Der Rottweiler

Rottweiler Welpe mit Mutter auf dem Rasen
Rottweiler Welpe mit Mutter auf dem Rasen | Foto: Ben S / bigstock.com

Groß, kräftig, mit dunklem Fell und massivem Schädel – so kennt man den Rottweiler. Er zählt zu den ältesten Hunderassen und hat eine entsprechend lange Geschichte (vor allem als Gebrauchshund), in der der Mensch und seine Beziehung zu ihm eine große Rolle spielt. Der einstige Metzgerhund, wie er bis heute bisweilen heißt, zählt jedoch mittlerweile zu den sehr umstrittenen Hunderassen.

Rottweiler sind leider immer wieder in den Schlagzeilen zu finden. Die Rede ist von „Höllenhunden“ und „Kampfhunden“. Sie seinen unberechenbar und aggressiv.

Menschen, die den Rottweiler kennen und schätzen, können diese Aussagen problemlos entkräften. Ein Rottweiler, der in den richtigen Händen ist und artgerecht gehalten wird, ist ein treuer und liebevoller Familienhund.
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Diesen Hund liebten schon die Römer

Der Rottweiler hat seinen Ursprung bereits in der Römerzeit. Er war damals für den Schutz der Menschen und für das Treiben von Vieh zuständig. Gelebt haben diese Tiere in der Region um Rottweil, wo sie sich mit anderen Rassen vermischten. Mit der Zeit begannen die Menschen die entstandene Rasse nach Intelligenz, Ausdauer und Treibeigenschaften gezüchtet.

Die Hunde sollten nun Vieh treiben und Menschen und deren Eigentum schützen und verteidigen. Die durch diese Zucht entstandene Hunderasse erhielt ihren Namen von der Region, der sie entstammt – der Rottweiler Metzgerhund.

Metzgerhund deshalb, weil der Rottweiler durch seine Eigenschaften zum Viehtreiber und Beschützer häufig bei Metzgern zu finden war. Der Hund war hier wichtiger Beschützer von Herr und Vieh.

Der Rottweiler war vom Aussterben bedroht

Im 19. Jahrhundert übernahm zunehmend die Eisenbahn die Aufgabe, Vieh von einem Ort zum anderen zu transportieren. Viehtriebe waren nicht mehr notwendig und wurden 1900 sogar verboten. Der Rottweiler verlor seine Hauptaufgabe und der Bestand der Hunde nahm soweit ab, dass er kurzzeitig sogar vom Aussterben bedroht war.

Doch die Rasse hatte bereits ihre Fans gefunden und diese gründeten den ersten Klub für Rottweilerfreunde. Im Jahr 1904 legte eben dieser Klub dann auch den Rassestandard fest. Durch seine Eignung zum effizienten Wachhund, der sowohl Mensch als auch Besitz schützen kann, wurde er als Polizeihund getestet.

Seit 1910 ist der Rottweiler anerkannter Polizei- und Militärhund. Leider hat der intelligente und selbstbewusste Hund bis heute zum Teil sein Metzgerhund-Image behalten, was immer wieder Probleme aufwirft.

Ausgewachsener Rottweiler
Ausgewachsener Rottweiler | Foto: hiperdino / bigstock.com

Groß, kräftig und manchmal sogar bedrohlich

Der Rottweiler ist mit den Molossern verwandt und daher ein regelrechtes Kraftpaket:

  • Mit einem Gewicht von mehr als 50 bei Rüden und 42 Kilogramm bei Weibchen zählt er zu den großen Hunden.
  • Er soll dem Rassestandard entsprechend nicht windig, plump oder hochläufig aussehen.
  • Die Widerristhöhe sollte bei Rüden bei 68 Zentimetern, bei Hündinnen bei 63 Zentimetern liegen.
  • Die kräftige und gedrungene Gestalt soll im richtigen Verhältnis stehen.
  • Der stämmige Hund ist muskulös mit einem sehr kraftvollen Gebiss.
  • Das Fell ist schwarz und kurz mit Unterwolle.
  • An Lefzen, Fang, Augenbrauen, unter der Schwanzwurzel, an Brust und Beinen hat er klar abgegrenzte rotbraune Abzeichen.
  • Durch das dunkle Fell und die massige Erscheinung kann der Rottweiler rasch bedrohlich wirken.

Treu und selbstbewusst

Während der langen Zeit, die der Rottweiler bereits an der Seite des Menschen weilt, hat sich sein Charakter an genau dieses Zusammenleben angepasst. Wer sich für einen Rottweiler entscheidet, wird einen treuen Begleiter an seiner Seite haben. Voraussetzung dafür ist allerdings eine positive Bindung zu seiner Familie – also seinem Rudel.

Dieser Hund ist selbstbewusst und aufmerksam. Mitunter kann er sogar draufgängerisch sein. Gepaart mit seinem Mut und seiner Bereitschaft seine Lieben zu verteidigen kann der Rottweiler ein idealer Wachhund sein. Allerdings funktioniert das nur solange diese Eigenschaften nicht in Dominanzgehabe umschlägt.

Der Rottweiler benötigt daher eine konsequente Erziehung und eine Familie, die ihm seine Stellung klar vorlebt.

Dieser Hund will gefordert werden

Mit dem Rottweiler hat man einen Hund, der gehorsam, führig und arbeitsfreudig ist. Er benötigt daher unbedingt ausreichend Beschäftigung. Bei diesem Hund reicht es nicht aus, ihn einfach nur Gassi zu führen. Er muss auch geistig optimal ausgelastet sein. Dieser Hund möchte gefordert sein.

Kümmert man sich innerhalb der Familie zu wenig um ihn, kann das zu Wesensveränderungen führen. Ebenso negativ kann sich eine nachlässige Erziehung auf diesen Hund auswirken. Er benötigt konsequente Menschen und konzentriert sich innerhalb der Familie meist auf eine spezielle Bezugsperson.

Kann er jedoch keine feste Bindung zu seinem Rudelführer aufbauen, können Aggressionen die Folge sein.

Respekt ist wichtig für das Zusammenleben

Der Rottweiler ist grundsätzlich kinderlieb. Es muss jedoch stets darauf geachtet werden, dass diese Gutmütigkeit den Kleinen gegenüber von diesen nicht ausgenützt wird. Ebenso sollte der Hund unbedingt davon abgehalten werden, Kinder zu schubsen, denn daran kann er sich schon mal gewöhnen. Wichtig ist also ein respektvoller Umgang zwischen Kind und Hund.

Nie jedoch sollten Hund und Kind alleine gelassen werden. Dies ist aber bei allen Hunden zu beachten.

Der Rottweiler will bei seiner Familie leben

Ein Zwinger ist für den Rottweiler keine gute Idee. Er möchte mit seiner Familie leben und benötigt den Kontakt zu seinem Menschen. Das Erlebnis im Zwinger würde ihn verändern und könnte zu Aggressionen führen.

Durch sein Selbstbewusstsein, seine Unerschrockenheit und Stärke gepaart mit seinem Aussehen kann der Rottweiler schon mal Menschen erschrecken. Leider hat diese Rasse mit einer Menge Vorurteile zu kämpfen.

Im Umgang mit Fremden ist er jedoch entspannt und geht gerne auf Abstand. Seine Reizschwelle ist hoch, dennoch kann er Fremde auch mal als „Eindringling“ oder „Feind“ ansehen. In diesem Fall zeigt er klar Grenzen auf.

Rottweiler Welpe mit Mutter auf dem Rasen
Rottweiler Welpe mit Mutter auf dem Rasen | Foto: Ben S / bigstock.com

Krankheiten des Rottweilers

Wie bei vielen anderen Rassehunden hat auch der Rottweiler eine Prädisposition für verschiedene Erkrankungen.

Herzvenenverengung

Dabei ist die Funktion der Venen um das Herz vermindert. Dadurch kann das Blut nicht mehr richtig zurückfließen. Der Hund ermüdet rasch, leidet unter Herzrhythmusstörungen und Atemnot. Es handelt sich um eine Erbkrankheit.

Degenerative Rückenmarkentzündung

Durch eine unglückliche Bewegung des Hundes kann es beim Rottweiler rasch zu einer Verletzung der Wirbelsäule kommen. Flüssigkeit sammelt sich in den Blutgefäßen an und sorgt für eine Verstopfung. Es kommt zu einer Entzündung.

HD oder Hüftgelenkdysplasie

HD ist eine erblich bedingte Erkrankung, die vor allem bei großen und kräftigen Hunden vorkommt. Durch Belastung oder starke Beanspruchung kann die Krankheit verstärkt werden. Ist der Hund erwachsen, kann HD anhand einer Röntgenaufnahme erkannt werden. Es existiert auch ein spezieller Test, den der Tierarzt durchführt.

Ellbogengelenkdysplasie

Diese Erkrankung betrifft die untere Hälfte der Vorderbeine. Sie entwickeln sich in diesem Fall nicht richtig. Hunde können im Laufe ihres Lebens daran erkranken. Sie richten die Pfoten dann nach außen und belasten sie weniger.

Grund für die Erkrankung ist eine falsche Beanspruchung der Ellbogen. Das kann etwa durch zu häufiges Treppensteigen aber auch zu lange Spaziergänge passieren.

Osteochondrose

Bei der Osteochondrose funktioniert die Knorpelablösung im Gelenk nicht richtig. Gründe können ein Erbfehler, Durchblutungsstörungen oder Überanstrengung sein. Bei dieser Erkrankung läuft der Hund unsicher.

Kreuzbandriss

Rottweiler sind anfällig für Kreuzbandrisse. Ein Kreuzbandriss oder eine Überdehnung führt zu sehr großen Schmerzen und der Hund lahmt stark.

Rottweiler Welpen in einem Körbchen
Rottweiler Welpen in einem Körbchen | Foto: GingerMary / bigstock.com

Für wen ist der Rottweiler geeignet?

Der Rottweiler ist ein Hund für Menschen, die konsequent und selbstsicher sind. Der Halter eines solchen Hundes sollte keine Schwäche, keine Nervosität oder Unsicherheit zeigen. Der Rottweiler benötigt klare Grenzen und Respekt.

Er ist ein optimaler Hund für all jene, die viel mit ihrem Vierbeiner unternehmen möchten, denn er liebt das Zusammensein mit seiner Familie. Menschen, die einen solchen Hund bei sich aufnehmen möchten, sollten sich aber auch dessen bewusst sein, dass Rottweiler auf den Rasselisten zu finden sind. Er darf daher nicht überall einreisen und auch die Haltung kann unter Umständen in manchen Regionen problematisch werden.

Darüber hinaus sorgen das Aussehen und die Stärke dieses Hundes immer wieder für eine Menge Vorurteile. Wer damit gut umgehen kann, wird mit einem Rottweiler einen guten Freund bekommen.

Warum hat der Rottweiler oft ein schlechtes Image?

Der Rottweiler wurde zu einem arbeitsfreudigen Hund gezüchtet, der anhänglich und nervenfest ist. Aufgrund seiner typischen Wesensart kann er auch als Familienhund gehalten werden. Das geht aber nur, wenn der Halter erfahren und verantwortungsvoll ist und dafür sorgt, dass der Rottweiler bereits als Welpe konsequent erzogen wird und seinen angestammten Platz in der Familie bekommt. Wird ein Rottweiler konsequent und erfahren erzogen und lernt er von Anfang an, dass er sich auf seine „Familie“ verlassen kann, ist er ebenfalls ein treuer und verlässlicher Begleiter. Aufgrund seiner Größe, seiner Kraft und Statur, jagt er vielen Menschen Angst ein. Bemerken Passanten dann noch, dass der Halter von einem Rottweiler diesen nicht „im Griff“ hat, ist die Angst auch begründet. Nicht selten wissen unbedarfte Hundehalter gar nicht, welche Verantwortung sie tragen, wenn sie sich zwar einen Hund kaufen, diesen aber nicht richtig erziehen und auch nicht artgerecht halten. Ein Rottweiler ist ein starker Hund, der regelrecht zum Arbeitstier gezüchtet wurde. Aus diesem Grund muss er auch körperlich und geistig gefordert werden, damit sich selber wohlfühlen kann. Rottweiler, die glücklich in einer Familie leben, konsequent erzogen wurden und sich auch körperlich täglich auspowern können, sind sanft, treu und vollkommen entspannt. Eines ist aber sicher, der Rottweiler besitzt einen sehr ausgeprägten Schutzinstinkt und im besten Fall einen kräftigen und gut trainierten Körper. Menschen, die sich der „Familie“ von einem Rottweiler mit nicht guten Absichten nähern, müssen daher damit rechnen, dass dieser seine „Familie“ mit allen Kräften verteidigt, die er aufbringen kann, sobald er von dieser dazu aufgefordert wird.

Rottweiler sind verlässliche Partner

Wer sich einen Rottweiler als verlässlichen Partner anschaffen möchte, sollte wissen, dass das Wesen von dem Hund nicht nur von einer konsequenten und erfahrenen Erziehung geprägt wird, sondern auch von der Zucht. Es ist daher von entscheidender Wichtigkeit, dass ein reinrassiger Rottweiler bei einem verantwortungsbewussten und erfahrenen Züchter gekauft wird, der das Tier seit seiner Geburt kennt und nicht nur seine Gesundheit getestet hat, sondern auch sein Wesen. Ein Rottweiler kann nur dann ausgeglichen, treu und verlässlich sein, wenn die Eigenschaften, die von der Zucht aus erwünscht sind, auch tatsächlich vorhanden sind. Das geht aber nur, wenn der Hund ausgeglichen und selbstsicher erzogen werden. Die Führungsperson, die einen Rottweiler führt, muss von dem Hund verlangen können (mithilfe einer konsequenten Erziehung), dass dieser sich dem Willen der Führungsperson unterwirft und diesem Gehorsam ist. Werden diese Voraussetzungen von Hund und Halter gleichermaßen erfüllt und zeichnet sich der Hund zudem noch mit Nervenstärke und einer psychischen Belastbarkeit aus, steht einer dauerhaften, verlässlichen Partnerschaft zwischen diesen nichts mehr im Weg.

Der Rottweiler ist kein Anfängerhund

Da Rottweiler von ihrem Wesen her eine starke Hand brauchen, sind sie für Menschen, die noch nie einen Hund gehalten haben, eher ungeeignet. Sie sollten zudem nicht in einer kleinen Wohnung, die mitten in der Stadt liegt und keinerlei Möglichkeiten zu einem regelmäßigen Auslauf in direkter Nähe bietet. Wird das Wesen des Hundes bereits beim Kauf analysiert und beachtet, dann kann der neue Halter sich auf eine treue Hundefreundschaft freuen, die zwischen 8 bis 10 Jahren halten kann.

Letzte Aktualisierung am 22.07.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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