Scheinträchtigkeit beim Hund

Die Scheinträchtigkeit beim Hund
Die Scheinträchtigkeit beim Hund. | Foto: savytska / Bigstockphoto.com

Scheinträchtigkeit beim Hund: Bei der Wahl eines neuen Familienmitgliedes sollte man sich auch Gedanken über dessen Geschlecht machen. Es ist nicht unerheblich, ob ein Rüde oder eine Hündin in Zukunft zum treuen Begleiter wird. Bei der Wahl spielen verschiedene Aspekte eine Rolle. Kommt der neue Hund zu einem bestehenden Rudel oder leben in näherer Umgebung andere Hunde?

Natürlich müssen auch die persönlichen Vorlieben des zukünftigen Hundehalters in die Entscheidung mit einfließen. Egal ob Hündin oder Rüde, jedes Geschlecht hat seine besonderen Vorzüge. Soll der neue Hausgenosse eine Hündin werden, sollte man sich in jedem Fall mit der Läufigkeit der Tiere auseinandersetzen. Sie läuft im Normalfall völlig natürlich und problemlos ab. Gelegentlich kann es jedoch zu einer Scheinträchtigkeit kommen. Hundehalter sollten daher wissen, wie es zu diesem Zustand kommen kann und wie dem Hund geholfen werden kann.

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Wie läuft der Zyklus einer Hündin ab?

Um zu verstehen, wie es überhaupt zu einer Scheinträchtigkeit kommen kann, muss man wissen, wie der Zyklus eines Hundes abläuft. Die Läufigkeit gehört schlichtweg zum Leben eines Hundeweibchens dazu. In der Regel läuft diese auch völlig problemlos ab. Allerdings sind alle Hunde unterschiedlich und so gehen verschiedene Hündinnen auch völlig unterschiedlich damit um. Ebenso unterschiedlich reagieren die Hundehalter.

Zu Beginn des Zyklus zeigt sich das typische Bluten. Das Geschlechtsteil der Hündin schwillt an und sie sondert Blut ab. Auch das ist je nach Hund völlig unterschiedlich. Während die eine Hündin leicht blutet und sich vielleicht auch noch regelmäßig säubert, hinterlassen andere Hündinnen überall ihre Spuren.

Das geht oft so weit, dass bei manchen Hündinnen die Läufigkeit beinahe unbemerkt verläuft. Andere dagegen müssen sogar Windeln tragen, weil sonst die gesamte Inneneinrichtung leidet. Immer noch gibt es Hundehalter, die davon ausgehen, dass der Hund jetzt aufnahmefähig ist. Das ist jedoch nicht so. Die Hündin riecht für Rüden zwar interessant, sie will aber nichts von ihnen wissen. Kommt er ihr zu nahe, beißt sie ihn sogar weg. Durchschnittlich dauert diese Phase rund neun Tage.

Die Scheinträchtigkeit beim Hund
Die Scheinträchtigkeit beim Hund. | Foto: savytska / Bigstockphoto.com

Ab sofort ist die Hündin deckbereit

Zu Beginn der zweiten Phase schwillt die Scheide des Hundes leicht ab und das Sekret wird wässrig oder auch schleimig. Nun beginnt die heiße Phase und es finden mehrere Eisprünge statt. Jetzt gilt es aufzupassen, denn nun ist die Hündin bereit, sich decken zu lassen. Sie wird bereitwillig stehen bleiben und die Rute zur Seite drehen, um sich decken zu lassen. Dieser Abschnitt dauert rund 3 bis 21 Tage.

Nach dieser Zeit klingen nun alle Symptome der Läufigkeit ab. Das gilt jedoch nur für die äußerlichen Anzeichen. Im Hundekörper finden nun noch für mehrere Wochen hormonelle Veränderungen statt. Nach einem Eisprung entstehen an den Eierstöcken Gelbkörper. Diese produzieren ein Hormon – das Progesteron. Kommt es zu einer Befruchtung, ist dieses Hormon dafür zuständig, dass in der Gebärmutter ideale Bedingungen für die Einnistung des Eis herrschen.


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Die Produktion von Progesteron findet jedoch immer statt – ganz egal ob es zu einer Befruchtung gekommen ist, oder nicht. Es dauert rund neun bis zwölf Wochen, bis die Gelbkörper endgültig abgebaut sind und der Hormonstatus des Hundes wieder völlig normal ist.

Wie kommt es nun zur Scheinträchtigkeit?

Mit dem Abbau der Gelbkörper sinkt auch der Hormonspiegel. Bei den meisten Hunden verläuft diese ganze Geschichte völlig ohne Zwischenfall.

Bei einigen Hunden jedoch sorgt genau dieser sinkende Hormonspiegel dafür, dass ein weiteres Hormon produziert wird – das Prolaktin. Dieses Hormon ist für die Milchproduktion im Hundekörper zuständig. Passiert das, kommt es zur Scheinträchtigkeit.

Eine scheinträchtige Hündin zeigt denselben Hormonstatus wie eine trächtige Hündin kurz vor der Geburt. Man nimmt an, dass der Grund der Scheinträchtigkeit ein Erbe der Wölfe ist. Wölfe sind Rudeltiere, die eine strenge Rangordnung haben. Jedes Tier hat seine Pflichten und Rechte. Nachwuchs bekommt nur die Alpha-Hündin, die Leitwölfin. Versorgt werden die Tiere jedoch vom gesamten Rudel.

Damit auch die anderen Wölfinnen sich um die Jungen kümmern und diese sogar säugen können, sind Milchbildung und Mutterinstinkt unerlässlich. Genau dieses Phänomen wird durch den Prolaktin-Anstieg gewährleistet. Möglich wird das dadurch, dass bei Wölfen alle Tiere relativ gleichzeitig läufig werden. So stehen stets genügend Ammen für den Wolfsnachwuchs bereit und für den Fall, dass die Leitwölfin stirbt, ist für die Jungen ebenfalls gesorgt.

Symptome einer Scheinträchtigkeit

Erste Anzeichen für eine Scheinträchtigkeit sind meist zwischen der dritten und zwölften Woche nach der Läufigkeit zu beobachten. Hunde reagieren hier sehr unterschiedlich und so sind auch die Symptome oft sehr variabel.

Eine scheinträchtige Hündin leidet. Sie denkt und fühlt, sie sei trächtig. Dadurch verändert sie sich auch emotional und körperlich. Die Hündin benimmt sich genau so, wie es eine Hündin macht, die kurz vor der Geburt steht. Manche Hündinnen sind müde und antriebslos. Bei einigen Hunden kann eine Anbildung des Gesäuges auftreten und es kommt sogar zur Milchproduktion.

Auch das Verhalten der Hundedamen kann sich verändern. So beginnen sie, manche Spielzeuge oder Gegenstände wie Welpen zu behandeln. Sie tragen es mit sich auf den Schlafplatz und verteidigen es. Das kann unter Umständen sogar in Aggressionen gegenüber dem Halter ausarten.

Einige Hündinnen bauen Nester und beginnen sehr anhänglich zu sein. Auch Appetitlosigkeit, depressives Verhalten und Lustlosigkeit können Symptome einer Scheinträchtigkeit sein. Die Symptome können mehrere Wochen andauern. Eine Diagnose erfolgt aufgrund des Verhaltens und der zeitlichen Übereinstimmung.

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Eine Scheinträchtigkeit muss kein Grund zur Sorge sein

Grundsätzlich ist eine Scheinträchtigkeit ganz harmlos und kein Grund zur Sorge. Sind die Symptome nicht stark ausgeprägt, ist es sinnvoll einfach abzuwarten, bis die körperlichen und psychischen Auffälligkeiten von selbst wieder zurückgehen. Keinesfalls sollte am Gesäuge hantiert werden.

Ebenso sollte die Hündin vom Lecken am Gesäuge abgelenkt werden. Jede Manipulation sorgt dafür, dass mehr Milch produziert wird und verstärkt damit die Symptome. Allerdings muss regelmäßig überprüft werden, ob alles in Ordnung ist.

Manchmal schwellen die Milchdrüsen stark an und es kommt zu Entzündungen. Ebenfalls zu einer Entzündung kann es kommen, wenn die Milchproduktion stark ist. Es kommt in diesem Fall zu einem Milchstau und in der Folge zur Entzündung.

Liegt eine solche vor, ist das Gesäuge hart, warm und die Hündin sehr schmerzempfindlich. In diesem Fall muss sofort der Tierarzt aufgesucht haben. Er wird die Hündin mit Antibiotika behandeln.

Wie man der Hündin helfen kann

  • Keinesfalls sollte man als Hundehalter der Hündin zu viel Mitgefühl angedeihen lassen. Jedes Verhätscheln und umsorgen, wird dazu führen, dass der Mutterinstinkt noch stärker wird. Besser ist es, die seltsamen Verhaltensweisen völlig zu ignorieren.
  • Gegen den typischen Nestbautrieb hilft Ablenkung. Ein langer Spaziergang kann hier manchmal Wunder wirken. Selbst wenn die Hundedame noch so müde und unlustig ist, sind Unternehmungen an der frischen Luft die beste Möglichkeit sie aus ihrem Dilemma herauszureißen.
  • Auch das Herumtragen und Beschützen von Spielzeugen oder Gegenständen kann mitunter durch Ablenkung verhindert werden. Spielzeuge und Stofftiere sollten besser noch während dieser Zeit gut versteckt werden.
  • Anders sieht es allerdings aus, wenn die Hündin ihr vermeintliches Baby beschützt, und beginnt aggressiv zu reagieren. Hier ist das Risiko groß, dass der Hundehalter selbst oder im Haushalt lebende Kinder verletzt werden, wenn sie der Hündin ihren „Welpen“ wegnehmen. In einem solchen Fall muss der Tierarzt zurate gezogen werden. Er kann der Hündin Medikamente verabreichen, die die Produktion von Prolaktin hemmen.
  • Auch eine leichte Umstellung der Ernährung kann dazu beitragen, dass die Zeit der Scheinträchtigkeit rascher vorbeigeht. Ideal ist es Eiweiß zu reduzieren und Ballaststoffe zu erhöhen. Auch die Futtermenge sollte möglichst gering bemessen sein. Je mehr Futter, desto eher und desto mehr Milch wird produziert. Das soll möglichst verhindert werden.

Es kann zu Aggressionen kommen

Veränderungen wie Aggressionen, Apathie und übermäßige Milchbildung sollten keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden. Hier muss der Tierarzt zurate gezogen werden. Beruhigende Medikamente können in manchen Fällen zusätzlich helfen, die Situation zu entschärfen.

Eine Scheinträchtigkeit an sich stellt keine Lebensgefahr für die Hündin dar. Allerdings besteht die Gefahr, dass die Hündin im Laufe ihres Lebens eher an Gesäugetumoren erkrankt. Der Grund dafür ist die regelmäßige Durchblutung des Gesäuges, das die Entstehung von Krebszellen anregen kann. Des Weiteren kann sich die Gebärmutter verbreitern, es können sich Eierstockzysten bilden und das Immunsystem kann schwer geschädigt werden.

Homöopathische Hilfe bei Scheinträchtigkeit

Die Homöopathie bietet bei vielen Krankheitszuständen eine ganzheitliche und vor allem schonende Behandlungsmöglichkeit. Auch für die Scheinträchtigkeit gibt es Mittel, die das Leiden der Hündin deutlich erleichtern können.

  • Pulsatilla: Dieses Mittel ist vor allem für sehr schmuse- und liebesbedürftige Hündinnen geeignet, die sich häuslich zeigen und deren Gesäuge vergrößert ist.
  • Ignatia: für alle Hündinnen, die in der Regel sehr ruhig sind, während der Scheinträchtigkeit jedoch reizbar oder sogar aggressiv reagieren. Die Zitzen sind kaum verändert und es gibt keinen Milchfluss.
  • Asa foetida: Dies ist das optimale Mittel für ängstliche, rastlose und hysterische Hunde, die hektisch herumlaufen, winseln und jammern.
  • Phytolacca: Ideal, wenn die Hündin geschwollenes und hartes Milchdrüsengewebe aufweist.
  • Belladonna: Dies ist das Mittel zur Wahl, wenn es bereits zu einer Entzündung des Brustgewebes gekommen ist. Häufig hat die Hündin auch Fieber.
  • Bryonia: Dieses Mittel ist dann angesagt, wenn die Hündin einen Milchstau hat und das Gesäuge sehr hart ist. Der Hund ist stark berührungsempfindlich.

Hausmittel bei Milcheinschuss

Bei vielen Hündinnen, die scheinträchtig sind, setzt die Milchproduktion ein. Das Gesäuge ist geschwollen und Milchtröpfchen treten aus. Dieser Zustand ist für die Hündin sehr unangenehm und oft bereitet er große Schmerzen. Meist beginnt die Hündin, selbst an ihren Zitzen zu lecken, was den Milchfluss fördert und zu Entzündungen führen kann.

Um nun diesen Milchfluss zu stoppen, kann man eine Handvoll Petersilie und etwa vier Salbeiblätter klein hacken oder pürieren. Diese Mischung kommt morgens und abends zum Hundefutter, bis die Milch versiegt. Wie lange es dauert, bis eine Wirkung einsetzt, ist von Hund zu Hund verschieden. Die homöopathische Variante heißt Thuja occidentalis D30. Es sollten drei Mal täglich fünf Globuli verabreicht werden.

Ein einfaches Coolpack kann helfen

Eine ganz einfache Möglichkeit, um dem Hund ein wenig Erleichterung zu verschaffen, ist ein Coolpack. Dazu können jene fertigen Coolpacks aus der Apotheke verwendet werden, die auch bei Sportverletzungen ideal sind. Damit die Hündin keine Kälteverletzungen davonträgt, müssen die Coolpacks in ein Tuch gewickelt werden. Danach legt man sie für rund 20 Minuten auf das Gesäuge des Hundes.

Besonders gut wirkt ein Quarkwickel. Dazu wird Quark aus dem Kühlschrank auf ein Tuch gegeben und auf die Milchleisten des Hundes gelegt. Dieses Mittel wird auch bei stillenden Frauen angewendet, die an Brustentzündung und Schmerzen leiden.

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Die Scheinträchtigkeit kann zu Änderungen im Verhalten führen. | Foto: Grisha Bruev / Bigstockphoto.com

Die Kastration

Hat die Hündin bereits nach der ersten Läufigkeit mit einer Scheinträchtigkeit zu kämpfen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch die nächsten ähnlich ablaufen werden. Für diese Tiere ist sicherlich eine Kastration eine sinnvolle Option um das Leiden der Hündin zukünftig zu verhindern.

Bei der Kastration werden die Eierstöcke entfernt. Ist der Hund bereits älter und die Gebärmutter erkrankt, wird auch diese entnommen.

Allerdings ist diese Operation nur dann sinnvoll, wenn zurzeit keine Scheinträchtigkeit vorliegt. Sobald die Eierstöcke entfernt werden, fällt der Progesteronspiegel rasant ab. Der Prolaktinspiegel dagegen steigt ebenso rapide an. Die Symptome der Scheinschwangerschaft würden daher durch eine Kastration deutlich verstärkt werden.

Viele Tierärzte raten auch heute noch zu einer Frühkastration. Darunter versteht man die Kastration vor der ersten Läufigkeit. Diese Vorgehensweise ist mittlerweile sehr umstritten. Auch die Kastration hat ihre Nachteile und kann in späterer Folge zu negativen gesundheitlichen Auswirkungen führen.

Die Kastration sollte wohl überlegt und unbedingt als vorbeugende Maßnahme gesetzt werden. Liegt bereits eine Scheinträchtigkeit vor, ist eine Kastration keine Option.

Lesen Sie zu diesem Thema auch Was kostet eine Kastration beim Hund?

Vorbeugen mit Hormonen

Neben der Kastration gilt auch die Gabe von Gestagenen als Vorbeugung einer Scheinschwangerschaft. Erhält die Hündin Hormone, wird sie erst gar nicht läufig. In der Umgangssprache wird gerne von der „Pille für den Hund“ gesprochen.

Allerdings ist diese Unterdrückung mittels Hormonen bei Tierärzten sehr umstritten. Man darf nicht vergessen, dass die Hündin einer ständigen Belastung durch Medikamente ausgesetzt ist. Auch das sorgt für Folgeerkrankungen, die ein erhöhtes Risiko für das Leben des Tieres darstellen können.

Den Hund genau beobachten

Wer eine Hündin zu sich nimmt, der sollte das Tier in jedem Fall gut beobachten und in etwa wissen, wann es wieder zur Läufigkeit kommen kann. Das ist nicht nur wichtig, um unerwünschten Nachwuchs zu verhindern. Weiß man, wann die Läufigkeit stattfindet, kann man rechtzeitig eingreifen, wenn die Hündin scheinträchtig wird.

Je besser der Hundehalter darauf vorbereitet ist, desto besser werden alle Beteiligten, diese manchmal sehr anstrengende Zeit überstehen.

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