Der Samojede

Der Samojede
Der Samojede | Foto: trybex / Depositphotos.com

Der Samojede, auch Samojede-Spitz, gehört in die Klasse der Schlittenhunde. Er ist regelrecht dafür geschaffen, sich in kalten Regionen aufzuhalten. Menschen gegenüber sind sie freundlich, nehmen ihre Aufgaben, die sie vom Halter erhalten, sehr ernst und sind, wenn sie nicht gerade Tiere hüten, auch wunderbare Aufpasser für Menschenkinder. Durch Funde in Sibirien, die über 9.000 Jahre alt sind, kann eindeutig belegt werden, dass er zu den ältesten, gezähmten Hunde des Menschen gehört.

Sie sind nicht nur sehr schön und tragen eine ungeheure Kondition vor sich her. Doch Vorsicht, denn dieser Kondition muss nachgekommen werden. Dessen sollte man sich immer bewusst sein. Ein zufriedener Samojede hat am Tag mindestens 20 Kilometer hinter sich gebracht. Ob der Besitzer dabei joggt Fahrrad fährt, mit dem Pferd mitläuft oder oder oder, ist nicht relevant, solange sich das Tier täglich auspowern kann, hat man einen treuen, zufriedenen Hund an seiner Seite. Was will man mehr?

Der Charakter des Samojeden

Der Samojede ist nicht nur der Urtypus aller Schlittenhunde. Der Samojede hat durch das enge Zusammenleben mit den Menschen viele gute Charakteeigenschaften entwickeln können. So ist er munter, lebhaft, gutmütig, freundlich, aufgeschlossen und gleichzeitig gemütlich. Bereits an dieser Stelle sollte man ganz klar aufzeigen, dass der Samojede kein „Ein-Mann-Hund“ ist. Je größer „seine“ Familie ist, desto schöner ist diese Situation für den Hund.

Wie sich das Tier zeigt, hängt allerdings nicht nur von der Größe „seiner“ Familie ab. Auch ist es wichtig, wie er gehalten wird und welchen „Beschäftigungen“ er nachgehen kann. Für gewöhnlich kennt er weder Scheu noch Aggressionen seiner Herde gegenüber. Sollte diese jedoch in Gefahr geraten, so wird er „seine“ Menschen ohne zu zögern verteidigen. Wenn es sein muss bis zum letzten!

Je nach Abstammung kann ein Samojede auch einen ausgeprägten Jagdtrieb aufweisen. Denn dies war ja auch seine ursprüngliche Aufgaben, zumindest eine davon. Aus diesem Grunde ist es wichtig, das Tier von klein auf an gut und konsequent zu erziehen. Steht die Erziehung auf einer guten Basis, braucht man sich vor keiner einzigen Alltagssituation mehr fürchten.

Geschichte / Ursprung

Der Samojede wird als Urtyp aller Schlittenhunde bezeichnet. Damit zählt er zu den ältesten Hunderassen der Welt. Mittlerweise sind es Jahrtausende, die der Samojede die Menschen Sibiriens bereits begleitet. So ist es nicht verwunderlich, dass der Begriff „Samojede“ auch für die Nomaden verwendet wird, die sich ebenfalls seit langer Zeit zwischen von Sibirien bis zum Polarmeer bewegen. Dem Hund wurden somit verschiedene Aufgaben zu Teil: Schlittenziehen, ziehen der Boote über Land, das Hüten der Rentierherde und natürlich auch für den Schutz und dem Bewachen der Menschen, mit denen sie unterwegs sind. So ganz nebenbei verfügt der Samojede über eine Art „eingebautes Navigationssystem“, das gerade in der Schneewüste, Steppe und natürlich auch bei plötzlichen Wetterumschwüngen oder Schneestürmen Gold wert ist. Denn man kann sich hundertprozentig  auf ihn verlassen. Denn auch die Felsspalten und Löcher werden garantiert umfahren.

In den früheren Zeiten haben die Nomaden viel dafür tun müssen, um sich auch nachts warm zu halten. Damit noch mehr Wärme ins Zelt gelangte, durften auch die Hunde bei den Menschen schlafen. Dies verstärkte die Innigkeit ihrer Beziehung noch weiter.

Die Farben des Samojeden

Ursprünglich konnten Samojede mit weißem, braunem oder schwarzem Fell vorgefunden werden. Doch hat sich durch die intensive Züchtung das weiße Fell als Rassestandard durchgesetzt, sodass die anderen Farben nicht mehr vorkommen.

Alleinig cremfarbenes Fell oder weiß-beige gemischte Felle werden noch akzeptiert.

Der Samojede und seine Gesundheit

Grundsätzlich spricht man bei den Samojede von Tieren mit einer extrem guten Gesundheit. Diese ist durch die Herkunft bedingt. Schließlich konnten nur die gesündesten und stärksten Tiere die strengen Winter ihrer ursprünglichen Heimat überstehen. Allerdings werden die heutigen Samojede mit verschiedenen Erbkrankheiten in Verbindung gebracht:

  • Hüftgelenksdysplasie (HD)
  • Taubheit
  • Diabeties mellitus
  • Progressive Retinaatrophie (PRA)
  • Pulmonalstenose (Kurzatmigkeit / Herzrhythmusstörungen)
  • Erbliche Nierenentzündung
  • Zwergwuchs (in Verbindung mit Fehlbildung der Augen)

Es sollte angemerkt werden, dass dies nur Optionen sind, die eher selten zum Ausbruch kommen. Denn es empfiehlt sich, dem durch regelmäßige Besuche beim Tierarzt soweit wie möglich entgegen zu wirken.

Vor- und Nachteile

Der Samojede ist der ideale Familienhund.  Er liebt es, in seine „Herde“ integriert zu werden und mit der Familie zusammen im Haus zu leben. Ihn in einen Zwinger ins Freie abzuschieben, würde ihm nicht gut tun. Es würde ihn brechen.

Dieser Hund sorgt für viel Bewegung für die ganze Familie. Er liebt es ebenso mit seiner erwachsenen Bezugsperson ausdauernd zu Joggen wie mit den Kindern auf dem Rasen zu spielen. Für den Samojede sind Kinder kein Problem. Er sieht sie als den zu hütenden Teil der Herde an und weiß, dass er sie mit vorsichtiger Strenge behandeln muss.

Ursprünglich wurde der Samojede auch bedingt als Jagdhund eingesetzt. Dieses Potenzial ist noch immer latent in ihm enthalten. Doch wird eine gute Erziehung dafür sorgen, dass ihn das Jagdfieber nicht überkommt. Wer nicht von den eigenen Erziehungskünsten überzeugt ist, sollte den Hund am besten an der Leine behalten, um dieser Versuchung entgegen zu wirken.

Aufgrund seines dichten Fells bevorzugt es der Samojede, sich so viel wie möglich im Freien aufzuhalten. Daher sollte der Halter über einen Garten besitzen. In diesem ist sicher zu stellen, dass für sommerliche Temperaturen ausreichend Schattenplätze vorhanden sind, sodass der Hund für eine ausreichende Abkühlung auch alleine sorgen kann.

Der Samojede ist ein stolzer Hund mit Charakter. Dies kann bei der Erziehung zu Kontroversen führen, denn er mag sich nicht gerne unterordnen. Wer es jedoch schafft, ihn mit liebevoller Konsequenz zu erziehen, wird einen treuen Gefährten, der aufs Wort pariert, erhalten. Der Einsatz lohnt sich auf jeden Fall.

Der perfekte Mensch für einen Samojeden ist…

  • ein Outdoor-Mensch, der seine freie Zeit gerne im Freien verbringt
  • ein Mensch, der sich gerne mit Ausdauersport beschäftigt. Hier wären beispielsweise Laufen / Joggen, Fahrradfahren, Reiten (mit Begleithund) oder ähnlichem beschäftigt
  • ein Mensch, dem es egal ist, welche Witterung vorherrscht. Er wird sich trotzdem nach draußen begeben
  • ein Familienmensch, der den Hund als weiteres Familienmitglied integrieren möchte
  • ein Mensch, den der zusätzliche Putzeinsatz in Haus durch die Hundehaare nicht stört
  • ein Mensch, der auch tagsüber für den Hund Zeit hat, da er nur bedingt über einen längeren Zeitraum alleine bleiben mag
  • ein Mensch mit Geduld, denn so familienfreundlich der Samojede auch ist, gehört für die gute Erziehung Konsequenz und strenge Geduld unbedingt zu den Stärken des Halters

Die Welpen des Samojeden kaufen

Für viele Käufer ist es wichtig, dass der Samojede, den sie gerne haben möchten, auch ein reinrassiges Exemplar sein sollte. Natürlich ist dies nicht zwingend notwendig. Doch sollte bedacht werden, dass Züchter von reinrassigen Samojeden dafür sorgen, dass beispielsweise die Veranlagung zu bestimmten Krankheiten, aber auch auch Eigenschaften der Persönlichkeit der Hunde in die bestmöglichen Bahnen gelenkt werden.

So kann etwa Erbkrankheiten vorgebeugt oder Zuchttieranwärter mit ungenügenden Charaktereigenschaften ausgesondert werden. Es ist sinnvoll, sich zudem auch die Zuchteignung der Eltern bescheinigen zu lassen bzw. sich das entsprechende Zertifikat anzuschauen.

So kann es durchaus sinnvoll sein, sich sowohl über die Zuchtlinie des Welpen als die Kenntnisse und Fähigkeiten in puncto Hundehaltung des Halters zu informieren. Wie geht er mit seinen Hunden um? Wie führt er die Welpen an das Leben mit dem Menschen heran? Gehört er einem Züchterverein an?

Aufgrund der möglichen, rassebedingten Erbkrankheiten sollte jeder Welpe nicht nur geimpft, sondern auch durch die entsprechenden Untersuchungen beim Tierarzt gegangen sein. Sicherlich kann bei einem Welpen eine HD beispielsweise noch nicht eindeutig ausgemacht werden, wohl aber eine Tendenz.

Samojede Welpen | Foto: nikolos / Depositphotos.com
Samojede Welpen | Foto: nikolos / Depositphotos.com

Bei der Übernahme eines Welpen sollte dieser bereits gechipt sein. Wenn nicht, ist dies zeitnah nach der Übernahme durch einen Tierarzt durchzuführen.

Ein guter Züchter wird sich übrigens danach erkundigen, wie der neue Halter für seinen Welpen sorgen möchte. Er wird die Umstände kennenlernen wollen, unter denen der Hund aufwachsen wird. Zurecht, denn die Verantwortung für einen jungen Hund ist größer, als viele potentielle Hundebesitzer es sich vorstellen.

Zudem bedarf der junge Hund einer anderen Aufmerksamkeit als einer, der die „Grundausbildung“ des Hundes schon absolviert hat. Es ist ein gutes Zeichen für einen verantwortungsbewussten Züchter, wenn er sich intensiv mit den neuen Besitzern des Welpen beschäftigt und sich über sie informiert. Er möchte ja schließlich, dass es seinem Welpen bei seiner neuen Familie sehr lange gut geht.

Erste Ausstattung für den Samojeden

Wie jeder Welpe wird zunächst ein Welpengeschirr und ein Halsband, eine Leine und natürlich ein gemütliches Hundebett benötigt. Es sollte von Pflegeprodukten wie Shampoo und ähnlichem abgesehen werden, da diese Art der Pflege die natürlichen, pflegenden Eigenschaften des Fells kaputtmachen. Gelegentliches Bürsten des Fells ist vollkommen ausreichend (1-2x pro Woche). Eine Bürste, mit der man also den groben Schmutz entfernen und die Fellpflege betreiben kann, ist durchaus angebracht.

Hundefutter für den Samojeden

Als Urtyp der Schlittenhunde bevorzugt auch der Samojede das natürliche Futter, also das Barfen. Selbstverständlich kann er aber auch mit guten Trockenfutter bzw. Naßfutter adäquat ernährt werden. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass kein Getreide in diesem Futter verarbeitet ist, da er hierauf unter anderem schnell mit Übergewicht reagieren kann. Bei Unsicherheiten hinsichtlich des Futters sollte der Tierarzt befragt werden. Er wird gerne einen Ernährungsplan erstellen.

FAQ

Woher kommt der Samojede?
Ursprünglich kommt der Samojede aus Russland.
Ist der Samojede ein Familienhund?
Der Samojede ist ein fantastischer Familienhund, der sich nicht nur seinem „Rudel“ anpasst, sondern auch gerne auf die Sprösslinge derselben auf. Er sucht den Anschluss zum Menschen und sollte daher auf jeden Fall im Haus nächtigen.
Wie alt wird ein Samojede?
Der Samojede kann 12 Jahre und älter werden. Natürlich ist dies unter anderem abhängig von der Art und Weise, wie der Hund gehalten wurde. Je besser die Haltung des Tiere über die Jahre gewesen ist, desto älter kann der Hunde werden.
Wie groß und schwer wird der Samojede?
Der Samojede kann eine Größe von 53 bis 57 Zentimeter erreichen. Es ist normal, dass die Rüden ein wenig größer werden als die Hündinnen. Hinsichtlich des Gewichts sollte man im Hinterkopf behalten, dass sie mit einem Gewicht von 18 bis 30 Kilogramm eher zu den mittelschweren Hunden gehört.
Wie viele Welpen bekommt der Samojede?
Der Samojede bekommt im Durchschnitt zwischen 2 und 5 Junge.
Kann man einen Samojeden in der Wohnung halten?
Der Samojede liebt es, die meiste Zeit des Tages im Freien zu verbringen. Wer also über einen eigenen Garten verfügt, macht dem Tier damit eine große Freude. So kann es tatsächlich die meiste Zeit des Tages im Garten verbringen und sich selber ab und an Bewegung verschaffen. Da er einen großen Bewegungsdrang besitzt, sollte dennoch zwei Mal am Tag eine größere Runde mit dem Hund gedreht werden.

Aufgrund seiner Größe könnte man den Samojede auch in einer kleineren Wohnung mit einem winzigen Gartenstück halten. In diesem Fall jedoch ist es wichtig, dass der Halter mindestens drei Mal am Tag, also morgens, mittags, abends, eine sehr große Runde mit dem Hund dreht. Jede Runde sollte eine Dauer von mindestens einer Stunde aufweisen, um dem Bewegungsdrang des Tieres gerecht zu werden. Natürlich zählen hierzu auch der Aufenthalt im Hundeauslauf, wo das Tier sich mit anderen Hunden gemeinsam bewegen kann oder auch ein Agility Training oder andere Hundesportarten, die auf Ausdauer aufbauen. Es liegt also am Halter des Samojede, ob dieser Hund auf beengtem Raum gehalten werden kann oder nicht. Im Zweifelsfall sollte man nach einer größeren Wohnung mit einem großen Garten Ausschau halten.

Fazit

  • Der Samojede ist ein Hund, der einem gar nicht einmal so viel Arbeit macht. Das liegt daran, dass er gerne sehr viel Zeit des Tages im Garten ist und sich auch dort zu beschäftigen weiß.
  • Er hat ein freundliches Wesen, welches es ihm einfach macht, in der Familie als vollwertiges Familienmitglied von allen akzeptiert zu werden.
  • Doch sollte immer daran gedacht werden, dass ein Garten alleine nicht ausreicht, um den Bewegungsdrang des Hundes zu stillen.
  • Mit viel Geduld  wird aus dem Samojede ein Vorzeigehund, der nur eines nicht mag: Die große Stadt! Aber es sollte ja bekannt sein, dass diese Rasse auch genau genommen in der Stadt nichts.

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