Zahnpasta für Hunde: Letzte Rettung bei Mundgeruch

Hund bekommt die Zähne mit Zahnpaste für Hunde geputzt | Foto: IuriiSokolov / bigstock.com

Für uns Menschen ist die tägliche Zahnpflege etwas Selbstverständliches. Zweimal täglich wird mit Bürste und Zahnpaste ausgiebig geputzt, um Zahnbelag loszuwerden und Karies und Zahnfleischentzündungen vorzubeugen. Der Gedanke, dass diese Prozedur auch für unsere Hunde sinnvoll ist, ist für viele Hundehalter allerdings unvorstellbar. Unsere Vierbeiner stammen doch vom Wolf ab und der putzt doch schließlich auch keine Zähne. Und wer putzt denn die Zähne von Tiger, Pferd, Schwein oder Ziege? Ein Umdenken erfolgt meist erst dann, wenn der Hund starken Mundgeruch hat. Doch ist Zahnpaste wirklich das richtige Mittel um den starken Geruch aus dem Maul des Hundes zu beheben?

Hund bekommt die Zähne mit Zahnpaste für Hunde geputzt
Hund bekommt die Zähne mit Zahnpaste für Hunde geputzt | Foto: IuriiSokolov / bigstock.com

Mundgeruch beim Hund kann sehr belastend sein

Es gibt Hunde, die riechen sehr streng. Wenn sie nass werden, ist es oft unerträglich. Ebenso gibt es Hunde, die aus dem Maul riechen. Dieser Geruch kann so unangenehm sein, dass es für den Halter eine regelrechte Belastung wird. Jedes Mal wenn der Hund in der Nähe des Menschen sein Maul aufmacht oder gar hechelt, wird zur Nervenprobe. Besonders angenehm ist die Situation, wenn Hund am Morgen kommt, um Frauchen oder Herrchen aufzuwecken und sie mit seinem umwerfenden Atem anhaucht. Mundgeruch ist kein ungewöhnliches Problem beim Hund. Es kommt häufiger vor, als man denkt. Doch was kann dagegen unternommen werden? Wichtig ist es, den Grund für den starken Geruch zu kennen, dann kann man erfolgreich dagegen ankämpfen.

Zahnprobleme begünstigen Maulgeruch

Ein sehr häufiger Grund für starken Geruch aus dem Maul sind Probleme mit den Zähnen. Wenn der Hund frisst, lagern sich Reste des Futters an und zwischen den Zähnen ab. Im Speichel des Hundes befinden sich Bakterien, die sich mit dem Eiweiß und den Kohlenhydraten aus diesen Essensresten verbindet. Es entsteht Zahnbelag oder Plaque. Durch die Mineralien, die im Speichel des Hundes vorhanden sind, verwandelt sich dieser weiche Zahnbelag in harten und festen Zahnstein. Dieser macht den Zahn rau und es lagern sich immer weitere Schichten auf dem Zahn ab. Es entsteht ein perfekter Nährboden für Bakterien. Zahnstein zieht sich bis zum Zahnfleisch hoch und zeigt sich durch gelbe bis dunkelbraune Verfärbungen.

Eine ausreichende Speichelproduktion hilft gegen Zahnstein

Geringer Speichelfluss im Maul begünstigt Zahnstein. Einige Hunderassen neigen eher zur Bildung von Zahnstein. Dabei handelt es sich um die kurzschnäuzigen Rassen. Durch das extreme Hecheln trocknet der Speichel leichter. Er umgibt den Zahn nicht mehr und es kann sich Zahnstein bilden. Je mehr Speichel der Hund produziert, desto besser wird die Maulhöhle gereinigt und desto besser werden die Zähne gereinigt. Doch nicht nur eine geringe Speichelbildung kann die Zahnsteinbildung fördern. Ebenso wie beim Menschen ist Zucker auch beim Hund für die Zähne problematisch. Leider enthalten viele herkömmliche Futtersorten Zucker oder einen hohen Anteil an Kohlenhydraten. Das kann für Zahnprobleme sorgen.

Zahnstein kann gefährlich werden

Hat der Hund Zahnstein, hat der Hund meist starken Maulgeruch. Kommt dazu auch noch eine Zahnfleischentzündung, wird der Geruch noch heftiger. Der Zahnstein reicht bis zum Zahnfleisch und so beginnt dieses, sich an den Rändern zu entzünden. Man spricht von einer Gingivitis. Rund 85 Prozent aller Hunde leiden im Laufe ihres Lebens mindestens einmal an einer derartigen Entzündung. Zu erkennen ist eine Zahnfleischentzündung an gerötetem und geschwollenem Zahnfleisch, das auch bluten kann. Der Hund hat starke Schmerzen und will zumeist nicht fressen. Wird eine derartige Entzündung nicht rechtzeitig behandelt, kann dies böse Folgen haben. Der Zahnhalte-Apparat entzündet sich – es kommt zu Parodontitis. Zahnfleischschwund, Parodontose und Zahnausfall sind die Folgen. Bakterien wandern über die Blutgefäße zu den inneren Organen und können diese schwer schädigen.

Wildtiere fressen gesund und artgerecht

Hat der Hund also starken Maulgeruch, sollten zu allererst die Zähne kontrolliert werden. Hat das Tier Zahnstein, so muss dieser vom Tierarzt entfernt werden. In diesem Fall wird der Arzt eine komplette Zahnsanierung vornehmen. Ist die Situation noch nicht ganz so schlimm, können Zahnbürste und Zahnpaste gute Dienste leisten. Ideal ist die Anwendung jedoch bereits in jungen Jahren. Schon der Welpe sollte rechtzeitig an die Zahnpflege gewöhnt werden. Nun werden einige Hundehalter entgegensetzen, dass Tiere in der Natur auch keine Zähne putzen. Das ist völlig richtig. Doch dieses Argument kann getrost entkräftet werden. Tiere in der Wildnis fressen Futter, das für sie vorgesehen ist und daher gesund und artgerecht ist. Unsere Hunde bekommen jedoch nicht immer artgerechtes Futter. Knochen und Knorpel fallen meist völlig weg. Genau dadurch reinigt aber ein Wolf seine Zähne auf völlig natürliche Art. Nachdem dies so ist, muss mit der Zahnbürste nachgeholfen werden.

Zahnpasta für Hunde
Zahnpasta für Hunde | Foto: Hannamariah / bigstock.com

Den Hund vorsichtig an das Zähneputzen gewöhnen

Im Handel sind verschiedenste Zahnbürsten und Zahnpasten erhältlich. Welche man für seinen Hund verwenden möchte, ist Geschmackssache. Hilfreich ist es allerdings, wenn der Hund die Zahnpaste auch mag. Zahnpaste für Menschen ist für den Hund jedoch tabu. Diese enthalten Wirkstoffe, die beim Hund zu schweren Verdauungsstörungen führen können. Je früher man beginnt, den Hund an die Zahnpflege zu gewöhnen, desto besser ist es. Zu Beginn kann man den Hund einfach ein wenig an der Paste lecken lassen. Dann kann man vorsichtig beginnen, mit dem Finger die Zähne ein wenig zu massieren. Dabei darf man allerdings immer nur so weit in das Maul des Tieres greifen, wie es das auch zulässt. Mit der Zeit gewöhnt sich der Hund an den Geschmack und die Prozedur und man kann das Zähneputzen mit der Zahnbürste versuchen. Die Zahnbürste sollte dabei der Größe des Hundes angepasst werden. Das Putzen erfolgt genau wie beim Menschen. Man putzt vorsichtig von oben nach unten in kreisenden Bewegungen. Ausspülen muss der Hund natürlich nicht.

Spielzeug sorgt für Zahngesundheit

Gute Erfolge erzielt man meist, wenn man das Zähneputzen mit ein wenig Spiel verbindet. Der Hund akzeptiert es dann meist gerne. Es sollte keinesfalls übertrieben geputzt werden und man darf den Hund nie dazu zwingen. Ein Leckerchen nach dem Putzen kann helfen, dass der Hund es lieben lernt. Dabei sollte man unbedingt auf gesund Leckereien ohne Zucker oder Getreide zurückgreifen. Eine gute Möglichkeit um spielerisch Zähne zu putzen sind spezielle Spielzeuge. Im Handel sind eine ganze Menge derartiger Spielzeuge erhältlich. Sie sind so konzipiert, dass sie während des Spiels, Belag von den Zähnen abreiben. Mit ein wenig Zahnpaste darauf kann dieses Spielzeug beinahe die Zahnbürste ersetzen. Neben diesen Spielzeugen können auch Kauprodukte ein gutes Mittel sein, um die Zähe gesund und sauber zu halten.

Artgerechtes Futter gegen Maulgeruch

Lässt sich der starke Maulgeruch nicht auf Probleme mit den Zähnen zurückführen, kann es sich um eine Erkrankung des Magen-Darm-Trakts handeln. Auch Hunde, die minderwertiges Futter erhalten, bilden zumeist starken Mundgeruch aus. In diesen Fällen hilft Zahnpaste nicht weiter. Hier ist es wichtig, den Tierarzt zu konsultieren, um eventuelle Erkrankungen von Magen oder Darm auszuschließen. Häufig hilft bei starkem Mundgeruch die Umstellung auf hochwertiges getreidefreies Hundefutter (Unsere Empfehlung: Anifit Nassfutter). Optimal ist BARF, denn hier sind fleischige Knochen und andere hochwertige Zutaten Bestandteile des Futters. Das sorgt nicht nur für einen gesunden Hund, sondern auch für gesunde Zähne ohne Mundgeruch.

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