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Der Neufundländer

Im Atlantischen Ozean vor der Nordostküste Nordamerikas liegt die Insel Neufundland. Diese Insel soll die Heimat des gleichnamigen Hundes sein – des Neufundländers. Der Neufundländer ist ein großer und massiger Hund mit langem Haarkleid und ähnelt einem kleinen Bären. Doch die Statur und die Ausgeglichenheit dieser Hunde täuschen. Trotz seines massiven Körperbaus ist dieser Hund sportlich aktiv und wendig. So sind sie heute wie auch einst gerne gesehene Rettungshunde. Doch auch als Familienhund macht der riesige Kerl eine hervorragende Figur.

Vier Neufundländer Welpen

Vier Neufundländer Welpen | Foto: cynoclub / bigstock.com

Herkunft und Geschichte

Es gibt zahlreiche Mythen und Geschichten, die erzählen, dass der Neufundländer ursprünglich von den Hunden der Wikinger oder Indianer abstamme. Belege für diese Legenden gibt es bislang allerdings nicht. Fakt dagegen ist, dass der Neufundländer mit den Molossern verwandt ist. Das ist auch in der genetischen Karte der Hunderassen von H.G. Parker nachgewiesen. Man nimmt an, dass die Vorfahren der heutigen Hunde mit Siedlern aus Europa nach Amerika kamen. Der Vorfahr des heutigen Neufundländers war vielfältig und stets eine große Hilfe für den Menschen. Er war Begleiter der Fischer und Robbenjäger. Er verrichtete hier schwere Arbeit an den Netzen der Fischer. Diese Aufgaben an der rauen See waren anspruchsvoll und erforderten einen Hund, der eigenständig mitdachte. Bekannt ist auch seine Hilfsbereitschaft, wenn es darum ging, Schiffbrüchige an Land zu bringen und ihnen damit das Leben zu retten. Auch an Land machte er sich mit den Jägern bei der Jagd auf Großwild und Bären nützlich. Ab dem 18. Jahrhundert kam der Neufundländer dann auch nach Europa, genauer gesagt nach England. Im Jahr 1886 wurde hier der Newfoundland Club gegründet. Ihm folgte im Jahr 1893 der Neufundländer Club in Europa. Dieser Club heißt jetzt „Deutscher Neufundländer-Klub“. Der Neufundländer ist heute ein eher selten gesehener Hund. Immer wieder ist er aber als Rettungshund zu finden. Zumeist leben diese gemütlichen Tiere aber als Begleiter einer Familie.

Ein Hund wie ein Bär

Mit einer durchschnittlichen Schulterhöhe von mehr als 70 Zentimetern und seinem dichten Fell ist der Neufundländer ein äußerst imposanter Hund. Er erinnert beinahe an einen Bären. Rüden sind dabei eine Spur größer als Hündinnen. Hündinnen erscheinen auch nicht ganz so massig, weil ihr Körper etwas länger ist als der von Rüden. Der Großhund sollte dem Standard entsprechend im Durchschnitt 68 Kilogramm, Hündinnen 54 Kilogramm wiegen. Der Körper ist kräftig und muskulös. Besonders markant am Neufundländer ist sein dichtes beinahe pelzig anmutendes Fell.

Nicht jede Farbe ist erlaubt

Es ist laut FCI in den Farben Schwarz, Weiß-Schwarz und Braun erlaubt. Dabei sollte das Schwarz einheitlich sein. Er ist auch der gängigste Ton. Schwarz-Weiß ist eher die historische Variante, die auch gleichzeitig für die Entstehung des Landseers von Bedeutung ist. Bevorzugt sind Hunde mit schwarzem Kopf, weißer Blesse und schwarzem Sattel und Kruppe. Der Weißanteil sollte nicht stark getupft sein. Das Braun darf von Kastanienbraun bis zu schokoladebraun reichen. Diese Farbe ist in der Heimat der Riesen kein Rassestandard. Auch bei den einfärbigen Hunden sind weiße Abzeichen erlaubt. In den USA kommt darüber hinaus auch die Farbe Grau vor. Sie ist dort auch rasseentsprechend. In Europa ist dieser Farbton unerwünscht. Bei dieser Variante kommt das „Blue Dog Syndrom“ vor. Diese Hunde leiden an Haarausfall, Pigmentmangel und Hautentzündungen.

Schwarzer Neufundländer Welpe beim Spielen auf dem Rasen

Schwarzer Neufundländer Welpe beim Spielen auf dem Rasen | Foto: rzoze19 / bigstock.com

Das dichte Fell hält Wasser ab

Egal welche Farbe der Neufundländer hat, er sollte mäßig langes und gerades Deckhaar aufweisen. Eine leichte Welle ist jedoch erlaubt. Die Unterwolle ist stark aber weich und im Winter dichter als im Sommer. Am Kopf, am Fang und an den Ohren ist das Haar kurz und fein. Rute und Läufe sind von langem und dichtem Haar bedeckt. Das Fell ist wasserabweisend.

Der Neufundländer bringt nichts aus der Ruhe

Der Neufundländer ist ein sehr ausgeglichener, gelassener und ruhiger Hund. Er ist verträglich mit Artgenossen und im Allgemeinen sehr freundlich. Das gilt gegenüber Hunden ebenso wie gegenüber Menschen. Wer seine Geschichte ein wenig kennt, der wird verstehen, dass der Neufundländer daran gewöhnt ist, selbstständig zu handeln. Er hat eine sehr starke Persönlichkeit und einen ausgeprägten eigenen Willen. Das benötigt er auch für seine Arbeit als Rettungshund. Innerhalb der Familie kann das allerdings schon mal zu Spannungen führen. So braucht der Neufundländer unbedingt vom Welpenalter an eine konsequente Erziehung und eine klare Stellung im Rudel.

Souverän und intelligent

Neufundländer sind sehr intelligente und lehrreiche Hunde. Sie sind daher im Grunde genommen leicht zu erziehen, wenn man hier wieder von seiner Eigensinnigkeit absieht. Will der Neufundländer nicht mitarbeiten, dann ist es schwer, ihn zu etwas zu bewegen. Um mit diesem Koloss auch in dieser Situation souverän umgehen zu können, bedarf es jener konsequenten Erziehung, von der bereits oben die Rede war. Ein Neufundländer wird sich einfach und rasch in eine Familie integrieren. Er hat einen starken Beschützerinstinkt und liebt seine Menschen über alles. Durch seine Ruhe und Gelassenheit ist er auch ein hervorragender Partner für Kinder, denn er wird mit ihnen sehr geduldig umgehen. Hier ist allerdings darauf zu achten, dass das vom Menschen nicht ausgenützt wird.

Der Neufundländer liebt frische Luft

Der riesige Teddybär benötigt ausreichend großen Lebensraum. Er ist keinesfalls für eine Stadtwohnung geeignet. Er benötigt ein Haus mit großem Grund. Der Neufundländer liebt es, seine Zeit im Freien zu verbringen. So ist es für ihn auch absolut in Ordnung, wenn er ein gemütliches Plätzchen im Freien hat. Manchmal wird er hier sogar gerne übernachten. Allerdings ist er keinesfalls ein Hund für eine Zwingerhaltung. Er benötigt die Nähe zu seinen Menschen. Der Neufundländer ist kein Hund, mit dem man regelmäßig Hundesport machen kann. Er ist nicht dazu geeignet, Sprünge zu bewältigen oder auf Geschwindigkeit zu laufen. Ganz im Gegenteil, er macht zumeist auch gar nicht gerne lange Spaziergänge. Sieht er jedoch einen Bach oder See, so ist er nicht mehr zu halten. Dann zeigen sich seine Herkunft und seine ererbte Liebe zum Meer und zum Wasser. Als ehemaliger Fischerhund ist er ein hervorragender Schwimmer und liebt das Element Wasser über alles.

Krankheiten des Neufundländers

Wie alle Großhunderassen hat auch der Neufundländer keine allzu hohe Lebenserwartung. Sie liegt bei rund 10 Jahren. Neufundländer schätzen Sonne und Hitze nicht besonders und können auch nicht gut damit umgehen. In einem heißen Sommer ist die Abkühlung im Wasser daher umso wichtiger. Neufundländer können leicht an Hüftdysplasie oder Ellbogenfehlbildungen erkranken. Um Gelenkschäden vorzubeugen, ist es wichtig, dass das Tier im ersten Lebensjahr nicht allzu sehr belastet wird. Er sollte nur kurze Spaziergänge machen und auf keinen Fall Treppen steigen. Auch hier kommt wieder das Wasser ins Spiel, denn die Bewegung im Wasser belastet das Tier kaum, lastet es aber optimal aus. Neben den Gelenksproblemen kann der Neufundländer auch eine aortische Stenosis – eine enge Öffnung der Aorta zum Herz – ausbilden. Sie kommt häufig vor und führt bei Nichtbehandlung zum Tod.

Neufundländer Welpe mit Leine im Wasser

Neufundländer Welpe mit Leine im Wasser | Foto: rzoze19 / bigstock.com

Die Ernährung kann teuer werden

Wer einen Neufundländer bei sich aufnehmen möchte, sollte ihm die Möglichkeit geben, sich regelmäßig am Wasser aufzuhalten. Eine Ausbildung zum Wasserrettungshund ist für ihn eine wunderbare Aufgabe. Zu bedenken gilt es auch, dass dieser Hund große Mengen an Futter benötigt. Das ist ein sehr hoher Kostenfaktor, denn man muss mit rund einem Kilogramm Fleisch pro Tag rechnen. Auch die Pflege dieses Tieres ist nicht einfach. Er muss regelmäßig gebürstet werden. Nur wenn er mehrmals in der Woche korrekt gestriegelt wird, bleibt sein stets leicht öliges Fell schön und flauschig. Der zukünftige Halter eines Neufundländers sollte unbedingt viel Zeit für den Hund mitbringen, denn diese Tiere lieben es, alles mit ihrer Familie zu unternehmen und sich ins Rudel zu integrieren.

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