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Der Finnische Lapphund

Weit oben im Norden, rund um den Polarkreis liegt eine sehr karge und raue Landschaft. Die Rede ist von Lappland, der Heimat der Samen. Die Ureinwohner Finnlands sind neben ihrer Kultur für die Rentierzucht bekannt. Diese Tiere, die zu den Hirschen zählen, haben sich perfekt an das Klima und die landschaftlichen Gegebenheiten angepasst, ebenso wie die Hunde, deren Aufgabe es ist, die Rentierherden zu hüten. Dichtes Fell, seine Mähne und seine Kernigkeit zeichnen den Finnischen Lapphund aus. Bei uns ist diese Rasse sehr selten zu sehen und daher auch kaum bekannt. So kann er auf den ersten Blick schon mal mit einem Deutschen Spitz in Verbindung gebracht werden. Dabei hat der Lappi, wie er von seinen Liebhabern gerne genannt wird, viele Vorzüge. Das freundliche und kluge Kerlchen, das aus dem hohen Norden stammt, zählt zu den Hütehunderassen.

Hunde aus dem rauen Norden

Ursprünglich stammt der Suomenlapinkoira – so sein eigentlicher Name – aus Finnland. Lappland, die Heimat der Samen ist auch die Heimat dieser äußerst intelligenten Hunderasse. Hier war es einst seine Aufgabe die flinken und wendigen Rentiere zu hüten. Die raue Landschaft am Polarkreis und die Lebhaftigkeit der Rentiere verlangten den Hunden alles ab. Über Jahrhunderte hinweg entstand ein zuverlässiger und äußerst robuster Arbeitshund, der neben seiner Hütearbeit den Menschen auch als Wachhund diente und sie auf die Jagd begleitete. Des Nachts durften die Tiere mit dem dichten Fell sogar in die Zelte ihrer Menschen um diese in der Nacht zu wärmen.

Zwei Finnische Lapphunde

Zwei Finnische Lapphunde | Foto: Bigandt / depositphotos.com

Der Finnische Lapphund ist eine sehr alte Rasse

Der Suomenlapinkoira zählt zu den ältesten bekannten Hunderassen. Er wurde bereits im Jahr 1750 vom schwedischen Naturforscher Carl von Linné beschrieben. Der kurz Lapinkoira genannte Hund eroberte dann um 1900 auch die Städte. Schweden und Finnen, die in den nordischen Städten lebten, erkannten, dass dieser nette und kuschelige Hund nicht nur ein perfekter Hirtenhund, sondern ein wundervoller Begleithund ist. So hielt der Sumenlapinkoira Einzug in die Städte des Nordens. Allerdings war es bis zum Entstehen des Zuchtstammes noch ein weiter Weg. Der Grund dafür war die Tatsache, dass der Lapinkoira bei jedem Stamm der Samen ein wenig anders aussah. Es gab also eine große Vielfalt, die es galt zu einer modernen Rassehundezucht zu vereinen. 1945 war es dann soweit. Die erste Rassedefinition für den Suomenlapinkoira konnte durch den Finnischen Kennel Club erstellt werden. Damals lief der Hund unter dem Namen Lappländischer Hütehund.

Der Hund ist in Mitteleuropa sehr selten

Im Jahr 1955 wurde die Rasse durch die Fédération Cynologique Internationale auch offiziell anerkannt. In der Folge wurde der Name im Jahr 1967 in Lapphund geändert und im Jahr 1993 erhielt er letztendlich seinen heutigen Namen – Finnischer Lapphund. Bis heute haben sich durch die Zucht auch die Aufgaben des Hundes verändert. Aus dem urigen und alten Hütehund wurde ein Begleithund. Sein Aussehen wurde vereinheitlicht und er zeigt sich heute mit deutlich längerem Fell. Gleich geblieben ist die Robustheit und Kernigkeit des quirligen Kerlchens. Bislang ist der Lapphund in Deutschland noch eher unbekannt, findet jedoch dank seines Charakters langsam immer mehr Liebhaber. Was die Zucht betrifft, wird die Rasse in Deutschland vom Deutschen Club für Nordische Hunde im VDH betreut.

Ein kleiner Kuschelbär mit vielen Vorzügen

Der Suomenlapinkoira ist ein mittelgroßer Hund, der kräftig gebaut ist. Dank seines Fells und seiner Statur erinnert er beinahe an einen kleinen Bären und ist sofort als arktische Hunderasse zu erkennen. Der Lapphund zählt zu den mittelgroßen Hunden. Seine Körperlänge übertrifft dabei die Widerristhöhe. Rüden sollten 49 Zentimeter, Hündinnen sollten 44 Zentimeter groß sein. Eine Toleranz von 3 Zentimetern in beide Richtungen wird akzeptiert. So kann auch ein Finne, der ein wenig von den Rasseangaben abweicht, dennoch ein guter Rassevertreter sein. Deutlich mehr Wert wird beim Lapinkoira auf den Typ gelegt. Das Gewicht dieser Rasse sollte sich zwischen 12 und 25 Kilogramm bewegen.

Schwarzer Finnischer Lapphund

Schwarzer Finnischer Lapphund | Foto: Bigandt / depositphotos.com

Eine Vielfalt an Farben ist möglich

Sein Fell ist lang und sehr dicht. Am Kopf und an den Pfoten ist das Fell kürzer. Rüden haben häufig eine regelrechte Mähne. Über seiner dichten und feinen Unterwolle liegt das Deckhaar. Es ist anliegend und beständig gegen jede Witterung. Es kann großer Kälte und auch kaltem Wasser problemlos widerstehen und schützt den Hund optimal. Beim Lapphund sind alle Fellfarben erlaubt, solange die Grundfarbe vorherrschend ist. Schwarze Felle mit Abzeichen sind ebenso erlaubt wie braun oder creme. Generell zeichnet sich der Lapphund durch eine besondere Farbvielfalt aus. Die Rute trägt der Lapphund über dem Rücken, sie darf aber auch hängend getragen werden. Die Ohren müssen aufrecht oder halb aufrecht sein. Sie sind sehr beweglich. Die Augen sollten dunkel gefärbt sein.

Charakter des Finnen

Vor Jahrhunderten war der Finnische Lapphund der Jagd- und Wachhund der Samen. Später hütete und bewachte er ihre Rentierherden. Um diese Aufgaben bewältigen zu können, mussten die Hunde unter härtesten Bedingungen ihre Arbeit verrichten. Selbstständigkeit war von ihnen gefordert. Ein Hund, der dies konnte, galt als sehr wertvoll und durfte sogar in den Hütten der Menschen nächtigen. Das machte diese Hunde menschenbezogen. Mit der Zeit entstand ein sensibler, intelligenter und selbstständiger Hund, der sehr freundlich auf Menschen reagierte. Der Finnische Lapphund akzeptiert und arbeitet mit allen Mitgliedern seiner Familie. Das unterscheidet ihn ganz klar von vielen anderen Hütehunden.

Ein Hund für viele Fälle

Der Suomilapinkoira ist liebevoll, hilfsbereit und sehr fürsorglich zu Kindern. Als Wachhund ist er aufmerksam, begrüßt aber Besucher stets freundlich. Er ist der ideale Begleiter für sportliche Menschen auf Pferd und Rad oder auch auf Wanderungen. Agility, Mantrailing oder Fährtensuche sind gute Beschäftigungsmöglichkeiten für den kleinen Finnen. Lapphunde sind bekannt dafür stets zu wissen, was ihr Halter gerade von ihnen möchte – ganz ohne Kommando. Wichtig dabei ist jedoch für ihn stets, dass er dies gemeinsam mit seiner Familie macht. Diese Hunde sind sogar als Therapiehunde sehr erfolgreich. Ein Finnischer Lapphund ist aber kein Hund, der in eine gemütliche Familie passt, die die Sonntage gerne auf der Couch verbringt. Er muss unbedingt ausreichend körperlich und geistig gefordert werden. Lapphunde bellen gerne – zumeist allerdings in passenden Situationen. Nimmt es überhand, ist es dennoch mit Konsequenz und viel Beschäftigung gut in den Griff zu bekommen.

Brauner Finnischer Lapphund Welpe

Brauner Finnischer Lapphund Welpe | Foto: Bigandt / depositphotos.com

Erziehung mit Gefühl

Vergessen darf sein Mensch auch nie, dass der Lapphund bei der Arbeit mitdenkt und auch eigene Entscheidungen treffen kann. Diese müssen nicht unbedingt mit den Wünschen seines Halter übereinstimmen. Eine konsequente Erziehung ist daher unerlässlich. Diese muss jedoch sehr gefühlvoll und freundlich aussehen, denn der Hund ist äußerst sensibel. Positive Bestärkung ist beim Lapphund stets das Mittel der Wahl, damit es klappt mit dem Gehorsam. Raue Töne oder gar Anschreien werden bei diesem Hund nie zum Erfolg führen. Der Jagdtrieb ist beim Lapphund unterschiedlich stark ausgeprägt. Darüber hinaus ist er ein Hund, den schlechtes Wetter nicht stört. Er will auch bei Sturm, Regen oder Schnee seinen Spaß im Freien haben. Dessen sollten sich Interessenten unbedingt bewusst sein.

Die Gesundheit des Lapphunds

Durch seine Geschichte und seine Herkunft ist der Finnische Lapphund ein sehr robuster Hund mit einer Lebenserwartung von 15 oder mehr Jahren. Anders als viele Rassehunde hat er kaum eine Prädisposition für Erberkrankungen. Er ist allerdings für die erbliche Augenerkrankung PRA anfällig. Diese kann unter Umständen zur Erblindung führen. Dafür ist jedoch ein Gentest verfügbar.

Ernährung

Was die Ernährung betrifft, ist der Lapphund sehr anspruchslos. Eine klassische ausgewogene und artgerechte Ernährung ist für ihn ebenso wichtig wie für jeden anderen Hund. Das lange und dichte Fell benötigt keine besondere Pflege. Gelegentliches Bürsten, vorwiegend während des Fellwechsels reicht hier völlig aus. Wir empfehlen das Anifit Nassfutter!

Für wen ist dieser Hund geeignet?

Der intelligente und freundliche Hund fühlt sich mit Menschen wohl, die ihn auch artgerecht halten. Viel Bewegung und Spaß an der frischen Luft, regelmäßige körperliche und geistige Auslastung sind für diesen Hund ein Pflichtprogramm. Seine Menschen müssen konsequent sein, dabei aber freundlich und sehr gefühlvoll und sie müssen manchmal auch die eigenen Entscheidungen ihres vierbeinigen Freundes akzeptieren lernen.


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