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Zahnfleischentzündung bei Hunden

Zahnfleischentzündung bei HundenHunde kommen ohne Zähne zur Welt. Im Alter von rund 4 Wochen brechen die kleinen spitzen Milchzähne durch, die ab dem vierten Monat gegen die dauerhaften Zähne gewechselt werden. Das Gebiss des Hundes hat sich seit beinahe drei Millionen Jahren fast nicht verändert. Es ist auch bei den heutigen Haushunden immer noch dazu geeignet um Beute zu fangen, zu zerteilen und zu zerlegen. Verändert hat sich allerdings die Nahrung des Hundes. Heute muss kein Hund mehr seine Nahrung selbst fangen und zerlegen. Hunde bekommen fertiges Futter. Dabei wird gerade beim Feuchtfutter, das Gebiss überhaupt nicht mehr gefordert. Einige Inhaltsstoffe im Futter sind für die Zähne nicht unbedingt gesund. Die Folgen sind Zahnbelag, Zahnstein und Entzündungen des Zahnfleisches.

Die Erkrankung kommt häufig vor

Zahnfleischentzündungen kommen beim Haushund leider sehr häufig vor. Man spricht davon, dass rund 85 Prozent der Hunde zumindest einmal im Leben eine derartige Entzündung hat. Dabei kann das Zahnfleisch nur teilweise oder komplett entzündet sein. Auch die Stärke der Entzündung kann sehr unterschiedlich sein. Einige Hunderassen sind stärker gefährdet und erkranken deutlich häufiger an Gingivitis, wie die Entzündung in der Fachsprache heißt. Dazu zählen vor allem kleine Rassen wie Pekinese, Mops oder Zwergpudel.

Wie entsteht die Entzündung?

Bei der Entstehung einer Zahnfleischentzündung spielen einige Faktoren mit. Wie beim Menschen entstehen auch beim Hund Zahnbeläge. Dabei handelt es sich um die Ansammlung verschiedener Bakterien, die sich mit Eiweiß und Kohlenhydraten aus dem Futter sowie dem Speichel mischen. Diese Mischung legt sich als Belag, Plaque genannt, auf die Zähne. Im Laufe der Zeit wird der Belag durch die im Speichel enthaltenen Mineralien verhärtet. Es entsteht Zahnstein. Der Zahn wird dadurch rau und immer weitere Schichten werden abgelagert. Diese Beläge gehen bis zum Zahnfleisch hoch und bilden einen optimalen Nährboden für Bakterien. Daneben spielt auch das Verhalten des Hundes bei Zahnfleischentzündungen eine große Rolle. Viele Hunde spielen gerne mit Steinen oder Stöcken. Werden diese ins Maul genommen, so kann es zu Verletzungen kommen. Die Folge kann eine Zahnfleischentzündung sein. Auch Kotfressen kann zu einer Zahnfleischentzündung führen.

Die Erkrankung rechtzeitig erkennen

Zahnfleischentzündungen werden vom Hundehalter leider meist viel zu spät erkannt. Erste Symptome sind schlechter Geruch aus dem Maul und gerötetes, geschwollenes Zahnfleisch. Es kann zu leichten Blutungen kommen. In diesem Stadium frisst der Hund ganz normal und hat auch keine weiteren Symptome. Schreitet die Entzündung voran, wird der Speichel blutig und der Hund verweigert zunehmend das Futter. Er hat Schmerzen und magert ab. Wird er nicht behandelt, kommt es zu Zahnausfall, Fieber und allgemeinen Schwächezuständen. Der Hund reibt den Kopf am Boden oder zwischen den Pfoten. Die im Maul befindlichen Bakterien können zu den inneren Organen wandern und dort zu schweren Schäden führen.

Je eher die Behandlung beginnt, desto besser

Sobald der Hund erste Symptome einer Zahnfleischentzündung zeigt, sollte er dem Tierarzt vorgestellt werden. Er wird den Hund entsprechend untersuchen und eine geeignete Behandlung einleiten. Um die Erkrankung zu diagnostizieren, wird der Tierarzt das Maul des Hundes untersuchen. Daneben ist der Allgemeinzustand des Tieres von großer Bedeutung. Genauere Untersuchungen werden zumeist unter Narkose vorgenommen. Sie sind wichtig, um festzustellen, ob der Zahnhalteapparat beeinträchtigt ist und ob bereits Folgeerkrankungen bestehen. Zumeist werden auch Röntgenaufnahmen erstellt. Je früher das passiert, desto besser ist es für den Hund. Sind bereits Zähne locker, bedeutet dies eine deutlich längere und aufwendigere Behandlungszeit.

Zahnpflege beim Tierarzt

Bei der Behandlung ist die Schwere der Zahnfleischentzündung von großer Bedeutung. Handelt es sich um eine leichte Entzündung, wird der Tierarzt den Zahnbelag entfernen und die Zähne gründlich reinigen und polieren. Dies passiert zumeist in Narkose. Lose Zähne müssen in jedem Fall gezogen werden, Zahntaschen werden gespült. Bei schweren Fällen ist eine kurzzeitige Antibiotikagabe notwendig um die Entzündung zu stoppen. Die Therapie, die der Tierarzt vorschlägt, muss in jedem Fall konsequent eingehalten werden. Nach einer derartigen Behandlung muss auf geeignete Zahnpflege beim Hund geachtet werden, um eine weitere Entzündung zu vermeiden.

Auch der Hund sollte Zähne putzen

Damit aber erst gar keine Entzündungen am Zahnapparat des Hundes entstehen können, ist eine geeignete Vorbeugung notwendig. Damit sollte bereits im Welpenalter begonnen werden. Ebenso wie bei uns Menschen ist auch beim Hund eine optimale und regelmäßige Zahnpflege wichtig, damit sein Gebiss lange kräftig und gesund bleibt. Man benötigt dazu eine Hundezahnbürste oder eine Fingerbürste und hundegerechte Zahnpaste. Zahnpaste für Menschen ist aufgrund der Inhaltsstoffe für Hunde nicht geeignet. Im Fachhandel gibt es zahlreiche Arten von Zahnbürsten, die je nach Größe und Art des Hundes gewählt werden können. Zahnpaste gibt es in Geschmacksrichtungen, die auch Hunde gerne haben. Schon der Welpe muss an die Prozedur gewöhnt werden. Das macht man anfangs mit einem weichen Tuch. Der Hund sollte lernen, dass der Halter jederzeit ins Maul greifen darf. Anfangs putzt man nur kurz und greift nur so weit ins Maul, wie das Tier es zulässt. Mit der Zeit gewöhnt sich der Hund daran und es wird keinerlei Probleme mehr bereiten, dem Hund die Zähne zu putzen.

Zahnpflege mit Spaß

Die Zähne und das Zahnfleisch sollten regelmäßig kontrolliert werden. Daneben muss auf das richtige Futter geachtet werden. Ungeeignet ist jedes Hundefutter, das Zucker enthält. Zucker ist leider in sehr vielen Hundefuttermitteln enthalten. Zwischendurch sind geeignete Kauartikel bestens geeignet, um die Zähne und die Kiefer zu trainieren und Beläge abzuschaben. Hier kann auf jede Art von getrockneten Tierprodukten zurückgegriffen werden. Ideal sind Ohren, Schlund oder Sehnen. Auch die Kauprodukte aus Büffelhaut sind hier optimal geeignet. Manche Hunde lieben auch Kauwurzeln oder Geweihstangen. Auch spezielle Spielzeuge sind sehr gut für die Zahnpflege geeignet. Zumeist handelt es sich dabei um Seile oder Spielzeug aus Gummi. Damit werden die Zähne sanft bearbeitet und während des Spiels gereinigt. Bei Hunden, die zu Zahnfleischentzündungen neigen, empfiehlt es sich, regelmäßig den Tierarzt aufzusuchen. Er wird die Zähne des Tieres kontrollieren und kann gegebenenfalls sofort eingreifen.


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Kommentare

Brigitte 20. Februar 2017 um 9:21

Meine beiden Hunde sind jetzt knapp 7 und gut 5 Jahre alt. Bei beiden muss ich sagen, hatte ich noch nie Probleme mit den Zähnen. Von Anfang an bekamen sie Kauartikel, wobei ich schnell merkte, dass die üblichen Kaustangen keinen Erfolg bringen. Die Teile waren so schnell von meinen beiden Fellnasen vernichtet, dass der Pflegefaktor gleich null war. Sehr gute Erfolge habe ich allerdings mit speziellen Geweihstücken und Wurzeln aus dem Fachhandel bei den Hunden. An beiden Teilen kauen sie mit Genuss und das Ergebnis sind perfekte Zähne ohne Zahnstein und dergleichen.

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