Der Cocker Spaniel

Cocker Spaniel
Cocker Spaniel | Foto: Katrina_S / pixabay.com

Lange Zeit war der Cocker Spaniel kaum auf den deutschen Straßen zu sehen. Heute zählt der begehrte Familienhund zu den beliebtesten Hunderassen der Deutschen. Der lustige und freundliche Kerl mit den Schlappohren ist eine der ersten Hunderassen, die der modernen Rassehundezucht entstammen. Er wurde bereits im 19. Jahrhundert vom Kennel Club anerkannt. Der anpassungsfähige Hund stand sogar Walt Disney Pate für die Figur der Susi im Walt Disney-Klassiker „Susi und Strolch“. Mutig und familienfreundlich ist er der Cocker Spaniel, beinahe wie im Film. Allerdings ist er kein Hausgenosse für jedermann. Als Jagdhund kann er seine Halter herausfordern und auch in puncto Fütterung ist der Cocker Spaniel kein ganz einfacher Hund. Wen dies nicht abschreckt, der darf sich über einen verspielten und liebenswerten Freund freuen.

Der Cocker Spaniel und sein Wesen

Nicht ohne Grund ist der Cocker Spaniel einer der beliebtesten Hunde in Deutschland. Als Familienhund ist er ein idealer Begleiter mit einem sehr freundlichen Wesen. Er ist temperamentvoll und fröhlich. Allerdings kann er zuweilen auch einen gewissen Eigensinn zur Schau stellen. Der Cocker Spaniel ist ein sehr anpassungsfähiger Hund, der sehr gerne spielt. Seine praktische Größe macht ihn zu einem hervorragenden Begleiter. Das Jagdfieber steckt jedoch immer noch im Cocker Spaniel und so benötigt er auch regelmäßige und ausgiebige Beschäftigung. Er hat einen großen Bewegungsdrang und einfache Spaziergänge sind ihm nicht genug. Er lässt sich jedoch gerne zum Apportieren oder auch zum Schwimmen animieren. Wer einen passionierten Jagdbegleiter sucht, wird im Cocker Spaniel einen Hund mit Intelligenz und Begeisterung für das Stöbern finden. Spuren verfolgt er unerschrocken, auch wenn er dafür durch dichtes Gebüsch oder ins Wasser gehen muss. Der Cocker Spaniel lernt rasch und gerne und interessiert sich für alles Neue. Wird er gut ausgelastet, hat er stets gute Laune und macht seiner Familie viel Freude.

Der Cocker Spaniel und sein geschichtlicher Hintergrund

Spaniels dürften bereits seit einigen Jahrhunderten existieren. Überlieferungen und künstlerische Darstellungen beweisen diese Tatsache. Diese Hunde waren schon immer Begleiter für die Jagd und wurden als solche im vergangenen Jahrhundert als „Field Spaniels“ bezeichnet. Erst viel später entstanden die Begriffe „Springing Spaniel“ und „Cocking Spaniel“. Diese Namen bezogen sich auf die Art des Hundes, zu jagen. Der Cocking Spaniel oder heutige Cocker Spaniel wurde speziell für die Jagd auf die Waldschnepfe, im Englischen als woodcock bezeichnet, gezüchtet. Der heute beliebte Familienhund ist das Ergebnis aufwendiger und engagierter Zucht. Dies geschah vorwiegend in England. Um die Jahrhundertwende gelangten die ersten Hunde dann auch nach Deutschland. Vorwiegend war der Cocker Spaniel ein Jagdhund, der bis zum Zweiten Weltkrieg vor allem als Stöberhund eingesetzt wurde. Ab den 1920ern setzte sich der Cocker Spaniel dann als Familienhund durch, dessen Hochzeit etwa von 1950 bis 1970 reichte. Er erreichte zu dieser Zeit sogar die Top 10 der beliebtesten Hunderassen Deutschlands, die er bis heute nicht verlassen hat. Als Jagdhund ist der Cocker Spaniel zuweilen heute noch zu sehen. Der offizielle Name des Hundes ist mittlerweile „English Cocker Spaniel“. Der Grund dafür ist der „American Cocker Spaniel“ der vom europäischen Original abstammt und in den USA als Show-Hund beliebt ist.

Das Aussehen des Cocker Spaniels

Mit einer Größe von rund 40 Zentimetern zählt der Cocker Spaniel zu den kleinen Hunderassen. Er ist kompakt und sportlich gebaut. Vom Boden zum Widerrist misst er ebenso viel wie vom Widerrist zum Rutenansatz. Der Cocker Spaniel hat damit einen quadratischen Körperbau. Ein ausgeprägter Stop oder Stirnabsatz und ein quadratischer Fang kennzeichnen den Kopf des Spaniels. Die charakteristischen Augen sind groß und braun. Lange und hängende Ohren sind ein spezielles Merkmal des Cocker Spaniel. Die Rute ist mäßig lang. Das Kupieren war früher generell üblich. Heute ist es jedoch nur mehr bei ausgewiesenen Jagdhunden gestattet. Das Fell dieses Hundes ist weich, seidig, dicht und lang. Die Ausnahme bildet der Kopf. Hier ist das Haarkleid kurz. Somit gehört der Cocker Spaniel den langhaarigen Hunderassen an, die auch spezielle Pflege fordern. Farblich bietet der Cocker Spaniel ein buntes Repertoire. Am häufigsten zu sehen ist der einfarbig rothaarige Spaniel. Einfarbig Schwarz oder Braun ist aber ebenso möglich wie mehrfarbig, geschimmelt oder gescheckt.

Welche Ansprüche stellt der Cocker Spaniels?

Cocker Spaniel Welpe
Cocker Spaniel Welpe | Foto: Katrina_S / pixabay.com

Der Cocker Spaniel ist fröhlich und sanft aber auch temperamentvoll und lebhaft. Seinen Menschen gegenüber zeigt er sich anhänglich und treu. Er ist sowohl Menschen als auch Tieren gegenüber aufgeschlossen und freundlich. Damit ist er der perfekte Familien- und Begleithund. Er passt sich rasch und leicht an, benötigt jedoch in jedem Fall eine konsequente und liebevolle Erziehung und klare Führung. Als Hund mit ausgeprägter Jagdleidenschaft kann er zuweilen sehr eigensinnig sein. Packt ihn das Jagdfieber, ist der Gehorsam nicht selten außer Kraft gesetzt. Er benötigt viel Bewegung und geistige Auslastung. Ausreichend Auslauf, Apportierspiele oder Hundesport sind für ihn besonders wichtig, weil der Cocker Spaniel zu Übergewicht neigt. Hier sind auch regelmäßige Gewichtskontrolle und Achtsamkeit mit dem Futter gefragt. Hat dieser Hund genug Beschäftigung, kann er auch in der Wohnung gehalten werden. Daneben benötigt der Cocker Spaniel ausgiebige Pflege. Das Fell muss täglich gebürstet werden. Augen und Ohren sollten regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls gereinigt werden.

Der perfekte Mensch für den Cocker Spaniel ist…

Als äußerst lebhafter Zeitgenosse benötigt dieser Hund viel Bewegung und damit auch Zeit. Er ist kein Hund für bequeme Menschen, die ihre Freizeit gerne auf der Couch verbringen. Wird der Cocker Spaniel nicht ausgelassen, wird er dick, behäbig und sehr eigensinnig. Er ist eher ein Hund für sportliche Naturen, die gerne mit dem Hund laufen, Rad fahren oder auch schwimmen gehen. Nachdem er sehr viel Pflege benötigt, muss auch diese Zeit in den täglichen Alltag einkalkuliert werden. Mit Kindern hat der Cocker Spaniel in der Regel in keiner Altersstufe Probleme. Dennoch muss stets gut überlegt werden, ob sich die Erziehung von Kindern und die eines Cocker Spaniels wirklich gut vereinbaren lassen. Hier sollte immer daran gedacht werden, dass der Cocker Spaniel sofort merkt und darauf reagiert, wenn er keine 100-prozentige Aufmerksamkeit erhält.

Der Cocker Spaniel, für Anfänger und Familien bestens geeignet

Cocker Spaniel sehen nicht nur nett und sympathisch aus, sie sind es auch. Sie schmusen gerne, benötigen viele Streicheleinheiten und sind als Anfängerhund perfekt. Bei guter Pflege und artgerechter Haltung können die kleinen Lieblinge bis zu 14 Jahre alt werden. Als Familienhund kann die aufgeweckte Hunderasse richtig gefordert werden. Gerade dann, wenn Kinder mit im Haushalt leben, können sich die niedlichen Hunde mit den langen „Schlappohren“ richtig austoben. Sie sind auch als Jagdhunde, Apportierhunde, Wasserhunde und Stöberhunde beliebt. Am liebsten werden sie den ganzen Tag über gefordert und beschäftigt. Sie benötigen viel Auslauf und sind daher auch gerne bei schlechtem Wetter aktiv. Sportliche Übertreibungen müssen nicht sein, aber gegen eine Runde Joggen haben die meisten Cocker Spaniel nichts, auszusetzen. Am besten wird unterwegs noch eine kleine Pause eingelegt, damit Apportier Spiele stattfinden können. Ein eigener Garten mit etwas Unterholz bietet für den Cocker eine perfekte und sichere Spielwiese. Da die Hunderasse gerne stöbert, wird dieser Drang von vielen Hundehaltern gerne unterstützt. In öffentlichen Wäldern ist das Stöbern im Unterholz zumeist nicht möglich, vor allem dann, wenn Leinenpflicht besteht. Kein verantwortungsvoller Hundehalter sollte seinen Cocker Spaniel im Wald frei laufen lassen, wenn die behördlich oder von der Gemeinde verboten ist. Die meisten Jäger, die einen frei laufenden Hund entdecken, greifen schnell zum Gewehr. Das Stöbern sollte daher nur in geschützten Bereichen erfolgen, in denen dem Cocker Spaniel nichts passieren kann. Die Sicherheit des Hundes sollte immer an erster Stelle stehen.

Der Cocker Spaniel und seine Gesundheit

Grundsätzlich ist der Cocker Spaniel ein sehr robuster Hund, der ein Alter von etwa 12 bis 15 Jahren erreichen kann. Allerdings gibt es einige Erkrankungen, die für diese Rasse typisch sind. Dazu zählen Probleme mit den Augen, die regelmäßige Kontrollen notwendig machen. Es kann zum Hänge-Lid, Roll-Lid oder auch Grauem Star, Augenausfluss oder Bindehaut-Entzündung kommen. Anfällig sind auch die Ohren des Cocker Spaniels. Er neigt zu Infektionen, Milben oder sogar Taubheit. Daneben besteht durch die Neigung zu Übergewicht auch eine Prädisposition für Diabetes. Eine dem Cocker Spaniel eigene Erkrankung ist die Cockerwut. Dabei handelt es sich um eine grundlose Aggressivität, die anfallsweise auftritt. Die Gründe für diese Erkrankung sind nicht vollständig geklärt. Immer wieder wird aber ein Auftreten mit der Fellfarbe „golden“ (rot) diskutiert.

Achtung, auf das richtige Fressen kommt es an

Cocker Spaniel haben einen großen Appetit und fressen ausgesprochen gerne und schnell. Damit der Hund über viele Jahre hinweg gesund und sportlich bleibt, sollte ein verantwortungsvoller Hundehalter die täglichen Mahlzeiten nicht zu groß dosieren. Cocker Spaniel setzen schnell überflüssige Pfunde an, auch dann, wenn sie sich häufig bewegen. Leckerlis sind als Belohnung erlaubt, sollten aber nicht zu großzügig verteilt werden und genau auf den täglichen Fressbedarf abgestimmt sein. Erlaubt sind auch frisches Fleisch und fleischige, saftige Rinderknochen. Sollte es dennoch im Laufe der Zeit zu einer unerwünschten Gewichtszunahme kommen, ist die Verwendung von Diätfutter angeraten. Die Haltung sollte in jedem Fall artgerecht sein, damit sich der Hund nicht nur wohlfühlt, sondern auch gesund bleibt. Direkt beim Welpenkauf, am besten bei einem Züchter, der einem der VDH-Vereine angehört, kann die Frage nach dem geeigneten Futter gestellt werden. Züchter, die die Welpen von Geburt an begleitet und betreut haben, kennen sie nicht nur am besten, sie wissen auch, welches Futter der jeweilige Hund bevorzugt und welches Fressen ihm gesundheitlich am besten bekommt. Prinzipiell können allgemeine Informationen über die unterschiedlichen Hunderassen, wie z. B. Cocker Spaniel, gut recherchiert werden, dennoch ist jeder Hund ein Individuum, das persönliche Neigungen und Geschmacksvorlieben hat. Es kann daher nur von Vorteil sein, wenn Sie sich von Ihrem Züchter gleich zu Anfang beraten lassen, damit Sie Ihr neues Familienmitglied so ernähren können, wie es der Züchter auch getan hat. Je weniger Umstellungen zu Beginn einer langen Hundefreundschaft nötig sind, desto besser. Der junge Cocker Spaniel kann sich dann noch schneller und intensiver bei seiner neuen Familien eingewöhnen.

Die artgerechte Haltung von einem Cocker Spaniel

Cocker Spaniel sind nur dann glücklich und entwickeln sich prachtvoll, wenn sie artgerecht gehalten werden. An erster Stelle steht der Auslauf in der freien Natur, der am besten 2 Mal am Tag, für insgesamt mindestens zwei Stunden, erfolgen sollte. Viel Bewegung ist wichtig, da das Jagen und Stöbern in der Natur zum Naturell vom Cocker Spaniel gehört. Hundehalter, die nicht gerne Joggen und mit dem Hund einen Wald- und Wiesenlauf unternehmen möchten, sollten daher Apportier Spielzeug oder einen einfachen Ast, mit auf den Weg nehmen. Große Freiflächen und einsame Wiesen bieten sich zum Apportieren an. So kann sich der Hund auch ohne lange Wege gehen zu müssen, gut Austoben und spielen. Da das Fell vom Cocker Spaniel recht lang ist und der Hund gerne in der Natur bei jeder Witterung spielt, lohnt es sich, wenn bereits im Auto, spätestens aber direkt vor der Haustür ein Handtuch verfügbar ist, damit das Fell an regnerischen und feuchten Tagen gereinigt und abgetrocknet werden kann. Cocker Spaniel sind sehr intelligent und freundlich. Es ist daher wichtig, dass sie konsequent erzogen werden, damit sie möglichst schnell erkennen, an welche Regeln sie sich beim Zusammenleben mit dem Menschen, halten müssen. Konsequenz ist wichtig, darf bei der Erziehung von einem Cocker Spaniel aber nicht mit Gewalt oder Härte durchgesetzt werden. Die Psyche von einem Spaniel würde diese Art der Erziehung nicht durchstehen. Planen Sie daher lieber ein paar Leckerlis mehr in den täglichen Nahrungsplan ein und mindern Sie ein wenig die Größe der Hauptmahlzeit, dann wird die Bindung zwischen „Hund und Herrchen“ noch inniger gestärkt und kann nachhaltiger erfolgen. Die Belohnungen können dann im Laufe der Zeit wieder gemindert werden, wenn der Hund gut erzogen ist und weiß, worauf es ankommt. Da Cocker Spaniel gerne jagen und stöbern, ist es wichtig, dass sie bereits früh lernen wieder zurückzukehren, wenn der Ruf des Herrchens erfolgt. Einmal von Leine gelassen, könnte die Neugier des Hundes überwiegen und zu gefährlichen Situationen führen. Daher sollten Cocker Spaniel nur dann von der Leine gelassen werden, wenn sie gut erzogen sind und auf Zuruf sofort wieder bei „Fuß“ stehen.

Fazit

Sportliche Menschen, die dazu bereit sind einen Hund konsequent und liebevoll zu erziehen, werden mit dem Cocker Spaniel sehr viel Freude haben. Er kann sich in eine bestehende Familie sehr gut integrieren, denn er hat mit Kindern kein Problem. Dennoch muss hier gut abgewogen werden, ob neben Kindererziehung genug Zeit für den Hund bleibt. Zu bedenken gilt in jedem Fall, dass der Cocker Spaniel nach wie vor eine Leidenschaft für die Jagd besitzt. Unter Umständen kann dieses Verhalten problematisch werden und so sollte man jederzeit darauf vorbereitet sein. Wer sich also mit seinem neuen Hausgenossen gerne sportlich betätigt, auf dessen Ernährung achtet, und lernt mit seinen Eigenheiten umzugehen, findet im Cocker Spaniel einen treuen Begleiter.

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