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Der Landseer

Landseer mit Welpen

Landseer mit Welpen

Mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von etwa 10 bis 12 Jahren ist der Landseer ein treues Familienmitglied. Trotz der imposanten Erscheinung zeichnet sich die Hunderasse durch einen sensiblen Charakter aus. Wegen seinem Einfühlungsvermögen, der Intelligenz und der Begeisterung für Bewegung – insbesondere im Wasser – wird die Rasse Landseer gerne als Therapie- und Rettungshund eingesetzt.

Ein Riese mit sensiblem Charakter

Der Landseer ist von Natur aus eher ein friedliebender Hund, der anhänglich ist und gerne schmust. Ist der soziale Kontakt zu seinen Familienmitgliedern stimmig, kommt eine wahre Ausgeglichenheit und Lernfreude hinzu. Gleichzeitig ist Bedürfnis nach Nähe eine Schwäche. Der Landseer braucht klare Familienstrukturen zur Orientierung, denn er bleibt nicht gerne alleine. Nur bei Fremden hält er sich gerne zurück und verhält sich reserviert.

Die ruhige Art wirkt sich positiv auf das Zusammenleben mit Kindern und unruhigen Menschen aus. Daher wird die Rasse gerne zu Begleithunden ausgebildet. Trotz seiner ruhigen und bedächtigen Art ist der Landseer gewillt, seine Familie zu schützen. Und das, obwohl ihm Aggressivität völlig fremd ist. Sein entschlossenes Auftreten reicht meistens vollkommen aus. Der Ursprung des Verhaltens findet sich in seiner ursprünglichen Aufgabe als Herdenschutzhund. Stets wachsame Instinkte und die Bereitschaft eigene Entscheidungen zu treffen sind erhalten geblieben.

Die geschichtliche Entwicklung

Die Hunderasse Landseer erhielt ihren Namen Landseer nach dem englischen Maler Edwin Landsee. Einer der bekanntesten Tiermaler seiner Zeit. Um 1850 bevorzugte er weiß-schwarze Hunde als Malobjekte, die zu dieser Zeit in England als Newfoundland Dog, Neufundländer, bekannt waren. Durch diese Vorliebe bekamen die Neufundländer schnell den Beinamen Landseer, ohne die offizielle Rassebezeichnung zu ändern.

Ursprünglich wurde der Neufundländer von britischen Fischern von Neufundland – woher der Hund seinen Namen hat – nach England gebracht. Es wird allerdings angenommen, dass ein Teil dessen Wurzeln im baskischen, spanischen und portugiesischen Europa liegt. Denn deren Walfänger überwinterten schon lange Zeit vor den Briten in Neufundland. Damals war es üblich große nordspanische Hunde mit an Board zu nehmen. Da Ähnlichkeiten festgestellt werden konnte, wird angenommen, dass die Walfänger einen Teil der Hunde in Neufundland zurückgelassen haben und sich dort weiterentwickelt haben.

1886 begann der „Newfoundland Club“ aus England den Neufundländer weiter zu züchten. Der weiß-schwarze konnte sich gegen den rot-braunen Typ klar durchsetzen. Das breite Interesse ebbte genauso schnell ab, wie sie gekommen war. Bis sie Anfang des 20. Jahrhunderts Variante des Neufundländers in England beinahe verschwunden ist.

Die eigentliche Rasse Landseer ist noch relativ jung. Deutsche und Schweizer Kynologen und Züchter begannen in dieser Zeit auf der Basis des weiß-schwarzen Neufundländers die eigenständige Rasse Landseer zu züchten. Dafür haben sie die letzten zuchtgeeigneten Hunde auf das europäische Festland geholt. Daher ist die Rasse, wie sie heute gekannt wird, in Deutschland und Schweiz beheimatet ist. Dennoch ist der Landseer in beiden Ländern nicht weit verbreitet. Entsprechend der sehr bekannten Bezeichnung für den Farbschlag des Neufundländers wurde der Name Landseer beibehalten. 1960 erkannte die Fédération Cynologique Internationale den Landseer als eigenständige Rasse an. Die Rasse des Neufundländers konnte dadurch ebenfalls erhalten bleiben.

Das charakteristische Aussehen

Wem die charakteristischen optischen Merkmale nicht bewusst ist, kann auf den ersten Blick den Landseer nur kaum vom Neufundländer unterscheiden.

Ein Landseer wird zwischen 65 cm und 80 cm groß. In der Regel werden Rüden größer als Weibchen. Dabei wird ein Gewicht zwischen 55 und 75 kg erreicht. Ihre Schlappohren haben eine dreieckige Form. Seine Schnauze ist länglich und nicht zu massig. Die Beine sind lang und der Körperbau wirkt quadratisch, aber harmonisch. Der Rumpf ist dabei breit und kräftig ausgebildet. Seine Beine sind gerade ausgeprägt und haben eine federnde Wirkung. Die Rute ist stark ausgebildet und darf höchstens bis zu den Sprunggelenken reichen. Im ruhigen Zustand weist sie am Ende einen leichten Bogen auf und ist stark behaart.

Die Musterung eines reinrassigen Landseers hat eindeutige Zuchtmerkmale. Ein Landseer hat einen schwarzen Kopf. Über den Rücken verteilen sich große, schwarze Flecken. Ein echter Landseer hat aber immer eine weiße Schnauze, die als schmaler Streifen bis zur Stirn verblassend verläuft. Die Läufe, Brust, Rute und Bauch haben ebenfalls immer weiß zu sein.

Das Fell an sich ist bis auf den Kopfbereich lang, glatt und dicht. Dabei ist das Deckhaar mit der Unterwolle durchsetzt. Gelegentlich kommt es zu leicht gewelltem Deckhaar auf dem Rücken. Bei einer guten Fellpflege fühlt es sich weich an. Da es sich um ein Hund handelt, der gerne im Wasser ist, ist das Fell entsprechend wasserabweisend. Typisch bei Landseer ist, dass wenn das Fell gegen den Strich gebürstet wird, es sofort wieder in seine Wuchsrichtung fällt. Das wetterfeste, dichte Fell muss regelmäßig gebürstet werden. Denn der Landseer sollte nicht geschoren oder getrimmt werden.

Landseer Hund

Die erhobenen Ansprüche

Im Gegensatz zum artverwandten Neufundländer gilt der Landseer als wachsamer, aktiver und temperamentvoller Hund.

Als gesellige Hunderasse ist es für den Landseer das Schlimmste, über längere Zeiträume allein zu sein. Zusätzlich benötigt der einfühlsame Hund regelmäßige Aufgaben, die seine Intelligenz fordern. Es muss nicht unbedingt eine anspruchsvolle Ausbildung zum Therapie-, Rettungs- oder Lawinenhund sein. Bereits alltägliche Aufgaben wie zum Beispiel Einkäufe tragen oder Spielsachen einsammeln können ausreichen.

Trotz hoher Anhänglichkeit zum Menschen sind Landseer freiheitsliebende Hunde. Freier Zugang zu allen Wohnungsräumen und idealerweise einem eingezäunten Garten ist das Größte. Idealerweise ist eine Hundehütte als Rückzugsort vorhanden. Nur zu gerne schläft der Hund im Freien. Auch bei Wind und Regen. Einer der Gründe, weshalb nur wenige dauerhaft in größeren Stadt- und Etagenwohnungen zurechtkommen. Klar ist, dass sich regelmäßige Aufenthalte im Zwinger negativ auf den liebevollen Charakter auswirken.

Die Spaziergänge fallen der Größe entsprechend lang aus. Landseer sind zwar keine schnelle Langstreckensprinter, dafür aber sehr ausdauernd. Als absolute Highlights bilden auf Rundwegen verschiedene Bademöglichkeiten – zu jeder Jahreszeit.

Die Anforderungen an den Hundehalter

Die Hunderasse Landseer wird gerne als kinderlieber, anhänglicher Familienhund beschrieben. Intelligent und Ausgeglichen. Dennoch ist es eine Rasse, die nicht für Anfänger geeignet ist.

Trotz seiner inneren Gelassenheit lässt sich der Vierbeiner gerne zu etwas motivieren und zeigt sich dabei kooperativ und bemüht. Allerdings muss bereits im Welpenalter klare Grenzen aufgezogen werden. Landseer sind intelligente Hunde, die sich für vieles interessieren und schnell verstehen was erlaubt ist und was nicht, sogar gerne mal Grenzen überschreiten möchten. Es muss bereits früh ersichtlich sein, wer die Führung hat. Besonders bei Rüden muss darauf geachtet werden, dass sie sich nicht als Rudelführer sehen. Der vorhandene Dickkopf, geprägt vom treffen eigener Entscheidungen, erfordert eine konsequente, aber liebevolle Erziehung. Ohne die Beziehung zum Menschen in Frage zu stellen. Lob, Konsequenz und Anerkennung sind wichtige Schlüsselbegriffe. Denn was viele „neuen“ Hundehalter nicht einschätzen können ist, dass Landseer durch ihre Größe und Statur enorme Kräfte entwickeln. Diese lassen sich nur mit guter Erziehung und innigem Verhältnis optimal steuern.

Die Gesundheit

Landseer gelten im Bezug auf ihre Gesundheit als robust. Dennoch neigt die Rasse – wie viele andere großen Hunde auch – zu Problemen mit der Hüfte und Magendrehungen.

Das dichte Fell und die große Statur bringt ein zusätzlicher Nachteil mit sich: Ihnen setzt enorme Hitze zu. Bereits an warmen Tagen ist es sinnvoll viele schattige Plätze bzw. Wege und Bademöglichkeiten aufzusuchen.

Fazit

Mit Geduld, Zuneigung und klaren Regeln findet der zukünftige Halter im Landseer einen treuen, sensiblen Freund und Beschützer. Trotz dem anhänglichen, geselligen und verschmusten Wesen wird Langeweile kein Fremdwort bleiben. Denn es handelt sich um eine Rasse, die das Gefühl benötigt gebraucht zu werden und daher gerne Herausforderungen sucht. Mit der richtigen Erziehung, Auslastung und Haltung spiegelt sich der ruhige, gelassene und einfühlsame Charakter wieder. Eine Stärke, die ihn zum optimalen Therapie-, Rettungs- und Begleithund macht. Selbst auf Kinder wirkt sich das Verhalten positiv aus. Obwohl es sich beim Landseer um keinen optimalen Anfängerhund handelt ist es eine Rasse, die viel Freude bereiten wird.


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