Der Siberian Husky

Siberian Husky
Der Siberian Husky | Foto: IgorVetushko / Depositphotos.com

Siberian Husky: Die Rassenbezeichnung des Husky ist uns durchaus geläufig. Doch wird oftmals angenommen, dass alle Hunderassen des Polarkreises tatsächlich zusammengefasst werden und sich nicht großartig unterscheiden. Dem ist aber ganz und gar nicht so. So finden wir die folgenden Unterrassen unter den Polarhunden

  • Siberian Husky
  • Grönlandhund
  • Samojede
  • Alaskan Malamute
  • Alaskan Husky
  • Labrador Husky
  • Sakhalin Husky
  • Mackenzie River Husky

Der Siberian Husky gehört jedoch der Unterrasse an, die am häufigsten in den Familien Einzug hält. Er ist ein wunderbarer Partner, der sich schnell in die Familie einbringt und von niemandem mehr vermisst werden möchte.

Das Wesen des Siberian Huskys

Der Siberian Husky vereinigt verschiedene wunderbare Eigenschaften:

  • freundliches Wesen
  • angenehmer Umgang
  • intelligent
  • schnelle Auffassungsgabe
  • mitunter sehr eigensinnig, dominant und freiheitsliebend
  • relativ stark ausgeprägter Jagdtrieb
  • Ausdauer
  • Kraft

Auch wenn der Jagdtrieb stark ausgeprägt ist, sollte dieser Hund nicht als Wachhund angeschafft werden. Dafür ist er dem Menschen gegenüber grundsätzlich zu freundlich eingestellt. Trotz seiner schnellen Auffassungsgabe ist die konsequente Erziehung, möglichst durch einen erfahrenen Hundehalter, notwendig. Dies liegt an seiner Eigensinnigkeit.

Der geschichtliche Hintergrund des Siberian Huskys

Unter dem Oberbegriff „Husky“ haben die Ureinwohner des Polarkreises seit Jahrhunderten, vielleicht sogar seit Jahrtausende Hunde gezüchtet, die sich nicht nur in dieser kalten, kargen Gegend behaupten konnten, sondern gleichzeitig schnell und kräftig genug waren, um auch bei dem schlimmsten Winterwetter schwere Lasten für weite Strecken über Eis und Schnee zu transportieren.

Um die Hunde dem Menschen gegenüber freundlich zu gesinnen, wurden sie ursprünglich in den Zelten, direkt in den Familien ihrer Besitzer groß gezogen.

Im Laufe der Zeit wurden andere Hunderassen, aber auch Wölfe eingezüchtet, wodurch die unterschiedlichen Husky-Typen entstanden. Der Siberian Husky ist nur einer von 8 Husky-Rassen, von denen nur 5 vom FCI, dem internationalen kynologischen Dachverband, anerkannt wurden.

Die Farben des Siberian Huskys

Grundsätzlich sind alle Farben bei den Siberian Huskys erlaubt. Aufgrund der dichten, weißen Unterwolle jedoch hat man stets den Eindruck, als hätte man es mit einem weißen Hund mit farbigem Oberfell. Jedoch handelt es sich um extrem dichtes Unterfell, sodass es den größeren Anteil des Fellwuches darstellt.

Auch hinsichtlich der Zeichnungen gibt es keinerlei Vorgaben. Alles ist erlaubt. Durch diese Offenheit von Seiten der Züchter ergeben sich die vielfältigen Erscheinungsbilder der Siberian Huskys.

Welche Ansprüche stellt ein Siberian Husky

Als loyales Familienmitglied stellt der Siberian Husky eine ganz besondere Anforderung an sein Rudel – Loyalität. Denn sie beruht auf Gegenseitigkeit. Zudem ist ein Husky auch örtlich sehr territorial eingestellt. Ortswechsel, die er alleine durchleben muss, etwa ein Umzug in eine neue Familie, kann er nur langsam verarbeiten. Mit der gesamten Familie, also dem Rudel, umzuziehen, ist hingegen nur ein kleines Problem.

Neben den grundlegenden Forderungen von Futter, Wasser und einem warmen Platz zum Schlafen hat der Husky noch das grundlegende Bedürfnis der ausdauernden Bewegung – und das täglich! Insbesondere in den kühlen und kalten Monaten des Jahres lebt er auf und möchte so viel Zeit wie möglich im Freien verbringen und sich ausgiebig bewegen.

An diesem Punkt ist der Besitzer gefragt, der dem Bewegungsdrang seines Huskys gerade in den Wintermonaten positiv gegenüber stehen muss. Wer den Winter lieber im warmen Zimmer verbringt, ist für einen Husky nicht geeignet.

Die gute Nachricht für den Besitzer ist, dass bei warmen bis heißen Sommermonaten der Bewegungsdrang zumindest ein wenig nachlässt. Für den Hund ist dies jedoch eine negative Angelegenheit, da der Siberian Husky im Sommer schon unter seinem dicken Fell leidet.

Der Siberian Husky und seine Gesundheit

Eigentlich ist der Siberian Husky nicht sonderlich anfällig für Krankheiten. Dennoch gibt es einige Symptomenbilder, auf die geachtet werden soll.

  • Zink-reaktive Dermatose: Sie ist auf Zinkmangel zurückzuführen. Die Dermatose zeigt sich durch rote Haut, Juckreiz, Haarausfall sowie Pilzbefall an Ohren und Nase.
  • Hüftgelenksdysplasie und Ellenbogendysplasie: Sie können relativ früh erkannt werden. Seriöse Züchter achten darauf, dass die vererblichen Anlagen nicht weitergegeben werden.
  • Augenerkrankungen: Katarakt, progressive Retina-Athropie und Hornhautdystrophie sind relativ häufig beim Husky zu diagnostizieren.

Zu den selteneren Erkrankungen gehören:

  • GM1-Gangliosidose
  • Degenerative Myelopathie
  • Maligne Hyperthermie

Mit all diesem Erkrankungen / Symptomen sollte zum Tierarzt gegangen werden. Denn auch wenn sie zum Teil nicht vollständig zu heilen sind, können Huskys naturheilkundlich behandelt werden, um die Erkrankungen einzudämmen oder Folgeschäden zu minimieren. Naturheilkundlich arbeitende Tierärzte gibt es immer mehr.

Der perfekte Mensch für einen Siberian Husky ist…

  • konsequent
  • geduldig
  • ein „Alpha-Tier“
  • sportlich begabt (Jogging, Fahrradfahren, Ski-Jöring, wandern u.ä.)
  • ein Outdoor-Mensch
  • ein Familien-Mensch
  • absolut loyal seinem Hund gegenüber

Die Welpen des Siberian Husky kaufen

Ein Siberian Husky Welpe sollte nur über einen zertifizierten Züchter erstanden werden. Die Kontaktdaten von ihnen können beim VDH abgefragt werden. Kauft man seinen Welpen dort, kann man sicher sein, dass es sich um eine reine Zuchtlinie handelt, die frei von Erbkrankheiten ist.

Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen Siberian Husky zu kaufen, sollte darauf aufmerksam gemacht werden, dass es sich bei dieser Rasse um eine recht kostspielige handelt. Die Kosten für einen Welpen liegen zwischen €600 und €1.300.

Die auseinanderklaffende Kostenspanne liegt an der Möglichkeit, einen Welpen bei einem preisgekröntem Züchter und dem Erhalt von reinrassigen Papieren zu erhalten oder sich für einen Welpen von einem Gelegenheitszüchter zu entscheiden. Bei letzterem werden keine Papiere ausgehändigt.

Folgekosten sind ebenfalls zu bedenken. So können pro Monat rund €200 zusammen kommen, wenn die Kosten für Tierarzt, Futtermittel und natürlich Hundesteuer zusammengerechnet werden. Da der Siberian Husky bereits zu den teureren Hunden gehört, sollte zudem über eine Versicherung in Hinblick auf tierärztliche Behandlungen oder medizinischen Operationen nachgedacht werden.

Siberian-Husky-Welpen
Siberian-Husky-Welpen | Foto: melektaus / Depositphotos.com

Erste Ausstattung für den Siberian Husky

Der Husky ist ein Hund, der gerne, viel und vor allem schnell laufen kann. Aus diesem Grund ist es ratsam, ein gut sitzendes Geschirr anstelle eines einfachen Halsbandes zu verwenden. Zudem kann der Hund zu Beginn der Erziehung noch des öfteren versuchen, sich vom Halsband und der Leine zu befreien. Bei einem Geschirr ist dies nicht möglich. Es sollte gut angepasst werden und zumindest in der ersten Zeit mitwachsen können.

Wer daran denkt, auch öfters in der Dämmerung oder im Dunkeln mit dem Hund unterwegs zu sein, sollte ein weiteres, reflektierendes Geschirr bzw. ein Sicherheitsgeschirr besorgen.

Soll der Husky, trotz seines Hangs zum Jagen, eine gewisse Freiheit spüren dürfen, ist die Schleppleine zu empfehlen. So ist er schnell zurück zu rufen. Ohne Leine laufen lassen ist selbst bei sehr gut parierenden Hunden keine gute Idee.

Hundefutter für den Siberian Husky

  • Wir haben es mit einem sehr ursprünglichen Hund zu tun. So ist es nicht verwunderlich, dass viele Züchter barfen und davon voll überzeugt sind. Auf diese Weise erhält der Hund alle notwendigen Nährstoffe, ausreichend Energie, um seinen Bewegungsdrang zu versorgen und ist gleichzeitig bestens beschäftigt.
  • Trockenfutter ist immer eine Option. Doch sollte aufgrund der Komplexität des Trockenfutters eine gute Beratung voran gegangen sein. Der Siberian Husky frisst nämlich gerne und kann ansonsten schnell zu viel und zu gut ernährt werden.
  • „Dosenfutter“: Auch hier haben wir schnell ein Zuviel erreicht.

Um den Husky gesund und nicht über die Maßen zu ernähren, gehört also auch auf Seiten des Besitzer ein wenig Disziplin dazu. Wer hinsichtlich des Futters unsicher ist, sollte auf jeden Fall eine Beratung in Anspruch nehmen. Je nachdem, wie man dem Husky seine täglich Auslastung zu Gute kommen lässt, kann die Zusammenstellung des Futters anders ausfallen müssen.  Im Grunde jedoch ist er leichtfüttrig, daher sollte er von klein auf ein Verbot erhalten, die Küche zu betreten.

FAQ

Ist der Siberian Husky ein Familienhund?
Der Siberian Husky ist dem Menschen gegenüber sehr ergeben. Dies gilt ganz besonders für die Familienmitglieder „seines Rudels“. Dazu gehören natürlich auch die Kinder. Er geht mit ihnen sehr gelassen um, auch wenn es unruhig und hektisch wird. Seine Loyalität gehört allen Familienmitgliedern und Freunden.

Aufgrund seines freundlichen Wesens verbellt er selten Fremde. Eher wird man ihn dabei ertappen, dass er sie begeistert abschnüffelt. In jedem Menschen sieht er einen Freund. Aus diesem Grunde ist er als Hof- und Wachhund eher nicht geeignet.

Wie alt wird ein sibirischer Husky?
Wer sich auf den Siberian Husky einlässt, sollte wissen, dass es sich um eine lange Partnerschaft handeln wird. Denn dieser Hund kann bis zu 15 Jahre alt werden, wenn er optimal gehalten wird.
Wie groß und schwer werden Siberian Huskys?
Der ausgewachsene Siberian Husky wird eine Größe von 54 bis 60 Zentimeter erreichen. Dabei sind die Rüden geringfügig größer als die Hündinnen.

Dabei ist bei den Hündinnen mit einem Durchschnittsgewicht von 15,5 Kilogramm und bei den Rüden von maximal 28 Kilogramm zu erwarten.

Wie viele Welpen bekommt der Siberian Husky?
Die Größe des Wurfes ist unterschiedlich. Bestimmend hier kann das Alter der Hündin, die Zuchtlinie und der gesundheitliche Zustand der Elterntiere sein. Man spricht von einer Wurfgröße von 5 bis 10 Welpen.
Kann man einen Siberian Husky in der Wohnung halten?
Ein Husky kann dann in der Wohnung gehalten werden, wenn ausreichend Optionen bestehen, seinem Bewegungsdrang gerecht zu werden. Zudem muss gewährleistet werden, dass es in der Wohnung im Sommer nicht zu heiß wird. Aufgrund seines Felles benötigt der Husky im Sommer, auch nachts, kühle Rückzugsorte. Des weiteren sollte die Wohnung groß genug sein, um den lebensfrohen Husky zu beherbergen.

In der Stadt hingegen, wo es nur begrenzte Möglichkeiten gibt, dem Husky optimalen Auslauf zu verschaffen, sollte man sich klar gegen eine Haltung des Huskys in der Wohnung aussprechen. Es würde ihm nicht gerecht werden. Tendenziell ist also von einer Haltung des Huskys in einer Wohnung abzusehen!

Fazit

  • Der Husky ist ein wundervoller Familienhund, der seinem „Rudel“ treu ergeben ist und allen viel Freude bereiten wird. Dennoch ist die sportliche Belastung, die er mit sich bringt, nicht zu unterschätzen. Die tägliche Bewegungseinheit kann gerne auf mehrere Personen im Haushalt aufgeteilt werden. Er weiß dies durchaus zu schätzen.
  • Als Wachhund ist der muntere Kerl nicht geeignet, da er grundsätzlich alle Menschen mag und sich mit ihnen anfreunden möchte. Dies kann auch mit einer guten Ausbildung nicht erreicht werden.
  • Ansonsten ist er offen für viele Lektionen, die sowohl ihm als auch seiner Bezugsperson viel Spaß machen. Dennoch sollte er nur dann in Betracht kommen, wenn ein eigener Garten vorhanden ist. Für die Wohnung ist er nicht geschaffen.

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