Leishmaniose beim Hund

Leishmaniose beim Hund | Foto: 135pixels | bigstock.com

Die Leishmaniose ist in den nördlichen europäischen Ländern keine gängige Infektionskrankheit. Entsprechend kennen nur wenige die Erkrankung. Wer zum ersten Mal davon hört beginnt mit seiner Recherche. Gerade im Internet wird gefährliches Halbwissen verbreitet. Von völlig harmlos bis höchst gefährlich.

Tatsache ist, dass die Leishmaniose nicht unterschätzt werden darf. Auch wenn es sich um keine grundsätzlich heilbare Erkrankung handelt; nur, wenn keine Behandlung erfolgt oder ein schwerer Verlauf vorhanden ist kommt unweigerlich der Tod.

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Das Krankheitsbild

Es gibt einige wenige Krankheiten, die von Hunde auf Menschen und umgekehrt übertragen werden können. Dazu gehört unter anderem die Leishmaniose, in Fachkreisen Leishmania infantum genannt. Innerhalb Deutschland ist es noch eine eher selten auftretende Erkrankung.

Nicht umsonst wird die Erkrankung zu den Mittelmeerkrankheiten gezählt. Da aber immer häufiger Reisen in betroffene Regionen getätigt werden, steigen die Zahlen der betroffenen Hunde immer wieder.

Bei der Leishmaniose handelt es sich um eine Infektionskrankheit. Als Überträger der Leishmanien gelten die Sand- und Schmetterlingsmücken. Hauptsächlich kommt es in wärmeren und tropischen Regionen zur Infizierung. Es handelt sich um den natürlichen Lebensraum der beiden Mückenarten. In einer Statistik von 2007 wurde inzwischen auch vereinzelte Funde in der Bodenseeregion und südlichem Rheingebiet vermerkt.

Die Leishmanien wurden zum ersten Mal vom schottischen Tropenarzt William Boog Leishman entdeckt, nach dem die Parasiten benannt wurden. Tropenarzt? Mittelmeerkrankheit? Wie passt das zusammen? Ganz einfach: Die Leishmaniose lässt sich in 3 Gruppen unterteilen, die durch den selben Virenstamm ausgelöst werden.

  1. Die kutane Ausprägung: Ausgelöst durch den Erreger Leishmania tropica kommt es zu Ekzemen der Haut, die Orient- bzw. Aleppobeulen genannt werden.
  2. Die mukokutane Leishmaniose: Sie kommt in Deutschland nur sehr selten vor. Der Erreger heißt Leishmania brasiliensis. Am wohlsten fühlt sich der Virus in den Schleimhäuten.
  3. Die viszerale Leishmaniose (Kala-aszar) ist die Art, die als Mittelmeerkrankheit bezeichnet wird. Als Auslöser gilt der Erreger Leishmania infantum. Neben den inneren Organen, wie Leber und Milz, ist auch das Immunsystem betroffen.
Leishmaniose beim Hund
Leishmaniose beim Hund | Foto: 135pixels | bigstock.com

Die Infizierung

Übertragen wird die Leishmaniose durch Mücken. Über den Mückenstich gelangen die Leishmanien –einzellige Blut-Parasiten – in die Blutbahn und das Gewebe des Hundes. Aber es handeln sich um wählerische Gäste. Am wohlsten fühlen sie sich in den Fresszellen des Blutes, den sogenannten Markrophagen.


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Je nach Immunität des Hundes kann zwischen Infizierung und Ausbruch von 3 Monaten bis zu mehrere Jahre liegen. Am häufigsten geschieht die Übertragung in Mittelmeerregionen.

Andere Möglichkeiten der Übertragung sind zum Beispiel Bluttransfusionen. Aber auch die Übertragung von Mensch auf Hund und umgekehrt ist möglich. Dabei findet der Austausch über offene Wunden und Sekrete statt.

Die Leishmanien vermehren sich bevorzugt in den weißen Blutplättchen. Folgen zieht es in der Veränderung des Immunsystems mit sich. Wichtige Organe, wie Leber und Milz aber auch Augen, Gelenke und Blutgefäße können dadurch geschädigt werden.

Nicht jeder Hund, der mit Leishmanien infiziert wurde erkrankt an Leishmaniose. Weshalb dies so ist, ist bis heute noch unklar. Bekannt ist, dass gerade in stark betroffenen Regionen viele Hunde mit dem Virus infiziert sind, ohne erkrankt zu sein. Es wird angenommen, dass eine gewisse Immunität gegen Leishmanien vorliegt.

Symptome

Die ersten Symptome werden nicht immer auf Anhieb mit einer Leishmaniose in Verbindung gebracht. Schubweise auftretende Abgeschlagenheit, Fieber, Durchfall und Gewichtsverlust – Anzeichen, die auch andere Krankheitsbilder in Betracht kommen lassen. Besonders die lange Inkubationszeit, die 3 Monate bis hin über Jahre benötigt, verdrängt häufig die Vermutung.

Erst im weiteren Verlauf der Erkrankung werden die Symptome eindeutiger. Dabei kann es durch unterschiedliche Leishmanien-Stämme zu unterschiedliche Symptomen kommen.

  • Die Lymphknoten sind geschwollen,
  • die Augen entzünden sich,
  • der Bauch ist schmerzempfindlicher,
  • Haarausfall und
  • schuppige, nicht juckende Hautausschläge an Nase, Ohren und um die Augen

treten auf.

Nasenbluten, offene und schlecht heilende Wunden, blutiger Kot und starker Krallenwuchs kommt bei manchen betroffenen Hunden hinzu. Ebenso kommt es regelmäßig vor, dass kahle Stellen sich zu entzünden beginnen.

Ob überhaupt Symptome auftauchen kommt auf das Immunsystem an. Hunde, die resistent sind, aktivieren einen zellulären Abwehrmechanismus. Die Parasiten werden abgetötet oder auf ein Minimum gehalten. In solchen Fällen wird von einer asymptomatischen Infektion gesprochen.

Die Diagnose

Für eine gesicherte Diagnose bedarf es den Besuch bei einem Tierarzt. Da der Beginn der Leishmaniose sehr allgemein verläuft wird zunächst eine Differentialdiagnose durchgeführt.

Eine der häufigsten Fragen wird nach einem möglichen Urlaub sein, da besonders in sehr warmen bis tropischen Ländern eine hohe Ansteckungsgefahr besteht. Weiteren Aufschluss ergibt die körperliche Untersuchung des Fells, der Haut und der Lymphknoten.

Gibt es durch die erste „oberflächliche“ Untersuchung den Verdacht auf Leishmaniose wird eine Laboruntersuchung durchgeführt. Dafür werden Blut- und oder Gewebeproben entnommen. Dort lassen sich auch dann Antikörper nachweisen, wenn die Erkrankung noch keine offensichtlichen Symptome zeigt.

Bereits 2 – 4 Wochen nach der Infizierung kann mithilfe des Titer-Wertes Leishmanien nachgewiesen werden. Der Titer-Wert gibt an, in welcher Konzentration Antikörper vorhanden sind. Dafür wird das zu testende Blut mit Wasser verdünnt. Lässt sich der Virus trotz starker Verdünnung nachweisen liegt eine hohe Konzentration vor.

Auch mithilfe eines direkte Erreger-Nachweises lassen sich Leishmanien unter einem Mikroskop nachweisen. In seltenen Fällen wird eine Probe aus dem Rückenmark entnommen. Es handelt sich um den zuverlässigsten Test. Da der Aufwand für den Hund mit starken Schmerzen und Unannehmlichkeiten verbunden ist wird nur selten dazu geraten.

Die Behandlung

In den meisten Fällen endet bei Hunden eine unbehandelte Leishmaniose innerhalb eines Jahres nach Ausbruch tödlich. Denn die inneren Organe werden durch die Infizierung geschädigt. Am häufigsten kommt es zum Nierenversagen (Niereninsuffizienz).

Wird die Infektionskrankheit rechtzeitig erkannt, kommt eine medikamentöse Behandlung zum Einsatz. Sie lindern die Symptome. Meistens handelt sich um eine lebenslange Behandlung. Ein langes, fast beschwerdefreies Leben ist möglich. Wird von der Einnahme der Medikamente abgesehen, gibt es selten Einschränkungen.

Handelt es sich um einen milden Verlauf mit leichten Symptomen kommt sehr häufig Allopurinol zum Einsatz. Ein Medikament, welches seinen Ursprung in der humanitären Medizin zur Behandlung von Gicht hat.

Nur in sehr seltenen Fällen kommt es zu einer vollständigen Genesung, wobei es eine hohe Rückfallquote gibt. Ebenfalls sollte jeder Hundehalter sich bewusst sein, dass eine frühe Erkennung der Infizierung keine Garantie für einen stets milden Verlauf ist. Der allgemeine Gesundheitszustand und die Menge an entstandenen Antikörper beeinflussen die Behandlung.

Leishmanien gehört in die gleiche Gruppe der Parasiten, wie Würmer. Der Unterschied der Behandlung besteht aber darin, dass sich Leishmanien nicht auf den Magen-Darm-Trakt beschränken. Entsprechend können sie nicht vollständig über den Kot ausgeschieden werden.

Die Forschung immer wieder mit der Leishmaniose beschäftigt. Stetig neue Medikamente und Kombinationsmöglichkeiten zeigen den Erfolg.

Ob eine homöopathische Behandlung bei Leishmaniose hilft ist noch nicht bekannt. Bisher wurden noch keine Langzeitstudien durchgeführt und ausgewertet.

Die Vorbeugung

Einen Impfstoff, der die Aufnahme der Leishmanien verhindert gibt es noch nicht. Seit 2011 ist aber in Europa ein Impfstoff zugelassen, der das Risiko eines Krankheitsausbruches merklich minimiert. Der Hund kann ab dem 6. Lebensmonat gegen Leishmaniose geimpft werden. Grundvoraussetzung ist, dass der Hund noch nicht mit Leishmanien infiziert wurde. Dafür wird eine Blutprobe entnommen.

Im Abstand von jeweils 3 Wochen wird der Basisschutz mit 3 Impfungen aufgebaut. Danach reicht eine jährliche Auffrischung aus. Die Nebenwirkungen sind mit den anderen Impfungen vergleichbar. Aber bis heute gehört es nicht zur regulären Standardimpfung, sondern wird nur bei geplanten Reisen in entsprechende Risikogebiete verabreicht.

Leschmaniose beim Hund vorbeugen
Leschmaniose beim Hund vorbeugen | Foto: Ilike / Bigstockphoto.com

Sollte es sich nicht vermeiden lassen, den Hund dem Risiko der Infizierung mit Leishmanien auszusetzen, gibt es beim Tierarzt neben der Impfung zusätzlich verschiedene Präparate. Sie erinnern stark an die Vorsichtsmaßnahmen von Flöhen und Zecken.

Die eine Variante ist das Halsband, genauer das Halsband gegen Zecken für Hunde. Die andere Möglichkeit ist ein sogenanntes Spot-on-Medikament, welches auf das Fell aufgetragen wird. Lediglich die Wirkstoffe unterscheiden sich.

  • Die unbehaarte Nase,
  • Augenlieder,
  • Bauch und
  • Geschlechtsteile

sollten sehr gründlich behandelt werden. Es sind die Bereiche, an denen die Mücken am liebsten stechen.

Neben der Vorbeugung durch Medikamente lässt sich das Risiko zusätzlich minimieren. Die übertragenden Mücken sind hauptsächlich Nachtaktiv und daher abends bis in die frühen Morgenstunden am aktivsten. Es ist empfehlenswert Spaziergänge in diesen Zeiträumen möglichst zu vermeiden.

Werden Symptome bemerkt ist ein sehr zeitnaher Besuch beim Tierarzt notwendig. Nur bei rechtzeitiger Erkennung und Behandlung ist es für den Hund möglich ein nahezu beschwerdefreies Leben zu führen.
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