Der Weimaraner

der Weimaraner
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Sie bestechen durch ihr spezielles Äußeres, sind Vollblutjäger und waren schon Begleiter von Königen und Herrschern. So hatte etwa Friedrich der Große, König von Preußen, bereits eine dieser Schönheiten. Der Hund hieß Billy und fand seine letzte Ruhe gemeinsam mit zehn anderen Vierbeinern neben dem Grab König Ludwigs.

Die Rede ist von einem der schönsten und leidenschaftlichsten Jagdhunde – dem Weimaraner. Er ist ein vornehmer Hund und gilt als der Aristokrat unter den Jagdhunden. Lange Zeit waren diese eleganten Vierbeiner nur der Jagd und damit den Jägern vorbehalten. Das hat seine Gründe, denn kaum ein Hund ist so jagdbegeistert und so eifrig bei der Arbeit wie der schlanke Blaugraue.

Der Aristokrat unter den Jagdhunden

Der Weimaraner ist einer der ältesten bekannten Jagdhunde. Die genaue Abstammung dieses schlanken Hundes ist nicht hundertprozentig geklärt. Man nimmt aber an, dass er von der St. Hubertus Bracke abstammt. Gezüchtet wurde der Stammvater vieler Jagdhunde vom Hl. Hubertus, Bischof zu Lüttich in den Ardennen.

Schon im 17. Jahrhundert wurden Hunde dieser Art von van Dyck gemalt, was auf das Alter der Rasse schließen lässt. Der Rassestandard wurde bereits im Jahr 1897 festgelegt. Im gleichen Jahr wurde auch der erste Weimaraner Klub gegründet.

Seinen Namen soll der Weimaraner vom Hofe der Kurfürsten zu Sachsen-Weimar haben. Denn genau hier wurde er zu dieser Zeit schon besonders geschätzt und auch gezüchtet. So stammen die ersten reinrassigen Tiere aus der Zucht von Großherzog Karl August. Diese Hunde wurden strengstens bewacht. Nur Familienmitglieder und privilegierte Aristokraten durften einen Weimaraner ihr Eigen nennen.

Weimaraner Welpen
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Weimaraner waren dem Adel vorbehalten

Es wurde ein Gesetz erlassen, dass nur diejenigen einen Weimaraner halten dürfen, die zumindest über vier Generationen adelig waren. Im Jahr 1880 wurden die ersten Weimaraner in Berlin ausgestellt. In den USA erfreute er sich nach 1945 großer Beliebtheit. Gründe dafür waren das Aussehen und die Mannschärfe.

Heute wird er in Übersee leider gerne als Showhund gehandelt, was allerdings sehr kritisch zu sehen ist. In Amerika gilt der Weimaraner als Modetrend, was immer wieder sehr negative Zwischenfälle zur Folge hat. Diese Entwicklung blieb dem Weimaraner in Europa erspart. Hier darf er weiterhin Gebrauchshund sein und seine Arbeit verrichten. Es bleibt allerdings zu hoffen, dass dies auch weiterhin so bleibt.


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Muskulös und auffallend schön

Der Weimaraner ist ein Hund, der optisch sofort ins Auge springt. Er hat ein Stockmaß von bis zu 70 Zentimetern bei Rüden, bei Hündinnen bis zu 65 Zentimetern und wird rund 40 Kilogramm schwer.

Besonders markant ist die Fellfarbe. Es hat ein charakteristisches Silber-, Reh- oder Mausgrau. Abzeichen in Weiß dürfen in geringem Umfang an Brust und Zehen vorhanden sein. Diese Färbung ist das Markenzeichen des echten Weimaraners.

Sie ist auf ein rezessives reinerbiges Gen zurückzuführen. Das bedeutet, wird ein Weimaraner mit einer anderen Rasse gekreuzt, so verschwindet die schöne graue Färbung. Es kommen Welpen zur Welt, die die Farbe der anderen Rasse tragen und diese wird dann auch weiter vererbt. So wird der Weimaraner auch immer Weimaraner bleiben und kein Züchter hat die Möglichkeit Charaktereigenschaften anderer Hunde einzuzüchten.

der Weimaraner
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Langhaar- und Kurzhaarversion

Der Weimaraner kommt hauptsächlich kurzhaarig vor. In diesem Fall trägt der Hund sehr dichtes, kräftiges und glatt anliegendes Fell mit geringer oder keiner Unterwolle. Es gibt aber selten auch langhaarige Exemplare. Sie verfügen über weiches langes Deckhaar, das glatt oder leicht wellig ist. Auch hier kommen Varianten mit geringer oder ohne Unterwolle vor.

Die Langhaarigkeit wird rezessiv vererbt. So kann es vorkommen, dass kurzhaarige Hunde langhaarige Welpen bekommen. Lange Zeit galt die Langhaarigkeit als unerwünscht und man tötete die Welpen. Erst 1936 wurde die Langhaarigkeit ins Zuchtbuch aufgenommen.

Bernsteinaugen, die faszinieren

  • Der „Graue“ verfügt über eine Körperform, die länger als hoch ist. Der Rücken ist lange und sehr gut bemuskelt. Das ermöglicht ihm das elegante Gangbild. Die Bewegungsabläufe sind elegant, fließend und harmonisch.
  • Der Kopf zeigt einen geringen Stop, der Hinterhauptstachel tritt deutlich hervor.
  • Der Weimaraner hat einen kräftigen und langen Fang mit einem geraden oder leicht gebogenen Nasenrücken.
  • Die Augen des Weimaraners sind im Welpenalter himmelblau. Mit zunehmendem Alter wandeln sie sich in Bernstein, das mit den Jahren immer dunkler wird.
  • Die Ohren sind lang und breit. Sie sind hoch und schmal angesetzt.

Seine Passion ist die Jagd

Wird der Weimaraner entsprechend abgerichtet, gilt er als vielseitiger und leicht führiger Jagdhund. Er meistert ihm gestellte Aufgaben souverän und ist mit Eifer bei der Arbeit. Der Graue verfügt über eine Menge Wildschärfe. Das bedeutet, dass er Wild nicht nur aufspürt, sondern es im Bedarfsfall auch tötet. Bei all seiner Jagdpassion sollte er aber keinesfalls mit überschießendem Temperament ausgestattet sein, sondern vielmehr ruhig und ausdauernd agieren.

Der Weimaraner arbeitet gerne mit tiefer Nase, das bedeutet, er liebt es, zu schnüffeln. Diese Anlage des Hundes wird bei Jägern ganz besonders geschätzt, denn dieser Hund spürt das Wild nach dem Schuss auf und bringt es zum Jäger. Der Weimaraner ist wesensfest und bei richtiger Erziehung sozial verträglich.

Der Weimaraner erwartet Respekt

Der Weimaraner ist ein sehr anhänglicher Hund. Das kann zuweilen sogar regelrecht aufdringlich werden. Dadurch ist er leicht zu führen und zu erziehen. Er bindet sich sehr eng an seine Bezugsperson, seine Familie und sein Heim. Doch genau diese Anhänglichkeit kann unter Umständen auch zum Problem werden. Ein Weimaraner will respektiert werden.

Er ist hochintelligent und bei der Erziehung muss auf seine Eigenheiten Rücksicht genommen werden.

Soll er nur Befehle befolgen, reagiert er mit Arbeitsverweigerung. Dieser Hund ist immer mit Eifer bei der Arbeit, ist mutig und selbstbewusst. Sein Wille, manchmal Dinge selbst zu regeln kann bei unerfahrenen Menschen problematisch werden.

Pflege und Krankheiten

Die Pflege des Weimaraners ist einfach. Beim Kurzhaarhund reicht gelegentliches Bürsten. Aber auch die Langhaarvariante ist kaum pflegeintensiver. Anfälligkeiten für spezielle Erkrankungen sind kaum bekannt. Dennoch kann es bei diesen Hunden, ebenso wie bei anderen großen Hunden zu Hüftdysplasie (HD) kommen.

Auch das Risiko für die Magendrehung ist beim Weimaraner höher als bei anderen Rassen. Gelegentlich sind dazu Fälle von Epilepsie bekannt. Ist ein Tier krank, wird es von der Zucht ausgeschlossen.

Für wen ist der Weimaraner geeignet?

Der Weimaraner ist kein Familienhund, der damit zufrieden ist, mit den Kindern zu spielen und dreimal Gassi zu gehen. Er braucht einen Menschen, der viel Erfahrung im Umgang mit Hunden besitzt und sich auf ihn einlassen kann.

Der passionierte Jäger bevorzugt eine Bezugsperson. Familienangehörige sind eher akzeptiert. Sein Mensch muss konsequent sein und über entsprechendes Durchsetzungsvermögen verfügen, denn der Weimaraner entscheidet sonst selbst, was er tut.

Setzt sich sein Mensch jedoch durch und wird dies vom Hund anerkannt, ist der Weimaraner ein hervorragender Begleiter. Er ist ruhig, gelassen, sehr motiviert und ausgesprochen gehorsam. Ein Weimaraner will gefordert sein. Idealerweise ist er an der Seite eines Jägers. Mit ihm teilt er seine Leidenschaft.

Weimaraner braun
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Er ist kein Ballspiel-Hund

Lebt er mit Nichtjägern, so muss man ihm unbedingt seine Passion leben lassen. Dazu eignen sich alle Beschäftigungen, die mit Jagd zu tun haben.

Weimaraner sind Hunde, die

  • Fährtentraining,
  • Mantrailing oder auch
  • effiziente Arbeit mit dem Dummy

sehr zu schätzen wissen.

Lange Spaziergänge und Stöckchen oder Bällchen werfen sind keine adäquate Beschäftigung für diesen Hund.

Ist ein Weimaraner unterfordert oder nicht richtig gefordert, wird er schnell zum Problemhund, der sich selbst eine Beschäftigung sucht. Dabei müssen meist Einrichtungsgegenstände und Möbel darunter leiden. Ein Hundehalter, der sich für einen Weimaraner entscheidet, muss viel Zeit aufbringen, um dem Hund die nötige Auslastung bieten zu können.

Wer allerdings diese Zeit investiert, wird einen wundervollen Partner an seiner Seite haben.

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