dadurch vollständig verrutscht.

Eine Linsenluxation kann als Folge von Verletzungen oder Tumoren auftreten. Eine primäre Linsenluxation ist allerdings eine eigenständige Augenerkrankung, die spontan Auftritt und nicht durch vorherige Erkrankungen oder Verletzungen ausgelöst wird.

POAG – Primäres Offenwinkelglaukom

Das Offenwinkelglaukom ist eine Augenerkrankung, die durch zu hohen Druck im Inneren des Auges auftritt. Von dem primären Offenwinkelglaukom sind Beagles betroffen. Durch den Druck im Innerauge kommt es zu Schäden des Sehnervs, einer Linsenluxation und der Kammerwinkel verengt sich. Typischerweise weiten und röten sich sie Pupillen. Die Augen schmerzen. Wird die Erkrankung früh erkannt, bestehen gute Heilungschancen. Allerdings kann sie durch ihre fortschreitende Art nur selten vor der Erblindung diagnostiziert werden.

Diagnose und Therapie von Augenerkrankungen bei Hunden

Für viele ist es unvorstellbar, dass ein Hund zum Augenarzt muss. Doch nicht alles Krankheiten lassen sich beim während eines Routinebesuches beim Tierarzt sicher diagnostizieren. Wie in der Humanmedizin auch gibt es in der Tiermedizin Ärzte, die sich auf Fachgebiete spezialisiert haben. So auch in der Augenheilkunde.

Mithilfe unterschiedlicher Instrumente können unterschiedliche Augenerkrankungen untersucht werden. Der Innendruck des Auges wird mit einem Tonometer gemessen. Ein Verfahren um Glaukom feststellen zu können.

Ein Ophthalmoskop kommt zum Einsatz, wenn nach Anomalien in den Augenstrukturen festgestellt und beobachtet werden soll. Ultraschall ist in der Diagnostik als unterstützendes Mittel gerne gewählt.

Leider lassen sich auch beim Facharzt nicht alle Erkrankungen des Auges rechtzeitig vor der Endphase erkennen. Die meisten Augenerkrankungen können nur unter der Voraussetzung vererbt werden, wenn beide Elternteile das defekte Gen in sich tragen und weitergeben. Daher können Hunde, die das defekte Gen nur zur Hälfte besitzen nicht selbst daran erkranken. Bei reinen Überträgern brechen keine Symptome aus, weshalb über mehrere Generationen unbekannt sein kann, dass das Gen überhaupt vorhanden ist. Bis zu dem Zeitpunkt bis sich zwei paaren, die den gleichen Gendefekt haben. Nur DANN-Tests können den Nachweis von Überträgern bringen.

Ohrenerkrankungen bei Hunden

Augen und Ohrenerkrankungen bei Hunden das sollte man wissen

So unterschiedlich die Ohrenformen bei Hunden sein können, genauso Vielfältig sind die Erkrankungen, die die Ohren betreffen können. Werden Krankheiten an den Ohren nicht erkannt und können zu Komplikationen führen. Daher ist es wichtig die Ohren regelmäßig zu kontrollieren. Ein bis zweimal der Woche sollten sinnvoll sein. Viele Schwierigkeiten lassen sich so vermeiden.

Die häufigsten Auslöser für Erkrankungen an den Ohren sind Infektionen. Betroffen ist nicht nur das äußere Ohr. Auch das Innen- und Mittelohr kann betroffen werden. Ein auffälliges Symptom ist der empfundene Juckreiz. Häufiges kratzen macht das Leiden sichtbar. Bakterien und Viren, die durch Milben oder Zecken übertragen werden sind die Ursache. Je nach Auslöser kommen noch Rötungen oder Schwellungen hinzu. Gelbliche oder bräunliche Ausflüsse begleitet alles.

Milben

Milben gehört zu den häufigsten Gründen, weshalb Hunde an den Ohren erkranken. Dabei reagieren Welpen besonders empfindlich darauf. Milben lösen eine allergische Reaktion im Ohr aus. Im weiteren Verlauf entzündet es sich und wird schmerzhaft. Ungewöhnliches Verhalten macht auf die Infektion bemerkbar. Permanentes Kopfschütteln und kratzen am Ohr machen unter anderem auf Milben aufmerksam.

Ohrenentzündungen durch Allergien

Entzündete Ohren die nie vollständig abheilen oder immer wieder auftreten gelten als chronisch. Dahinter verbergen sich häufig Allergien. Lebensmittelunverträglichkeiten, Pollen, Schimmel oder Staub reizen das Immunsystem. Der Tierarzt kann verschiedene Tests durchführen. Ist der Auslöser gefunden kann für eine dauerhafte Linderung gesorgt werden.

Blutohr

Neben Milben und allergisch bedingten Entzündungen kann das Blutohr eine enorme Häufigkeit unter Hunden aufweisen. Beim Blutohr handelt es sich um einen Bluterguss am Ohr. Wie kommt es dazu? Das Blutohr ist meistens die Folge einer Ohrinfektion, die aufgekratzt und gescheuert wurde. Durch die Erschütterungen reißen kleine Blutgefäße. Das Blut sammelt sich im Knorpel oder zwischen der Knorpelschicht und Haut. Eine blutige Schwellung entsteht.

Blutohren können auch durch Verletzung beim Spielen oder durch Bisswunden entstehen. Von selbst heilt der Bluterguss nur in den seltensten Fällen. Normalerweise wird ein operativer Eingriff vom Tierarzt benötigt.

Am meisten leiden Hunde unter Ohrenkrankheiten, die lange, hängende Ohren haben oder deren Gehörgänge stark behaart sind. Das liegt daran, dass die Ohren nur schlecht belüftet werden und damit Infektionen einen optimalen Nährboden liefern.

Am häufigsten betroffen sind Rassen, wie zum Beispiel Pudel, drahthaarige Foxterrier, Schnauzer, Jagdhunde im Allgemeinen und Schäferhunde. Berner Sennen und Neufundländer sind genauso betroffen, wie Bernhardiner und Cocker Spaniel.

Wichtig

Sobald Symptome, wie Juckreiz, Rötungen, Schwellungen oder Ausflüsse bemerkt werden sollte unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden. Unbehandelte Erkrankungen können zum Hörverlust führen. Auf eigene Faust zu behandeln ist nicht empfehlenswert, da die Ursache bekannt sein muss.


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