Der Kaninchendackel

Der Kaninchendackel
Der Kaninchendackel - Unser Rassenporträt | Foto: Lilun_Li / Depositphotos.com

Der Kaninchendackel ist eine Unterart des Dackels. Will man diese Rasse beschreiben, so kann man sich interessanterweise an den „allgemeine“ Beschreibungen des Dackels halten. So gemein es klingt: Kennst Du einen Dackel, kennst Du alle Dackel. Sie sind (beinahe) aus dem gleichen Holz geschnitzt. Deshalb sollte man sich bei entsprechendem Interesse auf jeden Fall gut zu informieren, denn sie sind irgendwie nicht wie andere Hund.

Charakter des Kaninchendackels

Den Charakter eines Kaninchendackels kann nur derjenige wirklich verstehen, der sich mit dem Ursprung des Tieres befasst hat. Denn auch wenn sich der Kaninchendackel heute nicht mehr überwiegend seinen ursprünglichen Aufgaben widmet, steckt doch das gesamte Potenzial noch in ihm. So ist er mutig, nahezu unerschrocken, kämpferisch, selbstbewusst, eigenständig und eigensinnig sowie entscheidungsfreudig.

Kein Wunder, da er ehemals in engen Kaninchen- und Dachgängen unterwegs gewesen ist, um die Bewohner hervorzuscheuchen, war er eben auf genau diese Eigenschaften angewiesen, um zu überleben und gewiefter zu sein als die Erdbewohner. Die Eigenschaften sind so dermaßen in ihm verankert, dass er sie nicht ablegen kann. Damit wird sich jeder Besitzer eines Dackels abfinden müssen.

Doch ist er zu seinen Menschen auch äußerst loyal, sehr eng mit ihnen verbunden. Wem sich der Dackel anschließt, den wird er niemals wieder loslassen. Komme, was wolle. Und doch ist die Bindungswilligkeit nicht so stark ausgeprägt wie bei anderen Hunderassen. Das bedeutet, dass er „seinen Menschen“ zwar als Besitzer und Partner auf der Jagd akzeptiert, aber trotzdem nicht als direkten Partner für Alltag ansieht.

Es ist ein wenig kompliziert mit der Bindung und dem Dackel. Wer einen intensive Hund-Mensch-Beziehung mit dem Dackel führen möchte, wird feststellen, dass dies nicht möglich ist ohne eine konsequente Erziehung mit liebevoller Konsequenz. Es ist stets darauf zu achten, dass es nur einen geben kann, der das Sagen hat. Und das sollte nicht der Hund sein.

Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass der Dackel extrem verspielt sein kann. Und Unfug hat er oftmals auch im Kopf, besonders wenn ihn die Langeweile plagt.

Der geschichtliche Hintergrund des Kaninchendackels

Der Dackel wurde erstmals im Jahr 1560 schriftlich erwähnt. Allerdings kann man davon ausgehen, dass er auch in den Jahrzehnten / Jahrhunderten davon bereits im Einsatz war – wenn nicht er, dann zumindest sein Vorfahren, aus denen er hervorgegangen ist. Im Jahr 1840, als der erste Zuchtalmanach geschrieben wurde, gab es bereits 54 unterschiedliche Dackelarten. Kein Wunder also, dass wir auch heute noch diverse Dackelarten und Unterarten verzeichnen können (s.a. Der Zwergdackel und Der Langhaardackel).

In früheren Zeiten galt der Dackel ausschließlich als Jagdhund, vielerorts auch als Wachhund. Natürlich war er kein Wachhund im klassischen Sinne. Doch konnte er jeden Ankömmling lautstark anmelden, so wie er auch für die Jagd gelernt hatte. Eine Fähigkeit, die sich sehr zum Leidwesen manchen Nachbarn bis heute gehalten hat. Aufgrund seiner Größe hat man den Dackel unterirdisch, also in den Gängen und Bauten der zu jagenden Tiere zum Einsatz gebracht. Dies wird heute auch noch so gehalten.

In den 1960 / 1970 Jahren hat sich der Dackel vom reinen Jagdhund zum Begleit- und Familienhund etabliert. Sicherlich wird er von Jägern immer noch sehr geschätzt. Aber auch die anderen Aufgaben bewältigt er heute mit Bravour. Ein Anfängerhund ist er allerdings nie gewesen. Denn seine Sturheit / Eigensinnigkeit macht es notwendig, diesem Hund mit Hundeverstand zu begegnen.

Die Farben des Kaninchendackels

Der Kaninchendackel ist in unterschiedlichen Farben vorhanden: schwarz, braun, schwarz-braun. Dies sind die gängigen Farben. Doch können auch andere Farben oder Farbschattierungen zum Tragen kommen. Diesbezüglich sollte man als Interessent absolut offenbleiben und sich vom Wesen des Tieres einfangen lassen.

Das Fell ist kurz. Davon ausgehend, dass er auch als Jagdhund eingesetzt werden könnte, ist dies auch besser so. Kurzes Fell ist pflegeleicht. Ob im Winter ein Hundemantel benötigt wird, sollte man vom Individuum und der tatsächlichen Witterung abhängig machen. Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass Hunde, die dem Boden näher sind, auch mehr Kälte und Nässe abbekommen.

Welche Ansprüche stellt der Kaninchendackel?

Der Dackel benötigt eine starke Hand, Konsequenz, Erfahrung und zugleich Hartnäckigkeit. Denn die Eigenständigkeit und Eigensinnigkeit des Hundes macht es dem Besitzer nicht leicht, das Tier genau so zu erziehen, wie es sich für einen gut ausgebildeten Hund gehört. Dem Besitzer werden diesbezüglich ebenso Disziplin, Ausdauer und Beharrlichkeit abgefordert wie dem Hund. Letzten Endes aber muss die Ausdauer und die Beharrlichkeit des Besitzers überwiegen.

Der Dackel benötigt, wenn er nicht auf die Jagd geht, eine Möglichkeit zum Buddeln! Ja, Sie haben richtig gehört. Einen Dackel zu besitzen, bedeutet, sich mit dem Begriff „Erdferkel“ neu auseinandersetzen zu müssen. Warum? Nun, aufgrund des Hintergrundes, dass er für die Jagd unter der Erde im Einsatz geht, ist er es gewohnt, sich die Wege, die er zu nutzen pflegt, zu vergrößern, wenn es Not tut. Diese Buddelleidenschaft gehört einfach zu ihm dazu. Kann er ihr nicht nachgehen, könnte es Stress mit dem Nachbarn geben, wenn der Dackel sich erneut zu ihm durchgebuddelt hat.

Auch wird nicht jeder Gartenbesitzer es lustig finden, wenn das frisch angesäte Beet erneut und immer wieder umgepflügt wurde. Nein, er ist diesbezüglich nicht boshaft. Er geht nur seiner liebsten Leidenschaft nach. Geben Sie ihm einfach ein „eigenes Beet“, das er nach Belieben bearbeiten kann. Dann ist alles in Ordnung.

Der Dackel benötigt einen Menschen, der sich über alle Marotten des Hundes im Klaren ist und diese akzeptieren kann. Gegenseitiger Respekt ist wichtig. Für den Menschen ist es wichtig, dass er auch Geduld aufbringen kann, wenn der Eigensinn des Tieres wieder einmal voll durchschlägt.

Ansonsten genügt es, viel Zeit mit dem Hund im Freien zu verbringen und ihn, wenn möglich, überall mit hin zu nehmen. Denn eines ist dieser Hund auf jeden Fall – neugierig. Und deshalb möchte er viel von der Welt sehen. Aufgrund seiner Größe sollten Menschenansammlungen selbstverständlich gemieden werden. Das wäre nicht fair.

Der Kaninchendackel und seine Gesundheit

Während die grundsätzliche Gesundheit des Dackels eigentlich recht passabel ist, gibt es eine Prädisposition, der sie, wie auch die anderen Vertreter der Dackelrasse, nicht entgehen können: Der Dackellähme. Ja, dies ist ein anderer Name für „Bandscheibenvorfall“. Hierbei handelt es sich um eine rassebedingte Schwächung des Bandscheibenknorpels. Schon bei relativ geringer Belastung kann dieser reißen. Wenn irgend möglich, sollte dem Dackel das Treppensteigen erspart bleiben. Die Dackellähme wird in verschiedene Schwierigkeitsgrade unterteilt (1-5).

Achtung Übergewicht! Ist der Hund nicht körperlich ausgelastet, so neigt der Dackel zu Übergewicht. Dies wiederum verstärkt das Problem der Bandscheibe.

Vor- und Nachteile des Kaninchendackels

Was dem einen als Vorteil erscheint, ist für den anderen ein Nachteil. Jeder Jäger, der mit einem Dackel arbeitet, wird auf seinen Mut, seine Eigenständigkeit, seine Ausdauer und seine souveräne Zusammenarbeit mit dem Menschen bauen und nicht enttäuscht werden. Wird der Dackel jedoch als Begleithund gehalten, können genau diese Eigenschaften manchmal zu Missverständnissen zwischen Hund und Herrchen führen.

Wie üblich aber liegt es an der Ausbildung und der Sozialisierung, ob ein Hund auch ohne die Jagd zu einem idealen Partner werden kann. Liebevolle Konsequenz ist das Stichwort für die Ausbildung und die Haltung. Denn wir dürfen eines nicht vergessen: So selbstständig der Hund sich auch zeigt, so kuschelig und schmusebedürftig, so spielfreudig ist er auf der anderen Seite.

Einen großen Nachteil aber werden alle Dackelbesitzer verzeichnen mögen: Die Problematik, Treppen zu steigen! Aufgrund der gesundheitlichen Disposition sollten Dackel niemals mehr als einige, niedrige Stufen steigen müssen. Ein ebenerdiges Zuhause wäre am besten, um den Rücken zu schonen und somit eventuelle Rückenprobleme so weit wie möglich in die Zukunft zu schieben.

Der perfekte Mensch für einen Kaninchendackel

Der perfekte Halter eines Kaninchendackels zeichnet sich durch sein gutes, weiches, aber konsequentes Händchen für diese Hunderasse aus. Man muss sich vollkommen auf das kleine Energiebündel einlassen, ihm liebevoll und nachdrückliche Ansagen geben, damit er genau weiß, woran er bei einem ist. Sicherlich ist es nicht immer einfach mit diesem kleinen „Erdferkel“.

Aber genau das ist es, was viele Menschen am Dackel so fasziniert: Er ist ein Hund, der sich seiner zwei Seiten der Medaille sehr wohl bewusst ist und sie genau dann einsetzt, wenn er es für nötig hält. Denn wenn wir ehrlich sind, hat er es trotz der ganzen Engstirnigkeit trotzdem voll drauf, „seinen Menschen“ mit Leichtigkeit um den Finger zu wickeln. Darin ist er ein wahrer Meister!

Die Welpen des Kaninchendackels kaufen

Sowohl im VDH als auch im Deutschen Dackel- und Teckelklub lassen sich viele Züchter finden. Auch wenn es recht schwierig erscheint, den richtigen unter ihnen zu finden, werden Sie sehen, dass die Suche nach einem Welpen bei einem seriösen Züchter ein einzigartiges Erlebnis ist. Sie werden viele Informationen über diese Hunderasse, ihre Entstehung, die unterschiedlichen Zuchtlinie und natürlich auch über die Aufzucht der Welpen erhalten.

Achten Sie darauf, dass die Chemie zwischen dem Züchter und Ihnen stimmig ist. Denn Sie möchten eines seiner Tiere erwerben und, so kitschig es klingen mag, gehen dadurch eine langfristige Beziehung mit ihm ein. Kein Züchter übergibt einen Hund, wenn er nicht sicher sein kann, dass er auch ab und an mal wieder von seinen Besitzern hören wird.

Erste Ausstattung für den Kaninchendackel

  • Hundehalsband
  • Hundegeschirr
  • Hundeleine, zusätzlich eventuelle eine Schleppleine
  • Wasser- und Futternapf, möglichst leicht zu reinigen
  • Hundebett / Decke für den Liegeplatz
  • Langhaarbürste
  • Unterwolle-Bürste
  • Kamm / Läusekamm
  • eventuell Schermaschine (Diese sollte aber nur zum Einsatz kommen, wenn man sie auch wirklich beherrscht.)
  • Hundefutter
  • eventuell Spielzeug
  • eventuell Leckerlis

Hundefutter für den Kaninchendackel

Nein, der Dackel ist kein Kostverächter. Leider hat er Problem mit Futtermittelunverträglichkeiten. Diese würden sich in Hautreaktionen sowie Problemen mit dem Verdauungstrakt (Durchfälle, Blähungen und Übelkeit / Erbrechen)

Viele Dackel neigen zu Schilddrüsenerkrankungen unterschiedlicher Art. Diese können unter anderem Übergewicht, Nervosität, Haarausfall, Unfruchtbarkeit und Herzprobleme nach sich ziehen. Gerade für Dackel, die körperlich nicht vollständig ausgelastet sind, sollte ein jährlicher Check-Up beim Tierarzt eine Selbstverständlichkeit darstellen.

Ist der Kaninchendackel ein Familienhund?

Der Dackel ist ein fantastischer Familienhund, da er sich gerne an den Menschen bindet. Richtig – diese Bindung mag nicht so stark ausgeprägt sein wie bei anderen Hunderassen und doch wird der Dackel alles tun, um seinem Menschen zu gefallen. Allerdings ist es unbedingt notwendig, seinem Bewegungsdrang nachzukommen. Da er eigentlich ein Jagdhund ist, ist er ausdauernd und kann lange Spaziergänge und Wanderungen mit seinem Besitzer absolvieren.

Zudem ist er trotz all der Eigensinnigkeit, seiner Selbstständigkeit und seinem guten Spürsinn ein Hund, der ganz viele Streicheleinheiten und Schmusestunden vertragen kann und sie auch gerne einfordert. Er spielt zudem für sein Leben gern, sodass er mit den Kindern zu einem tollen Team zusammenwachsen kann.

Kann der Kaninchendackel in einer (Stadt-)wohnung gehalten werden?

Eigentlich ist es kein Problem für den Kaninchendackel in einer Wohnung zu leben, da er ja ein kleiner Hund ist. Jedoch sollte darüber nachgedacht werden, dass er stets ausreichend Auslauf benötigt. Damit kann es in der Stadt manchmal ein wenig schwierig werden. Zudem sollte man auf eine ebenerdige Wohnung achten. Jede Stufe, die er zu viel gehen muss, kann im Laufe seines Lebens zu der gefürchteten Dackellähme führen.

Der Dackel benötigt den Auslauf zum einen als körperlichen Ausgleich, zum anderen um einem eventuellen Übergewicht entgegenzuwirken.

Man könnte also sagen: Wohnung ja, Stadt lieber nein.

Fazit

Der Dackel ist einer der beliebtesten Hunde Deutschlands. Dabei ist es unerheblich, ob er seine Aufgabe als Jagdhund oder Familienhund einnimmt. Er ist ein kleines, liebenswertes Energiebündel, das einen gewissen Charme besitzt und trotzdem das Durchsetzungsvermögen eines großen Hundes auszeigen kann. An dem Dackel kann man erkennen, was mit dem Spruch „klein, aber oho“ gemeint ist.

FAQ

🐶 Ist der Dackel immer noch als Jagdhund im Einsatz?

Auch heute noch wird der Dackel gerne von Jägern für die Kaninchen-, Fuchs- und Dachsjagd eingesetzt.

🐶 Kann sich der Kaninchendackel auch in eine Familie mit kleinen Kindern einfügen?

Ja, der Dackel ist verspielt, verschmust und liebt es von den Kindern den Tag zu verbringen. Um dies zu erreichen ist es notwendig, den Dackel gut zu sozialisieren und ihm eine sehr gute Grundausbildung zu geben.

🐶 Ist der Dackel leicht zu erziehen?

Um einen Dackel gut erziehen zu können, ist es notwendig, stärkere Nerven zu besitzen als der Dackel selber. Aufgrund seiner Eigensinnigkeit, seiner Eigenständigkeit ist es für den Dackel oftmals schwierig, die Anforderungen des Besitzers auf Anhieb zu erfüllen. Er ist definitiv kein Hund für Anfänger.

🐶 Benötigt der Dackel viel Auslauf / viel Bewegung?

Ja, der Dackel ist ein Jagdhund und damit gewöhnt, sich viel zu bewegen. Dies ist auch als Familienhund eine Notwendigkeit. Anderenfalls neigt er zu Übergewicht.

🐶 Wie viel kostet ein Kaninchendackel?

Klein, aber oho: Für einen Kaninchendackel aus seriöser Zucht sind mindestens EURO 1.000 notwendig. Je nach Zuchtlinie kann der Preis aber auch wesentlich höher liegen.

🐶 Woher kommt der Kaninchendackel?

Der Kaninchendackel gehört zu den deutschen Hunderassen.

🐶 Wie alt wird der Kaninchendackel?

Die Lebenserwartung des Dackels liegt bei durchschnittlich 12 bis 15 Jahren.

🐶 Wie groß und schwer wird der Kaninchendackel?

Der Dackel wiegt zwischen 5 und 9 Kilogramm. Dabei weist er eine Widerristhöhe von 17 – 27cm auf.

🐶 Wie viele Welpen bekommt der Kaninchendackel?

Der durchschnittliche Wurf bringt zwischen 3 und 6 Welpen hervor.

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