Italienischer Wasserhund

Italienischer Wasserhund
Italienischer Wasserhund | Foto: upetrovic.hotmail.com / Depositphotos.com

Etwas Besonderes soll der neue Hund sein. Er soll möglichst wenig haaren, ein fröhliches Aussehen haben, natürlich einen tollen Familienhund abgeben und vielleicht auch noch leicht zu Handlen sei, damit man als Anfänger auch sein Freude an ihm hat.

Wie wäre es da mit dem Italienischen Wasserhund? Er wird all diesen Anforderungen gerecht. Aufgrund seines lustigen Aussehens wird ihn jedermann gleich in Herz schließen. Ja, er ist etwas Besonderes. Und genau deshalb ist es an der Zeit, sich einmal näher mit dieser Hunderasse zu beschäftigen.

Charakter des Italienischen Wasserhundes

Diese Hunderasse zeichnet sich durch ihre Intelligenz, ihre Freundlichkeit, ihren Arbeitseifer und seiner steten Wachheit aus. Er ist nicht nur gehorsam und genügsam, sondern auch leicht auszubilden. Dies macht ihn zu einem sehr guten Hund für die Personen, die sich zum ersten Mal einen Hund anschaffen. Er macht es ihnen leicht, mit ihm zurecht zu kommen. Seine Freundlichkeit macht ihn zum optimalen Spielkameraden der Kinder, auch der kleineren.

Andere Haustiere, Hunde wie Katzen, werden akzeptiert, selbst, wenn er es nicht von Klein auf an gewohnt ist, mit Katzen einen Haushalt zu teilen. Da sein ehemaliger Jagdtrieb mittlerweile aus seinem Wesen verschwunden ist, braucht man keine Angst um Kleinkinder oder Katzen und andere Kleintiere im Haushalt haben.

Aufgrund seiner Begeisterung zu lernen, ist es eine Freude, sich mit ihm für eine oder gar mehrere Hundesportarten anzumelden. Sein ausgeprägter Bewegungsdrang gibt ihm und seinem Besitzer die Möglichkeit, nicht nur lange Spaziergänge oder Joggingrunden zu drehen, sondern zudem auch noch einen Hundesport auszuführen, der die Intelligenz des Tieres anspricht.

Der geschichtliche Hintergrund des italienischen Wasserhundes

Optisch ist der Italienische Wasserhund auf den ersten Blick glatt mit einem Pudel zu verwechseln. Doch ist ihre einzige Ähnlichkeit darin belegt, dass beide in der Vergangenheit als Jagdhelfer bei der Wasserjagd eingesetzt wurden. Auch haben die Fischer sie zum Einholen und Aussetzen der Fischernetze eingesetzt. Die fantastische Beschaffenheit ihres Fell ließ sie auch in der kalten Jahreszeit ihre Aufgaben zuverlässig erledigen.

Historisch kann der Einsatz der Italienischen Wasserhunde an der Küste der Adria, um genau zu sein in den Lagunen südlich von Venedig, belegt werden. Dort wurden diese Hunde übrigens Lagotti Romagnolo genannt. Nach und nach veränderten sich jedoch die Techniken der Fischer. Damit wurde der Einsatz der Lagottos irgendwann überflüssig.

Es dauerte aber nicht lange, bis ein anderes Betätigungsfeld für diese Hunde gefunden werden konnte: Die Trüffelsuche! Dieser Pilz, der unter der Erde wächst und für das menschliche Auge nicht sichtbar ist, strömt einen ganz individuellen Duft aus, welcher vom Lagotti erschnüffelt werden kann. Noch heute verlassen sich die Trüffelsammler auf ihre feine Nase.

Doch nicht nur seine gute Nase hilft ihm bei diesem Job. Ein zweites, wichtiges Kriterium für diese Arbeit ist seine Disziplin und seine Ausdauer. Stunden kann er mit dieser hochkonzentrierten Arbeit verbringen. Niemals würde er die angezeigten Pilze selber ausgraben.

Auch wenn es verwunderlich erscheint, ist diese Hunderasse erst im Jahr 1995 provisorisch vom FCI anerkannt worden. Die endgültige Anerkennung erfolgte im Jahr 2005. Dort ist er unter dem deutschen Namen „Wasserhund der Romagna“ registriert. Handelte es sich zunächst um einen sehr seltenen Hund in Deutschland, ist ihre Anzahl in den letzten Jahren stark angestiegen.

Die Farben des Italienischen Wasserhundes

Dieser Hund besticht mit seinem mittellangen, gelockten Haar. Man möchte es beinahe als Wolle bezeichnen. Zumindest sieht es von weitem so aus. Die Unterwolle dieses Fells ist wasserdicht. Kein Wunder, dass er in früheren Zeiten den Fischern beim Auslegen der Netze geholfen hat.

Das Fell des Italienischen Wasserhundes weist ein Besonderheit auf, die nur äußerst selten zu finden ist: Es wächst immer weiter, egal wie lang es bereits ist. Aus diesem Grund hat sogar der Standard des FCI die Anordnung herausgegeben, dass jedes Tier dieser Rasse mindestens einmal im Jahr vollständig geschoren werden muss!

Übrigens: Der Italienische Wasserhund ist überall am Körper, auch am Kopf und an den Beinen gleichermaßen behaart.

Farblich gesehen bleibt der Hund seinem rustikalen Erscheinungsbild treu. Die Farben sind natürlich gedeckt: Einfarbig „unrein“ weiß, dies kann mit braunen oder orangen Flecken einhergehen, braunschimmel – auch bianco marrone genannt – , einfarbig braun in verschiedenen Tönungen sowie einfarbig orange. Egal, bei welcher Grundfarbe ist eine Maske in braun bis dunkelbrauner Tönung gestattet.

Welche Ansprüche stellt der Italienische Wasserhund?

Der Italienische Wasserhund ist extrem bewegungsfreudig und ausdauernd. Dies zeigt sich unter anderem bei seinem Einsatz als Trüffelhund. Stundenlang kann er sich auf seine Aufgabe konzentrieren. Entsprechenden Einsatz fordert er natürlich auch von seinen Besitzern. Lange Spaziergänge, als Begleitung beim Joggen oder Radfahren, stundenlange Aufenthalte im Hundeauslauf oder beim Hundesport – dieser Hund hat eine Ausdauer, die er von seinem Besitzer gleichermaßen fordert. Ein Schoßhund, der bevorzugt auf dem Sofa sitzt, ist er definitiv nicht. Die einzige Ausnahme im Hundesportbereich ist die Disziplin des Schutzhundes. Trotz seiner großen Wachsamkeit ist er für diese Ausbildung nicht geeignet.

Auch wenn er kaum haart, ist eine regelmäßige Fellpflege ein Muss.  Mehrere Male pro Woche wird man tätig werden müssen. Denn auch dieses Fell kann verfilzen, wenn man vernachlässigen würde. Wie der Standard des FCI es vorschreibt, ist mindestens eine vollständige Schur pro Jahr vorgesehen, da das Fell ansonsten ins Unermessliche weiter wachsen würde.

Der Lagotti ist sehr auf sein Herrchen / Frauchen fixiert. Es bedarf keiner großartigen Diskussionen, um die Rangordnung zwischen den beiden herauszufinden. Er akzeptiert den Mensch als Führer und verzeiht ihm auch diverse Anfängerfehler. Der Lagotti ist leichtführig.

Der Italienische Wasserhund und seine Gesundheit

Diese Hunderasse weist eine sehr robuste Gesundheit auf. Aufgrund der Tatsache, dass er noch nicht so lange in Deutschland nachgefragt wurde, gibt es noch keine untermauerten Erkenntnisse, ob Erbkrankheiten, Prädestinationen oder ähnliches vorhanden ist.

Vor- und Nachteile des italienischen Wasserhundes

Der wunderbare Charakter dieses Hundes liegt hinsichtlich der Vorteile klar vorn. Er kommt mit allen Familienmitgliedern gut zurecht, ist freundlich zu jedermann und kann sich überall einfinden, solange das Herrchen / Frauchen dabei ist. Dennoch ist er sehr wachsam, sodass jeder „Eindringling“, jeder Fremde dennoch frühzeitig erkannt und angemeldet wird.

Natürlich ist die Tatsache, dass er zu den nicht-haarenden Hunderassen gehört, ein großer Vorteil für die Besitzer. Leider birgt sich in dieser Tatsache gleichzeitig Nachteil. Denn mehrmals pro Woche gilt es, den Hund mit Hundebürste und -kamm zu Laibe zu rücken, um einem Verfilzen des Fells vorzubeugen. Ebenso ist mindestens einmal pro Jahr eine komplette Schur vorgeschrieben. Denn das Fell wächst stetig nach. Es würde schlicht zu lang werden, selbst bei täglicher Fellpflege.

Ein weiterer Nachteil des Tieres ist sein Bewegungsdrang genau dann, wenn man täglich 8 Stunden auf der Arbeit sein soll oder keine ausreichenden Möglichkeiten zur Bewegung des Tieres hat, etwa in einer großen Stadt. Sollte dem Bewegungsdrang nicht nachgekommen werden, wird das Tier nicht wie die Vertreter anderer Rassen aggressiv oder ungestüm. Vielmehr verfällt er in eine gewisse Lethargie, die niemand bei seinem Hund sehen möchte.

Der perfekte Mensch für einen italienischen Wasserhund

  • liebt es, ausgedehnte Zeiten mit dem Hund im Freien zu verbringen, bei Spaziergängen, beim Joggen oder Radfahren oder bei einem der vielen Hundesportarten, die mit dem Italienischen Wasserhund durchgeführt werden können
  • liebt es, seinem Hunde mittels der Hundesportarten viele Tricks beizubringen, um den Intellekt des Hundes zu fordern
  • integriert seinen Hund perfekt in die Familie
  • liebt es, wenn seine Kinder mit einem Hund an ihrer Seite aufwachsen können, als Freund und als Bewacher
  • stört sich nicht daran, dass er mehrmals die Woche Zeit für die Fellpflege des Hundes in Kauf nehmen muss und einmal im Jahr eine Komplettschur notwendig ist
  • freut sich trotz der intensiven Fellpflege darüber, dass der Hund nicht haart
Italienischer Wasserhund Welpe
Italienischer Wasserhund Welpe | Foto: Svetography / Depositphotos.com

Die Welpen des italienischen Wasserhundes kaufen

In den meisten Fällen wird der Italienische Wasserhund als Welpe direkt vom Züchter gekauft. Sicherlich kann man einmal Glück haben, dass ein Hund in Not gerät und neue Besitzer sucht oder über das Tierheim vermittelt werden soll.  Sonderlich groß ist diese Option jedoch nicht. Wer erst einmal einen Italienischen Wasserhund ins Herz geschlossen hat, wird ihn nicht wieder gehen lassen.

Grundsätzlich sollte man sich einen Welpen bereits beim Züchter anschauen, ihn besuchen und einen ersten Kontakt zu ihm aufbauen. Ein seriöser Züchter wird dieses Vorgehen begrüßen. Zudem kann man sich sicher sein, dass der zukünftige Besitzer alle Informationen über den Hund, seine Herkunft, seine Gesundheit, aber auch die Ausbildung von Welpen, mögliches Futter und viele weitere Tipps zum Aufziehen eines Welpen beim Züchter erhalten wird. Der seriöse Züchter gibt sein Wissen nur zu gerne weiter. Denn er möchte, dass es seinem Hund auch beim neuen Besitzer bestens geht und er sich auf ein langes, zufriedenes Leben mit seinem neuen Herrchen / Frauchen freuen kann.

Viele Züchter sind dazu übergegangen, den Welpen nicht nur durch den Tierarzt optimal versorgen und impfen zu lassen. Sie geben auch gerne für die ersten Tage ausreichend Hundefutter mit sowie eine Decke oder ein Handtuch, das nach der Mutterhündin riecht. So sind die ersten Tage im neuen Heim nicht ganz so schwer für den Welpen zu ertragen. Danach wird er sich eingewöhnt haben und auch mit seiner neuen Familie „zufrieden“ sein. Ab diesem Moment beginnt die Prägungs- und Ausbildungsphase.

Vielleicht sollte man sich rechtzeitig in einer Welpengruppe in der Hundeschule anmelden. Sicherlich kann man vieles in der Hundeausbildung selber vermitteln. Doch ist der soziale Umgang mit anderen Hunden etwas, was der kleine Hund direkt erleben muss.

Erste Ausstattung für den Italienischen Wasserhund

  • Hundehalsband
  • Hundegeschirr
  • Hundeleine, zusätzlich eventuelle eine Schleppleine
  • Wasser- und Futternapf, möglichst leicht zu reinigen
  • Hundebett / Decke für den Liegeplatz
  • Langhaarbürste
  • Unterwolle-Bürste
  • Kamm / Läusekamm
  • eventuell Schermaschine (Diese sollte aber nur zum Einsatz kommen, wenn man sie auch wirklich beherrscht. Ansonsten ist es besser den Hundefriseur aufzusuchen.)
  • Hundefutter
  • eventuell Spielzeug
  • eventuell Leckerlis

Hundefutter für den Italienischen Wasserhund

Solange es sich um hochwertiges Qualitätsfutter handelt, wird der Italienische Wasserhund sich nicht beschweren, denn auch in diesem Punkt ist er sehr genügsam.

Grundsätzlich gilt, dass ein Zuviel immer schlecht für die Gesundheit des Tieres ist. Dies gilt insbesondere für die Situationen, in denen der Hund besonderer Umstände wie Krankheit oder Verletzung nicht sein volles Bewegungsmaß ausschöpfen kann. Wie alle anderen Hunde auch, neigt er dann zur Fettleibigkeit. Bei Krankheiten muss natürlich darauf geachtet werden, dass der Organismus immer noch bestmöglich unterstützt und versorgt wird.

Fazit

Der Lagotti ist ein freundlicher, zuverlässiger Zeitgenosse, der nichts mehr liebt, als seiner Familie, seinem Herrchen / Frauchen zu gefallen. Als ausdauernder, intelligenter Läufer tut man gut daran, in körperlich und intellektuell mit Unterstützung eines guten Hundetrainers bei einer Hundesportart ausgiebig zu fordern. Er weiß dies durchaus zu schätzen und quittiert es mit seiner Loyalität. Ja, mit dem Lagotti holt man sich einen eher seltenen Hund ins Haus. Er ist in allen Belangen einfach etwas ganz Besonderes.

FAQ

🐶 Wie viel kostet ein Italienischer Wasserhund?

Natürlich wird bei der Antwort davon ausgegangen, dass der Italienische Wasserhund bei einem seriösen Züchter, der sich beim VDH hat registrieren lassen, gekauft werden soll. Dies führt dazu, dass unseriösen Züchtern und so genannten Puppy Mills nach und nach das Handwerk gelegt werden kann.

Der seriöse Züchter wird den Welpen für ungefährt EURO 1.200 oder mehr anbieten. Dies ist unter anderem von der Zuchtlinie abhängig.

🐶 Woher kommt der Italienische Wasserhund?

Das Ursprungsland des Italienischen Wasserhundes war namensgebend. Es ist Italien. Dort wurde er zunächst als Arbeitshund bei den Fischern entlang der Küste eingesetzt. Später dann, als sie nicht mehr so oft bei den Fischern helfen mussten, wurde er als Trüffelhund mit großem Erfolg eingesetzt.

🐶 Wie alt wird der Italienische Wasserhund?

Der Italienische Wasserhund kann problemlos ein Alter von 14 Jahren erreichen.

🐶 Wie groß und schwer wird der italienische Wasserhund?

Die Widerristhöhe beim Rüden liegt zwischen 43 und 48 Zentimeter. Die Hündinnen sind geringfügig kleiner mit 41 bis 46 Zentimeter.

Aufgrund der Größe sind diese Hunde nicht allzu schwer. Das Gewicht der Rüden liegt zwischen 11 und 16 Kilogramm, das der Hündinnen zwischen 11 und 14 Kilogramm.

🐶 Wie viele Welpen bekommt der Italienische Wasserhund?

Die durchschnittliche Wurfgröße beim Italienischen Wasserhund liegt bei 5 Welpen.

🐶 Ist der Italienische Wasserhund ein Jagdhund?

Es ist lange her, dass der Italienische Wasserhund als Jagdhund bei der Wasserjagd eingesetzt wurde. Doch je weniger er sich mit der Jagd befassen musst, desto mehr ging sein ursprünglicher Jagdtrieb zurück. Im Zuge der Züchtung wurde ein übriges getan, um diesen Trieb noch weiter zu minimieren. Er wurde so gut wie weg gezüchtet. Einem entspannten Spaziergang in die Natur steht also zu keiner Tageszeit, zu keiner Jahreszeit etwas im Wege. Er wird sich nicht um eventuell aufkreuzende Wildtiere kümmern.

🐶 Ist der Italienische Wasserhund ein Familienhund?

Der Lagotti ist ein perfekter Familienhund. Er richtet sich strikt nach den Anweisungen seines Herrchens / Frauchens. Für die Kinder ist er sowohl ein guter Spielkamerad wie auch ein Wachhund. Er wird sie nicht aus den Augen lassen, wenn ihm dies als Aufgabe gestellt wurde.

Da er sich den verschiedenen Begebenheiten hinsichtlich der Wohnung / des Hauses problemlos anpassen kann, für lange Spaziergänge oder Spielnachmittage mit den Kindern im Garten gegenüber aufgeschlossen ist,

🐶 Kann der Italienische Wasserhund in einer (Stadt-)wohnung gehalten werden?

Der Italienische Wasserhund richtet sich in jeder Gegebenheit wohlig ein. Ob die Wohnung seines Herrchen / Frauchen groß oder eher klein ist, einen Garten besitzt oder nicht, ist nicht wichtig. Für ihn ist es dafür um so wichtiger, dass er regelmäßig Gassi gehen darf. Ob dies nun viele kleine Spaziergänge werden oder nur 2 – 3 größere Runde am Tag gelaufen wird, so lange am Abend der Bewegungsdrang des Tieres gestillt wurde, kann er sich mit der unterschiedlichen Aufteilung durchaus arrangieren. Somit ist eine Wohnung für ihn, auch in der Stadt, kein Problem, solange er körperlich und intellektuell gefordert wird.

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