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Ist Hundeerziehung mit speziellen Halsbändern sinnvoll und tiergerecht?

hundehalsband zur erziehung

Foto: pixabay.com

Gerade als Welpen müssen Hunde besonders viel lernen. Sie müssen stubenrein werden, sich in der Familie integrieren und das soziale Verhalten mit anderen Hunden, Tieren und Menschen will ebenfalls gelernt sein. Auch diverse Erlebnisse prägen einen Vierbeiner oftmals Negativ. Nicht selten müssen neue Verhaltensmuster einstudiert werden. Um diese Ziele zu erreichen gibt es unterschiedliche Möglichkeiten der Erziehung. Dazu gehört unter anderem verschiedene Ausführungen von Halsbändern, die sich in ihren Funktionen unterscheiden. Doch was bringen sie und vor allen Dingen, sind diese tiergerecht?

Das Grundprinzip des Erziehungshalsbandes

Ziel des Erziehungshalsbandes ist es, unerwünschtes Verhalten zu korrigieren und neue Verhaltensmuster zu erlernen. Dafür wird in dem Halsband ein Impuls freigesetzt, der für eine sofortige „Bestrafung“ des Hundes sorgt. Der Vierbeiner merkt sich dies in Verbindung mit der Tat, die der Auslöser des Impulses war. Damit sich die Bestrafung nicht mehr wiederholt, wird sich der Hund bemühen das unerwünschte Verhalten nicht mehr zu wiederholen.

Die Erziehungshalsbänder mit Funktionen und Wirkung

Bei Tiertrainern und -ärzten, sowie im Handel, sind zahlreiche Modelle des Erziehungshalsbandes vorhanden. Doch sie weisen unterschiedliche Funktionen auf und nicht jedes ist für jedes Verhalten geeignet.

Zum Elektrohalsband greifen meist Halter deren Hunde einen stark geprägten Jagdinstinkt haben und zu Aggressionen neigen. Im Halsband ist ein Empfänger integriert, der mit elektrischen Kontakten ausgestattet ist. Dabei liegen die Kontakte auf der Haut des Hundes. Der Hundehalter kann somit durch den Handsender über größere Entfernungen den Hund steuern. Wird der Handsender betätigt wird ein vorher individuell eingestellter Stromschlag ausgelöst. Jedoch besteht die Gefahr, dass wenn der Impuls freigesetzt worden ist, der Hund dies mit dem vorbeilaufenden Jogger oder einem anderen Reiz in Verbindung bringt. Entsprechend kann sein Verhalten anders als gewollt ausfallen. Häufig reagiert der Hund auch verängstigt. Zudem wird das Elektrohalsband in §3 Abs. 11 Tierschutzgesetz geregelt. Dort heißt es: „Es ist verboten ein Gerät zu verwenden, das durch direkte Stromeinwirkung das artgemäße Verhalten eines Tieres, insbesondere seine Bewegung, erheblich einschränkt oder es zur Bewegung zwingt und dem Tier dadurch nicht unerhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt, soweit dies nicht nach bundes- oder landesrechtlichen Vorschriften zulässig ist.“

Das Antibell – Halsband kommt meist dann zum Einsatz, wenn unkontrolliertes Dauergebell unterbunden werden soll. Hier gibt es unterschiedliche Arten, die verwendet werden. Dazu gehören Halsbänder mit Warnsignale, Sprühfunktionen, Ultraschall und Vibration. Am Halsband ist ein Mikrofon und eine Vibrationserkennung integriert. Beginnt der Hund zu bellen oder sein Kehlkopf zu vibrieren, sendet das Halsband die gewählte Funktion. Übrigens, wenn das Antibell – Halsband eine Sprühfunktion enthält ist diese in der Regel bedenkenlos. Meist handelt es sich um Wasser gemischt mit Duftstoffen wie Zitrone oder Lavendel.

Das Sprayhalsband für Hunde wird verwendet, wenn das Jagen und Bellen überhand nimmt. Im Halsband ist ein Empfänger integriert. Mithilfe eines Handsenders wird dort ein Impuls freigesetzt. Der Sprayausstoß befindet sich an der Seite des Halsbandes und sollte so ausgerichtet sein, dass dieser in Richtung Nase sprüht. Bei manchen Modellen lässt sich ein Warnsignal einstellen. Das Sprayhalsband dient lediglich zur Unterstützung der Erziehung, nicht als alleiniges Erziehungsmittel.

Wird von einem Vibrationshalsband gesprochen ist ein Erziehungshalsband gemeint, dass hauptsächlich durch Vibration funktioniert. Da es sich um ein Halsband handelt mit dem das Bellen unter Kontrolle gebracht werden soll, gehört es zu den AntiBell- Halsbändern. Durch das integrierte Mikrofon werden beim ertönen des Hundegebells vibrierende Impulse abgegeben. Bei vielen Modellen lassen sich die Stärken unterschiedlich einstellen.

Vorsicht ist geboten

Das Erziehungshalsband ist zwar in zahlreichen unterschiedlichen Varianten erhältlich, ist aber dennoch zu Recht stark umstritten. Gerade bei Elektrohalsbänder ist es für den Hund ein äußerst schmaler Grad zwischen schmerzhaftem Trauma und erfolgreicher Erziehung.

Um einen Erfolg mit einer Form des Erziehungshalsbandes erzielen zu können bedarf es Erfahrung. Erfahrung mit der Erziehung des Hundes generell, sowie den Auswirkungen der gewählten Methode. Es besteht jederzeit die Möglichkeit, dass der Vierbeiner nicht auf das Halsband reagiert bzw. sein Verhalten in eine andere Verhaltensstörung gesteuert wird. Es ist daher sehr empfehlenswert, sich im Vorfeld mit Hundetrainern und Züchtern, die bereits einschlägige Erfahrungen mit solchen Halsbändern haben zu beraten.

Die Hundeerziehung ohne Halsband

Zu einer erfolgreichen Erziehung des Hundes ohne Erziehungshalsband gehört eine innige Beziehung zwischen dem Tier und Halter. Auf dieser Ebene ist es möglich, dem vierbeinigen Hund auf spielerischen Art und Weise neue Verhaltensmuster beizubringen. Wichtig ist hierbei die Erziehung Schritt für Schritt von statten gehen zu lassen. Auch den Hund für jeden erreichten Erfolg zu belobigen. So behält hat dieser den Anreiz weiter zu machen, Negative Erfahrungen bleiben somit erspart. Weist der Hund dennoch merkbare Auffälligkeiten im Verhalten auf, reicht es häufig bereits aus, wenn kleinere Veränderungen im täglichen Ablauf stattfinden.

Weiterführende Informationen:

Teletakt Halsband


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Kommentare

Martin 16. Mai 2017 um 12:53

Ich persönlich halte gar nichts von einem Hundeerziehungshalsband. Meines Wissen sind die Dinger in Deutschland auch nicht erlaubt und das ist gut so. Das wäre im Prinzip das Gleiche, als wenn man jemanden immer mit einem Stock antreiben würde, damit er etwas bestimmtes tut. Egal, um welche Form des Erziehungshalsbandes es sich handelt, es fügt dem Hund Schmerz und Unbehagen zu, Schmerzen durch die Dornen und Unbehagen, wenn man sich für ein Halsband mit Sprühfunktion entscheidet.

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