Die Brandlbracke

Die Brandlbracke
Die Brandlbracke | Foto: PantherMediaSeller / Depositphotos.com

Vielen Menschen ist die Brandlbracke von der Optik her bekannt. Kein Wunder, denn dieser Hund bleibt einem aufgrund seines edlen Aussehens lange in Erinnerung. Was die meisten jedoch nicht wissen, ist dass dieser Hund ein absoluter Spezialist ist. Die Bracke brilliert mit vielfältigen Fähigkeiten auf der Jagd und bei der Verfolgung von Wild im Gebirge.

Viele Fans besitzt die Brandlbracke. Doch sollte man sie nur dann erwerben, wenn man als Jäger eine entsprechende Einsatzmöglichkeit für sie hat. Denn die Brandlbracke ist ein wahres Arbeitstier.  Und dem Anspruch kann nur ein Jäger gerecht werden.

Charakter der Brandlbracke

Die Brandlbracke ist ein Hund, der von Grund auf freundlich ist. Sie lernt für ihr Leben gerne und sehr schnell. Der Besitzer einer Brandlbracke hat es leicht, seinen Welpen zu erziehen und ihm später die notwendige Ausbildung zum Jagdgebrauchshund zu gewähren.

Die Brandlbracke benötigt die Führung und fordert sie auch ein. Allerdings ist es ihr zu langweilig, in jeder Situation der Jagd erst auf die Kommandos des Hundesführers zu warten. Zudem ist es bei diesem Hund nicht sinnvoll, den Kommando permanent zu verwenden. Aus Sicht des Hundes handelt sich die Zusammenarbeit um eine intensive Kooperation, nicht um eine hierarchische Aufstellung.

Die Brandlbracke zeigt ein sehr hohes Leistungsniveau. Damit erhält der Hundeführer seine Berechtigung auf die Führung, denn dieses Leistungsniveau muss unter Kontrolle behalten werden. Ohne ihre Arbeit bei der Schweißarbeit und anderen jagdlichen Aufgaben ist die Brandlbracke einfach nicht ausgelastet.

Der Alltag mit der Brandlbracke ist recht harmonisch. Sie ist wachsam und trotzdem sehr kinderlieb. Daher sind Kinder im Haus kein Problem, solange der Hund durch seine Arbeit ausgelastet ist. Dann zeigt sich der Hund sehr ausgeglichen.

Geschichte

Die Herkunft der Brandlbracke liegt in Österreich. In früheren Jahren wurde sie auch Keltenbracke genannt, denn ihre Wurzeln gehen auf uralte Hunderassen zurück. Sicherlich ist eine direkte Abstammung von den Kelten heute nicht mehr belegbar. Die Beschreibung dieses Hundetypus aber ist seit mehreren tausend Jahren bekannt.

Damals wie heute wurden diese Hunderasse zur Jagd, insbesondere für die Schweißarbeiten, eingesetzt. In der damaligen Zeit war es für die Menschen unerlässlich, einen derartig intelligenten und eigenständig arbeitenden Hund an der Seite zu wissen. Die damaligen Schweißhunde waren zeitweilig mehr wert als ein gutes Pferd. Dies kann ein 1000 Jahre alter Gesetzestext, die Lex Baiuwariorum, bestätigen.

Man kann davon ausgehen, dass im Laufe der Jahre immer wieder Einkreuzungen vorgenommen wurden, um das Potenzial des Tieres zu verbessern. Im 19. Jahrhundert begann man ganz bewusst regionale Schläge oder Schweißhunde einzukreuzen. Zudem wurde der ursprüngliche Schlag in regionale Brackenrassen aufgeteilt (s.a. Die Tiroler Bracke). Sie wurden gewissermaßen den regionalen Gegebenheiten angepasst bzw. darauf spezialisiert.

Noch heute legt man einen großen Wert bei der Brandlbracke auf das glatte, glänzende Haar.

Bereits im Jahr 1884 konnte die glatthaarige Bracke, wie die Brandlbracke auch genannt wird, in das Österreichische Hundezuchtbuch eingetragen werden. Die Anerkennung durch den FCI erfolgte 1996.

Die Brandlbracke: treue Begleitung des Jägers. | Foto: PantherMediaSeller / Depositphotos.com

Es mag verwunderlich sein, dass die Brandlbracke in Deutschland eher unbekannt ist. Doch ist sie unter Jägern gar nicht so selten wie man meinen sollte. In Deutschland ist die Zucht sehr professionell organisiert. Sie wird extrem verantwortungsbewusst durchgeführt.

Der „Deutsche Brackenverein e.V.“ ist in Deutschland für die Ordnung und Kontrolle innerhalb der Zucht verantwortlich. Auch für die Steirische Rauhhaarbracke wird die Verantwortung übernommen. Egal, ob es um die Fragen der Zucht, die Welpen, die Prüfungen der Zuchttiere und natürlich die Fortbildung der Hunde, aber auch der Züchter geht, ist dieser Verein der richtige Ansprechpartner.

Pro Jahr können rund 100 Welpen in Deutschland und weitere 120 in Österreich vermeldet werden. Möchte sich ein Jäger eine Brandlbracke anschaffen, sollte das Interesse aufgrund der recht geringen Welpenzahl rechtzeitig angemeldet werden.

Die Farben der Brandlbracke

Das Fell der Brandlbracke ist schwarz mit braunen Abzeichen. Aufgrund der braunen Flecken, die direkt über den Augen sitzen, wird dieser Hund auch gerne „Vieräugl“ genannt. Es ist kurz und damit leicht zu pflegen. Zum Fellkleid des Hundes gehört eine dichte Unterwolle, die den Hund im Winter wärmt.

Welche Ansprüche stellt die Brandlbracke?

Dieser Hund ist als Arbeitstier bekannt. Die Brandlbracke möchte nicht nur arbeiten. Sie benötigt diese Arbeit, um ausgeglichen sein und innerhalb der Familie des Hundehalters problemlos integriert werden zu können. Ohne Fährte ist dieser Hund eher ruhig, bedächtig und sanftmütig. Dies ist auch der Grund, warum sie problemlos mit Kindern zurecht kommt.

Der Brandlbracke aber ist es nicht genug, „einfache“ Schweißarbeit zu verrichten. Sie ist auf die gebirgige Region spezialisiert. Wenn es sein muss, kann sie sogar klettern. Egal, ob es sich um scharfe Steine handelt, die Witterung schnell wechselt und Gewitter, Stürme oder Schneetreiben erwartet werden, dieser Hund kommt mit jedem Wetter zurecht und ist immer voll einsatzfähig.

Um für die Zucht eingesetzt zu werden, ist es notwendig, diverse Arbeitsprüfungen zu bestehen. Hierzu gehören unter anderem die Brackier- und Schweißprüfung. Wie gesagt befindet sich die Zucht dieses Hundes in geregelten und strengen Bahnen.

Die Gesundheit

Die Brandlbracke ist ein rundum robuster Hund. Rassetypische Krankheiten sind nicht bekannt.

Vor- und Nachteile der Brandlbracke

Das Wesen der Brandlbracke kann harmonischer nicht sein. Sie ist ein großes Arbeitstier, das ohne die Arbeit bei der Jagd und im Revier unausgeglichen wird und zu Verhaltensstörungen unterschiedlicher Art neigt. Sie brilliert in der Gebirgsregion und kann bei jedem Wind und Wetter auch die schwierigsten Fährten finden. Steile Abhänge oder scharfkantige Felsen sind ihr dabei kein Hindernis.

Das sanfte Wesen des Tieres verlangt es, dass ihm gegenüber ein neutraler Ton angeschlagen wird. Sie gehört zu den Tieren, die den Kommandoton nicht über einen längeren Zeitraum ertragen. Sicherlich will dieser Hund geführt werden. Dennoch wartet er nicht zwangsläufig während eines Arbeitseinsatzes auf das Kommando seines Hundeführers. Eine gewisse Eigenständigkeit ist für einen Fährtenhund notwendig, um seine Arbeit korrekt zu erledigen.

Auch wenn der Hund nach der Anbindung zu seiner Familie, insbesondere seiner direkten Bezugsperson, verlangt, benötigt er immer einen ruhigen Rückzugsort. Gerne verbringt er den ganzen Tag im Garten, doch ist eine Zwingerhaltung nicht möglich. Im Übrigen benötigt er diesen Zugang Sommers wie Winters. Denn das Wetter ist ihm vollkommen egal. Dennoch empfiehlt es sich, eine isolierte Hundehütter zur Verfügung zu stellen. Sicher ist sicher!

Der perfekte Mensch für eine Brandlbracke

  • ist hauptberuflicher Jäger
  • ist Besitzer eines Hauses mit großem Garten, bevorzugt in gebirgischen Regionen
  • spricht sich strikt gegen die Zwingerhaltung aus
  • integriert den Hund in seine Familie, um die vom Hund erwartete Familienanbindung und damit den besseren Kontakt zu allen Menschen zu gewährleisten

Die Welpen der Brandlbracke kaufen

Die Brandlbracke wird von den seriösen Züchtern ausschließlich an Jäger abgegeben. Bei berechtigtem Interesse ist es am sinnvollsten, sich mit dem Zuchtwart des Deutschen Brackenvereins in Verbindung zu setzen. Da es nur eine bestimmte Anzahl Welpen pro Jahr gibt,  sollte man sich rechtzeitig anmelden.

Die Nachfrage unter den Jäger ist recht groß. Und ältere Tiere werden nur äußerst selten abgegeben. Aber selbst in diesen Fällen kann davon ausgegangen werden, dass bereits eine Handvoll Jäger bereitsteht, um diesem Hund ein neues, adäquates Zuhause zu geben.

Der seriöse Züchter kann im Deutschen Brackenverein gefunden werden.

Erste Ausstattung

Hundefutter

Die Brandlbracke ist in Bezug auf das Futter vollkommen anspruchslos. Sie können mit jedem Futter aufwarten. Es empfiehlt sich jedoch, mit dem Züchter Rücksprache zu halten, da die Welpen dort bereits an eine Futterart gewöhnt wurden.

Zudem hat er mit seiner Zuchtlinie mit einem bestimmten Futter gute Erfahrungen gemacht, sodass man seinem Urteil trauen kann. Natürlich sollte man sich für das Futter entscheiden, das man selber präferiert, egal ob dies Naßfutter, Trockenfutter oder Gebartes ist.

FAQ

🐶 Wie viel kostet eine Brandlbracke?

Die Brandlbracke kostet, bei einem seriösen, im VDH organisierten Züchter gekauft, ungefährt EURO 1.200.

🐶 Woher kommt die Brandlbracke?

Die Heimat der Brandlbracke liegt in Österreich.

🐶 Wie alt wird die Brandlbracke?

Vorausgesetzt, dass eine artgerechte Haltung vorliegt, kann die Brandlbracke ein Alter von 12 Jahren erreichen .

🐶 Wie groß und schwer wird die Brandlbracke?

Die Brandlbracke gehört zu den mittelgroßen Laufhunden. Bei den Rüden kann eine Widerristhöhe von 50 Zentimeter bis 56 Zentimeter verzeichnet werden. Die Hündinnen sind mit 48 Zentimeter bis 54 Zentimeter unwesentlich kleiner.

Der Standard gibt keine Gewichtsvorgabe an. Dennoch sollte man ein wenig auf ihr Gewicht achtgeben, insbesondere wenn sie nicht in voller Arbeit steht.

🐶 Wie viele Welpen bekommt die Brandlbracke?

Der durchschnittliche Wurf bringt 5 bis 8 Welpen hervor.

🐶 Ist die Brandlbracke ein Jagdhund?

Ja, die Brandlbracke ist ein Jagdhund par excellence! Sie wird als hochentwickelte Spezialistin gehandelt, weil sie so vielseitig auf der Jagd eingesetzt werden kann. Die Fährtenarbeit aber ist ihr absolutes Spezialgebiet. Das Suchen, das Hetzen und die Nachsuche sind für sie ein Kinderspiel. Insbesondere bei der Nachsuche ist ihre zielgerichtete Arbeit entscheidend, damit das Beutetier nicht unnötig leiden muss.

🐶 Ist die Brandlbracke ein Familienhund?

Gehen wir von der herkömmlichen Definition eines Familienhundes aus, muss diese Frage verneint werden. Sicherlich benötigt die Brandlbracke eine gewisse Familienanbindung. Eine Zweingerhaltung ist für sie undenkbar. Es ist ihr Arbeitseifer, der ihr das Prädikat „reiner Familienhund“ nimmt. Die Züchter sind dazu übergegangen, diesen Hund nur an Jäger abzugeben, um ihrem Wesen gerecht zu werden.

🐶 Kann die Brandlbracke in einer (Stadt-)wohnung gehalten werden?

Eines muss jedem Interessenten an einer Brandlbracke klar sein: Dieser Hund MUSS arbeiten! Diese Arbeit wird vehement eingefordert. Damit scheidet sie als Begleithund in der Stadt und auf dem Lande vollkommen aus. Selbst lange Spaziergänge in der Natur, die täglich mehrmals erfolgen, können da keine Abhilfe schaffen. Weder die Stadt noch eine Wohnung sind der richtige Ort für diesen Hund. Daher muss diese Frage mit einem klaren „NEIN“ beantwortet werden.

Fazit

Die Brandlbracke ist ein eleganter Hund, mit dem man sich durchaus in der Öffentlichkeit blicken lassen kann. Sie ist im Bereich der Jagdarbeit ein Allrounder, der überall zum Einsatz kommen kann. Aber das Spezialgebiet des Hundes ist die Fährten- und Schweissarbeit.

Die Brandlbracke ist ihrem Hundeführer treu ergeben und lässt ihn eigentlich nur ungerne allein. Doch verbringt sie ihre „arbeitsfrei“ Zeit am liebsten im Garten des Hauses, egal ob Sommer oder Winter ist.

Sie integriert sich gerne in die Familie und beschützt die Kinder, wenn dies notwendig ist. Sollten diese zusammen spielen, ist ein waches Auge sinnvoll. Für die Kleinsten aber ist sie nicht geeignet. Die Brandlbracke wird ausschließlich an Jäger ausgegeben. Ihr Fanclub jedoch ist riesengroß. Zu recht!

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