Ist Hundeerziehung mit speziellen Halsbändern sinnvoll und tiergerecht?

Ist Hundeerziehung mit speziellen Halsbändern sinnvoll und tiergerecht?
Ist Hundeerziehung mit speziellen Halsbändern sinnvoll und tiergerecht? | Foto: VitalikRadko / Depositphotos.com

Gerade als Welpen müssen Hunde besonders viel lernen. Sie müssen stubenrein werden, sich in der Familie integrieren und das soziale Verhalten mit anderen Hunden, Tieren und Menschen will ebenfalls gelernt sein. Auch diverse Erlebnisse prägen einen Vierbeiner oftmals Negativ. Nicht selten müssen neue Verhaltensmuster einstudiert werden. Um diese Ziele zu erreichen gibt es unterschiedliche Möglichkeiten der Erziehung. Dazu gehört unter anderem verschiedene Ausführungen von Halsbändern, die sich in ihren Funktionen unterscheiden. Doch was bringen sie und vor allen Dingen, sind diese tiergerecht?

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Das Grundprinzip des Erziehungshalsbandes

Ziel des Erziehungshalsbandes ist es, unerwünschtes Verhalten zu korrigieren und neue Verhaltensmuster zu erlernen. Dafür wird in dem Halsband ein Impuls freigesetzt, der für eine sofortige „Bestrafung“ des Hundes sorgt. Der Vierbeiner merkt sich dies in Verbindung mit der Tat, die der Auslöser des Impulses war. Damit sich die Bestrafung nicht mehr wiederholt, wird sich der Hund bemühen das unerwünschte Verhalten nicht mehr zu wiederholen.

Die Erziehungshalsbänder mit Funktionen und Wirkung

Bei Tiertrainern und -ärzten, sowie im Handel, sind zahlreiche Modelle des Erziehungshalsbandes vorhanden. Doch sie weisen unterschiedliche Funktionen auf und nicht jedes ist für jedes Verhalten geeignet.

Zum Elektrohalsband greifen meist Halter deren Hunde einen stark geprägten Jagdinstinkt haben und zu Aggressionen neigen. Im Halsband ist ein Empfänger integriert, der mit elektrischen Kontakten ausgestattet ist. Dabei liegen die Kontakte auf der Haut des Hundes. Der Hundehalter kann somit durch den Handsender über größere Entfernungen den Hund steuern. Wird der Handsender betätigt wird ein vorher individuell eingestellter Stromschlag ausgelöst. Jedoch besteht die Gefahr, dass wenn der Impuls freigesetzt worden ist, der Hund dies mit dem vorbeilaufenden Jogger oder einem anderen Reiz in Verbindung bringt. Entsprechend kann sein Verhalten anders als gewollt ausfallen. Häufig reagiert der Hund auch verängstigt.

Zudem wird das Elektrohalsband in §3 Abs. 11 Tierschutzgesetz geregelt. Dort heißt es: „Es ist verboten ein Gerät zu verwenden, das durch direkte Stromeinwirkung das artgemäße Verhalten eines Tieres, insbesondere seine Bewegung, erheblich einschränkt oder es zur Bewegung zwingt und dem Tier dadurch nicht unerhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt, soweit dies nicht nach bundes- oder landesrechtlichen Vorschriften zulässig ist.“

Das Antibell – Halsband kommt meist dann zum Einsatz, wenn unkontrolliertes Dauergebell unterbunden werden soll. Hier gibt es unterschiedliche Arten, die verwendet werden. Dazu gehören Halsbänder mit Warnsignale, Sprühfunktionen, Ultraschall und Vibration. Am Halsband ist ein Mikrofon und eine Vibrationserkennung integriert. Beginnt der Hund zu bellen oder sein Kehlkopf zu vibrieren, sendet das Halsband die gewählte Funktion. Übrigens, wenn das Antibell – Halsband eine Sprühfunktion enthält ist diese in der Regel bedenkenlos. Meist handelt es sich um Wasser gemischt mit Duftstoffen wie Zitrone oder Lavendel.

Das Sprayhalsband für Hunde wird verwendet, wenn das Jagen und Bellen überhand nimmt. Im Halsband ist ein Empfänger integriert. Mithilfe eines Handsenders wird dort ein Impuls freigesetzt. Der Sprayausstoß befindet sich an der Seite des Halsbandes und sollte so ausgerichtet sein, dass dieser in Richtung Nase sprüht. Bei manchen Modellen lässt sich ein Warnsignal einstellen. Das Sprayhalsband dient lediglich zur Unterstützung der Erziehung, nicht als alleiniges Erziehungsmittel.

Wird von einem Vibrationshalsband gesprochen ist ein Erziehungshalsband gemeint, dass hauptsächlich durch Vibration funktioniert. Da es sich um ein Halsband handelt mit dem das Bellen unter Kontrolle gebracht werden soll, gehört es zu den AntiBell- Halsbändern. Durch das integrierte Mikrofon werden beim ertönen des Hundegebells vibrierende Impulse abgegeben. Bei vielen Modellen lassen sich die Stärken unterschiedlich einstellen.

Vorsicht ist geboten

Das Erziehungshalsband ist zwar in zahlreichen unterschiedlichen Varianten erhältlich, ist aber dennoch zu Recht stark umstritten. Gerade bei Elektrohalsbänder ist es für den Hund ein äußerst schmaler Grad zwischen schmerzhaftem Trauma und erfolgreicher Erziehung.

Um einen Erfolg mit einer Form des Erziehungshalsbandes erzielen zu können bedarf es Erfahrung. Erfahrung mit der Erziehung des Hundes generell, sowie den Auswirkungen der gewählten Methode. Es besteht jederzeit die Möglichkeit, dass der Vierbeiner nicht auf das Halsband reagiert bzw. sein Verhalten in eine andere Verhaltensstörung gesteuert wird. Es ist daher sehr empfehlenswert, sich im Vorfeld mit Hundetrainern und Züchtern, die bereits einschlägige Erfahrungen mit solchen Halsbändern haben zu beraten.

trauriger Hund schaut aus dem Fenster
Es besteht jederzeit die Möglichkeit, dass der Vierbeiner nicht auf das Halsband reagiert bzw. sein Verhalten in eine andere Verhaltensstörung gesteuert wird! | Foto: TetianaLadigina / Depositphotos.com

Die Hundeerziehung ohne Halsband

Zu einer erfolgreichen Erziehung des Hundes ohne Erziehungshalsband gehört eine innige Beziehung zwischen dem Tier und Halter. Auf dieser Ebene ist es möglich, dem vierbeinigen Hund auf spielerischen Art und Weise neue Verhaltensmuster beizubringen. Wichtig ist hierbei die Erziehung Schritt für Schritt von statten gehen zu lassen. Auch den Hund für jeden erreichten Erfolg zu belobigen. So behält hat dieser den Anreiz weiter zu machen, negative Erfahrungen bleiben somit erspart. Weist der Hund dennoch merkbare Auffälligkeiten im Verhalten auf, reicht es häufig bereits aus, wenn kleinere Veränderungen im täglichen Ablauf stattfinden.

Weiterführende Informationen:

Teletakt Halsband

FAQ

🐶 Was ist unter einem Erziehungshalsband für Hunde zu verstehen?

Erziehungshalsbänder werden insbesondere bei größeren Hunderassen sowie Hunden der Liste 1 verwendet. Um dem Hund das gewünschte Kommando intensiv zu vermitteln, senden diese Halsbänder unangenehme Signale aus. Diese verdeutlichen dem Tier das Kommando, sodass das Tier sein falsches Kommando korrigiert.

Die Halsbänder sind unterschiedlich ausgelegt. Einige versprühen auf Knopfdruck einen unangenehmen Geruch, etwa Orange oder Zitrone. Andere Modelle nutzen Ultraschall. Zudem gibt es Halsbänder, die Elektrostöße aussendeten.

🐶 Sind Elektro-Halsbänder überhaupt zulässig?

Genau genommen sind Halsbänder, die zu Erziehungszwecken Elektrostöße aussenden, seit 2006 verboten. Dennoch gibt es sie immer noch im Handel. Unter der Hand sind sie ebenso erhältlich. Insbesondere unseriöse Besitzer von Listen-Hunden sowie Besitzer der sehr großen Hunderassen finden immer wieder Wege, an ein Elektro-Halsband zu gelangen.

🐶 Welche Argumente bringen Befürworter der Erziehungshalsbänder auf den Tisch?

Die Befürworter sind der Meinung, dass gerade Problemhunde mit den Erziehungshalsbändern zwar auf Distanz gehalten werden können, aber trotzdem unter Kontrolle bleiben. Die Distanz ermöglicht es ihnen, den unangenehmen Reiz zu setzen, ohne einen direkten Vertrauensbruch zu setzen. Angeblich könne der Hund die Verbindung zwischen Hundeführer, Halsband und dem Elektroschock nicht zustande bringen. Zudem würde es sich lediglich um einen niedrigen Stromstoß handeln, der dem eines Elektrozaunes gleicht.

🐶 Welche Argumente nutzen die Kritiker der Erziehungshalsbänder?

Für die Kritiker steht das Argument im Vordergrund, dass ein Hund nicht in der Lage ist, sein eigenes Verhalten mit der Bestrafung durch das Halsband in Zusammenhang zu bringen. Somit ist der Einsatz des Erziehungshalsbandes eine Bestrafung, die der Hund nicht verstehen kann, da sie aus dem Hinterhalt, aus dem Nicht-Vorhersehbaren kommt. Die Kritiker sehen, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Herren und Hund bei einem dauerhaften Einsatz ebenso dauerhaft geschädigt wird. Das Vertrauen wird durch Angst ersetzt – eine Erziehungsmaßnahme, die nirgendwo auf der Welt mehr akzeptiert werden sollte.

🐶 Sind die Erziehungshalsbänder sinnvoll?

Um diese Frage beantworten zu können, muss zunächst darauf hingewiesen werden, dass die beste Grundlage, um sich mit einem Hund zu verstehen. Je besser diese Grundausbildung bei dem Hund greift, desto unbesorgter kann er überall mit hin genommen werden, ohne zu einen Fehler zu begehen. Hat die Grundausbildung gegriffen, ruht der Hund in sich selbst und kann Freund oder Feind auseinanderhalten.

Wie die Kritiker der Erziehungshalsbänder aufzeigen, ist es dem Hund möglich, die Geräusche oder die Duftstoffe, die bei einem Auslösen entstehen bzw. vernebelt werden, zwar nicht seiner Handlung, wohl aber dem Menschen zu zuordnen. Läuft es optimal, erfolgt auch kein Auslösen. Der Hund merkt sich dies sofort. Sollte ein Erziehungshalsband die letzte Möglichkeit seinen Hund unter Kontrolle zu bringen, sollte der Auslöser nur im Notfall gedrückt werden. Je seltener das Halsband in Betrieb genommen wird, desto eher kann die Wirkung positiv vom Hund aufgefasst werden.

🐶 Welche Halsbänder sind verboten bzw. nur mit Auflagen zu verwenden?

Erziehungshalsbänder, die für große Hunde im Einsatz kommen, als die Elektro-Halsbänder, sind innerhalb Deutschlands verboten. Bei einem Verstoß gegen diese Verordnung ist mit einem Bußgeld zu rechnen.
Halsbänder, die einen zitronigen- oder orangen Duft versprühen, sollten ebenfalls nur in einem geringen Masse eingesetzt. Sie haben nicht so eine intensive Wirkung wie der arbeitende Maurer.

Grundsätzlich sollten die Erziehungshalsbänder nicht in der Öffentlichkeit zum Einsatz kommen. Sie könnten für Probleme sorgen, nicht nur bei dem Hund, der es trägt. Doch gibt es gute Optionen, um ein derartige Halsband umgehen zu können – nämlich eine solide Grundausbildung, die möglichst bei einem guten Hundetrainer absolviert wurde. Ist diese gelungen, braucht der Kauf eines Erziehungshalsbandes überhaupt evaluiert werden.

Letzte Aktualisierung am 7.07.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

1 Kommentar

  1. Ich persönlich halte gar nichts von einem Hundeerziehungshalsband. Meines Wissen sind die Dinger in Deutschland auch nicht erlaubt und das ist gut so. Das wäre im Prinzip das Gleiche, als wenn man jemanden immer mit einem Stock antreiben würde, damit er etwas bestimmtes tut. Egal, um welche Form des Erziehungshalsbandes es sich handelt, es fügt dem Hund Schmerz und Unbehagen zu, Schmerzen durch die Dornen und Unbehagen, wenn man sich für ein Halsband mit Sprühfunktion entscheidet.

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