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Gebrauchshunderassen: Welche gibt es und wo liegen die Unterschiede?

Irgendwann vor langer Zeit traf der Mensch auf den Wolf. Vielleicht war es auch umgekehrt. In jedem Fall haben sich beide angenähert und mit der Zeit immer mehr aneinander gewöhnt. Das war der Beginn der Domestikation und damit der Startschuss für die Entwicklung des Hundes. Je nach Kontinent, klimatischen Bedingungen und geografischen Gegebenheiten haben sich völlig verschiedene Hunderassen entwickelt. Heute gibt es mehr als 300 völlig unterschiedliche Hunderassen. Hunde passen sich demnach hervorragend an die Wünsche und Bedürfnisse von uns Menschen an und so gibt es wirklich für jeden genau den Hund, der perfekt zu ihm passt. Neben den kleinen Schoßhündchen oder den Begleithunden gibt es auch Gebrauchshunde. Doch welche Rassen gelten denn eigentlich als Gebrauchshunde?

Gebrauchshunde bei der Jagd

Gebrauchshunde bei der Jagd | Foto: Propic.se / bigstock.com

Gebrauchshunde sind lernwillig

Unter Gebrauchshunden versteht man im Allgemeinen all jene Tiere, die für ganz spezielle Tätigkeiten einsetzbar sind. Gerne wird auch von Arbeitshunden gesprochen. Diese Hunde müssen ganz besondere Voraussetzungen erfüllen. Das bedeutet, sie müssen einen ihrer Aufgabe entsprechenden Körperbau aufweisen. Ein Dackel wäre wahrscheinlich nicht der optimale Rettungshund. Gebrauchshunde müssen besonders lernwillig und damit auch intelligent und dabei resistent gegen äußere Reize sein. Wichtig sind daneben Selbstsicherheit, Triebveranlagung und Freude an der Aufgabe, die er ausübt. Keinesfalls darf der Hund aggressiv sein. Absoluter Gehorsam ist bei Gebrauchshunden ein Muss. Meist sind die richtigen Eigenschaften schon früh erkennbar und der Hund wurde bereits auf seine zukünftige Aufgabe hingezüchtet. Bei diesen Hunden ist eine frühe und sehr gute Sozialisierung die Grundlage für ihre späteren Aufgaben.

Gebrauchshunde müssen eine Prüfung ablegen

Gebrauchshunde haben eine sehr lange Geschichte. Bereits in der Antike begann man Rassen zu züchten, die ihnen zugewiesene Aufgaben mit Freude hervorragend verrichteten. So entstanden die ersten Gebrauchshunde. Zu den ersten dieser Hunde zählen die Hütehunde. Hütehunden liegt es im Blut eine Tierherde selbstständig zusammenzuhalten, sie zu führen und gegen Feinde zu verteidigen. Der Mensch muss hier nicht eingreifen. Der Deutsche Schäferhund dagegen ist seit jeher als Wachhund beliebt und bekannt. So unterscheiden sich die Charaktereigenschaften der Arbeitshunde je nach Aufgabengebiet. Damit aus einem Hund ein anerkannter Gebrauchshund wird, muss dieser die Gebrauchshundeprüfung absolvieren. Sie wurde vom Welthundeverband, dem FCI (Fédération Cynologique Internationale) ins Leben gerufen und ist eine international gültige Ausbildung.

Gebrauchshunde haben verantwortungsvolle Einsatzgebiete

Gebrauchshunde finden Einsatz als

  • Rettungshunde
  • Begleithunde wie etwa Blindenhunde
  • Diensthunde bei Polizei, Zoll oder Militär oder als
  • Suchhunde (Lawinensuchhunde, Drogenspürhunde usw.)
  • Jagdhunde.

Die beliebtesten Gebrauchshunderassen

Für jede dieser Aufgaben gibt es spezielle Hunderassen, die genau dafür gezüchtet werden. Zu den in Europa beliebtesten Gebrauchshunderassen zählen

  • Deutscher Schäferhund
  • Bernhardiner
  • Dobermann
  • Belgischer Schäferhund
  • Riesenschnauzer
  • Rottweiler
  • Tschechoslowakischer Wolfshund
  • Landseer
  • Jagdhunde wie Deutsch Drahthaar, Deutsch Kurzhaar, Weimaraner, Großer und Kleiner Münsterländer

Der Deutsche Schäferhund

Gebrauchshunde werden auch bei der Bundeswehr eingesetzt

Gebrauchshunde werden auch bei der Bundeswehr eingesetzt | Foto: Yastremska / bigstock.com

Der Deutsche Schäferhund ist ein Hund, der selbstsicher und nervenstark ist. Er ist der perfekte Wachhund, wird aber auch gerne als Begleithund eingesetzt. Besonders beliebt ist er als Schutz- und Diensthund. Schäferhunde sind lernwillig und sehr selbstbewusst. Das erfordert eine sehr konsequente und fortdauernde Erziehung. Hundehalter, die sich für einen Schäferhund entscheiden, haben große Verantwortung, denn in den falschen Händen können diese Tiere eine Gefahr für die Familie und deren Umwelt werden. Ein Schäferhund benötigt viel Bewegung und vor allem geistige Auslastung. Ideal sind Obedience oder Fährtenarbeit.

Der Bernhardiner

Als schweizer Nationalhund ist der Bernhardiner als Lawinenhund wohlbekannt. Ursprünglich stammt diese Riesenrasse vom Hospiz auf dem Großen St. Bernhard, wo die Tiere zur Unterstützung der Mönche gezüchtet wurden. Bekannt wurde vor allem der Lawinenhund Barry, der angeblich mehr als 40 Menschen gerettet haben soll. Heute ist diese Rasse als Lawinenhund nicht mehr geeignet. Der Bernhardiner ist zu schwer und zu massig und wurde daher von anderen Rassen abgelöst. Der Bernhardiner hat dagegen eine neue Aufgabe als Familien- und Wachhund übernommen. Die Anschaffung eines Bernhardiners sollte wohlüberlegt sein. Diese Tiere benötigen sehr viel Platz und Futter. Er benötigt ausreichend Bewegung und sein Bellen ist sehr mächtig, was nicht jeden Nachbarn glücklich macht. Der Bernhardiner mag es nicht hektisch. Er liebt Ruhe und Beständigkeit. Kinder liebt er und so sind diese gutmütigen Riesen hervorragende Familien- und Kuschelhunde. Auch als Kinostar im Film „Ein Hund namens Beethoven“ kommt diese Rasse gut an.

Der Dobermann

Zu unrecht gefürchtet wird der schlanke und elegante Dobermann. Dank seiner zahlreichen erfolgreichen Einsätze als Polizei- und Militärhund erhielt er den Beinamen „Gendarmenhund“. Er entstand ursprünglich durch Kreuzung verschiedener Schäfer-, Jagd- und Fleischerhunderassen. Der Dobermann zeichnet sich durch seine Treue und Anhänglichkeit aus. Daneben ist ein sehr friedliches Tier solange er eine klare Struktur in der Erziehung erlebt. Konsequenz und eine gewisse Härte sind bei diesem Hund besonders wichtig. Wenn der Dobermann seine Ruhe will, dann sollte man ihm diese unbedingt gewähren. Genau deshalb ist er nur bedingt als Familienhund tauglich. Im Diensthundebereich erreicht der Dobermann beachtliche Leistungen. Bei der Haltung muss bedacht werden, dass der Dobermann ausreichend Platz benötigt. Er ist sportlich und aktiv und liebt es sein Grundstück zu bewachen. Dieser Hund braucht extrem viel Bewegung und wenn möglich eine Dienstaufgabe. Hundesport lastet ihn gut aus. Zu bedenken ist, dass der Dobermann in einigen Bundesländern zu den „Kampfhunden“ gezählt wird.

Der Rottweiler

Ähnlich wie der Dobermann wirkt auch der Rottweiler auf manche Menschen Furcht einflößend. Das hat ihm auch Rollen als Protagonist in so manchem Horrorfilm eingebracht. Wie beim Schäferhund und beim Dobermann gilt auch hier absolute Konsequenz in der Erziehung. Wichtig ist, dass das Tier aus einer guten Zucht stammt und ein nervenfestes Wesen aufweist. Rottweiler sind aktiv und dominant und fordern ihren Halter stets aufs Neue heraus. Zum Führen dieser Hunde ist eine gewisse körperliche Konstitution anzuraten, denn der Rottweiler erreicht bis zu 60 Kilogramm und damit unbändige Kraft. Diese Tiere benötigen neben einer soliden Grunderziehung eine Aufgabe, die sie sowohl psychisch als auch physisch fordert. War der Rottweiler einst als „Metzgerhund“ beliebt, so ist er heute als Diensthund besonders begehrt.

Tschechoslowakischer Wolfshund

Dieser Hund ist optisch dem Wolf sehr ähnlich und das hat auch seinen Grund. Diese Rasse entstand durch Kreuzung des Wolfs mit dem Deutschen Schäferhund und war der tschechischen Armee vorbehalten. Der Wolfshund ist sehr temperamentvoll, gelehrig und ausdauernd. Markant ist das Jaulen, das das Bellen ersetzt. Der Wolfshund zeigt gesundes Misstrauen und eine gewisse Reserviertheit. Sein ausgeprägtes Rudelverhalten und die absolute Treue machen ihn zu einem hervorragenden Gefährten. Anweisungen hinterfragt er stets kritisch was die Erziehung nicht einfach macht und einen erfahrenen Hundehalter erfordert. Wie bei allen Gebrauchshunderassen sind auch bei ihm ausreichende Beschäftigung und viel Bewegung gefragt.

Der Landseer

Eng verwandt mit dem Neufundländer ist der Landseer als Wasserrettungshund heiß begehrt. Gerne wird er an Küsten und Seen eingesetzt und hat seit langer Zeit den Ruf, Menschen selbstständig vor dem Ertrinken zu retten. Als Vertreter der Riesenrassen und ehemaliger Herdenschutzhund passt dieses Tier nicht in eine Wohnung. Er braucht Platz und frische Luft und davon ausreichend. Sein Jagdtrieb ist zu vernachlässigen, was ihn zu einem angenehmen Begleithund macht. Diese gutmütigen und ruhigen Gesellen bleiben jedoch stets wachsam.

Jagdhunde

Gebrauchshunderassen kommen bei der Jagd zum Einsatz

Gebrauchshunderassen kommen bei der Jagd zum Einsatz | Foto: phbcz / bigstock.com

Auch Jagdhunde gehören genau genommen zu den Gebrauchshunderassen. Rassen wie Deutsch Drahthaar, Deutsch Kurzhaar, Weimaraner, Großer und Kleiner Münsterländer sind in Deutschland besonders beliebt bei der Jagd.

Diese Hunderassen müssen ausgelastet werden

Neben diesen beliebten Gebrauchshunderassen sind auch noch

zu nennen.

Jeder einzelne dieser Gebrauchshunde hat von Natur aus eine bestimmte Gabe, die ihn für spezielle Aufgaben befähigt. Kann er diese Gabe nicht nutzen, wird man mit ihnen als Partner nicht glücklich. Ein Border Collie ist ein Hütehund und will seine Herde hüten. Hat er dazu keine Möglichkeit, hütet er die Familie, was große Probleme nach sich ziehen kann und der regelmäßige Biss in die Wade ist dabei das geringste Übel. Gebrauchshunde, die nicht artgerecht gehalten und ausgelastet werden, entwickeln sich zu sehr unangenehmen Zeitgenossen. Sie suchen sich Ersatzbeschäftigungen und lassen ihre Familien durch ihr zerstörerisches Verhalten schlichtweg verzweifeln.


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