Zwerghund

Zwerghund
Zwerghund | Foto: Laures / Depositphotos.com

Seien wir ehrlich: Es gibt ganz schön viele kleine Hunderassen, nicht wahr? Aber klein und klein ist bei weitem nicht das Gleiche. Denn unter den Kleinen gibt es auch noch die ganz Kleinen, die Zwerghunde. Welche aber gehören dazu und was macht man eigentlich mit ihnen? Sicherlich haben sie mehr Potenzial, als in einer Tasche herumgetragen zu werden.

Klein, aber oho

In einem können Sie sich sicher sein: Kleine Hunde scheinen auf den ersten Blick nicht viel vorzuweisen haben. Aber in diesem Punkt werden eigentlich alle ziemlich unterschätzt. Denn auch die kleinsten der Kleinen können sehr gut auf Haus und Hof aufpassen, bei Hundesportarten brillieren und natürlich auch einmal ihren Mann stehen, wenn es tatsächlich darauf ankommt.

Nein, an Mut fehlt es ihnen oftmals überhaupt nicht. Sie können wie die Wilden aus dem Nichts erscheinen und ihr Anliegen lautstark vortragen. Das ist nicht einmal ungewöhnlich. Vermutlich haben sie gelernt, dass das Kleinsein nicht immer einfach ist. Da kann Angriff tatsächlich die beste Art der Verteidigung sein. Es ist immer gut, das Überraschungsmoment auf seiner Seite zu wissen.

Einen weiteren Punkt, den die Zwerghunde gemein haben, ist die Tatsache, dass sie wortwörtlich überall gehalten werden können. Natürlich freuen auch sie sich, wenn sie im Freien, auf der grünen Wiesen herumtollen können. Doch sind nur kurze Spaziergänge im Freien notwendig, um sie bereits zufriedenzustellen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass man sich spielerisch in den eigenen vier Wänden mit ihnen beschäftigt.

Selbstverständlich können auch sie stundenlang mit anderen Hunden auf der Hundewiese und im Hundesportzentrum spielen. Doch lassen sie sich aufgrund ihrer Größe auch in einer Wohnung leicht bespaßen. Zudem sind sie für gewöhnlich auch recht lernwillig, sodass diverse Tricks oder auch das Dog Dancing gut mit ihnen einstudiert werden können.

Schauen wir uns die Kleinsten der Kleinen einmal näher an:

Russischer Toy Hund / Russkiy Toy

Er wiegt nur ein bis drei Kilogramm. Seine Größe liegt bei zwanzig bis achtundzwanzig Zentimetern. Der Russkiy Toy besitzt eine Lebenserwartung von zwölf bis fünfzehn Jahren, allerdings sind diese Zahlen noch nicht stark fundiert, da die Rasse ja noch ziemlich jung sind.

In den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts hat sich der English Toy eine wichtige Position in der eleganten, russischen Gesellschaft erobert. Allerdings ist er als Rasse nicht weiterverfolgt und weiterhin gezüchtet worden. In den frühen 1950er Jahren hat man die Zucht der Russkiy Toy als neue Hunderasse in Angriff genommen.

Das Ziel der Zucht hat man sich ganz konkret gesetzt: Ein neuer Luxushund sollte entstehen. Er sollte so graziös und zart sein, wie noch kein Luxushund vor ihm. Ein Vorhaben, das recht gut gelungen ist.

"Zwerghund" Russkiy Toy
„Zwerghund“ Russkiy Toy | Foto: averyanova / Depositphotos.com

Nun ja, der Russkiy Toy ist genau genommen der größte der Kleinsten. Gab es zunächst nur einen Typ dieser Rasse, nämlich den kurzhaarigen Russkiy Toy, so ist mittlerweile ein anderer Typ vorhanden – einen mit langem Fell und Fransen an den Ohren.

Der Russkiy Toy tritt in verschiedenen Farben auf: braun mit loh, schwarz mit loh und auch blau mit loh. Rot tritt in allen Varianten auf. Sie sind mit und ohne brauner Wolkung erlaubt. Der Standard ist diesbezüglich sehr freizügig. Je intensiver die Farben sich zeigen, desto zufriedener sind Züchter und Besitzer.

Der Russkiy Toy ist ein typischer Terrier, der temperamentvoll, frech, mutig, neugierig und lebhaft ist. Zudem zeigt er eine große Flinkheit, Aufmerksamkeit und Temperament auf. Wer sich diesen Hund aussucht, darf sich darauf gefasst machen, dass sich dieser gerne und viel bewegen möchte und viel, nein sehr viel Aufmerksamkeit benötigt.

Eigentlich ist er immer fröhlich. Langweilt er sich aber, wird er zum Kläffer, da er durch die Lautgebung seine Energie abgeben kann. Daher ist es besser, ihn sinnvoll und spielerisch beschäftigt zu wissen. Da er ein inniges Verhältnis zu seinen Menschen aufbaut, ist er möglichst immer an ihrer Seite. Zu viele Menschen können ihn verwirren, da er nicht weiß, wem die Loyalität gehören soll. Er ist sehr gut geeignet als Einzelhund für eine einzige Person.

Wie viele kleine Hunderassen ist auch er anfällig für Augenerkrankungen, Patellaluxation und Herzproblemen.

Seine Ernährung und auch seine Pflege sind recht unproblematisch. Einzige Voraussetzung ist eine ausreichende Bewegung, jeden Tag.

Der Bolonka Zwetna

Auch dieser Hund findet seinen Ursprung in Russland. Er entstand nach dem Zweiten Weltkrieg und hat sich lange Zeit ausschließlich in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion finden lassen. Verschiedene andere kleine Hunderasse stehen für seinen Ursprung Pate: Vorrangig der Bichon Frise, der Bolonka Franzuska, der Shi Tzu und auch der Lhasa Apso.

Größer als achtundzwanzig Zentimeter sollte er bei einem Gewicht von zwei bis fünf Kilogramm nicht werden. Er besitzt mittellanges bis langes Haarwelches luftig, weich und sehr seidig ist. Bis auf eine reine Weißfärbung ist förmlich jede Farbe erlaubt. Die bunte Farbenvielfalt geht vermutlich auf die diversen Einkreuzungen zurück. Seine Lebenserwartung liegt bei dreizehn bis fünfzehn Jahren.

Lebendig und verspielt, so kennt man ihn. Er liebt seine Besitzer über alles und freundet sich mit jedermann sofort an. Man könnte sagen, er ist unwiderstehlich. Da er eine große Ausdauer besitzt und sehr robust ist, sind auch längere Spaziergänge, sogar kleine Wanderungen kein Problem für diesen kleinen Hund. Da er gefallen UND lernen möchte, ist seine Erziehung auch für den Anfänger recht problemlos. Jedoch mag er nicht allein bleiben und „klebt“ förmlich an seinen Menschen.

Der Bolonka Zwetna gilt auch als "Zwerghund"
Der Bolonka Zwetna gilt auch als „Zwerghund“ | Foto: marclschauer / Depositphotos.com

Ein Leben in der Stadt ist für ihn überhaupt kein Problem. Doch benötigt er auch dort ausreichend Auslauf, um sich austoben zu können. Unter ein bis zwei Stunden lässt er sich nicht abspeisen. Den Hundeplatz liebt er über alles, weil er dort nicht nur viel lernen und sich austoben kann, sondern auch noch die Gesellschaft anderer Hunde genießt.

Die Pflege ist wirklich einfach, denn dieser Hund haart nicht. Lediglich abgestorbene Haar fallen aus. Das Unterfell ist dicht und warm. Es ist ausreichend, ihn alle paar Tage für einige Minuten zu bürsten – und fertig. Die Fellfarbe wird mit dem Alter heller.

Grundsätzlich ist der Bolonka Zwetna ein sehr robuster Kerl. Einige Probleme hat er mit den anderen Zwerghunden gemein: Augenprobleme, HD (Hüftgelenks-Dysplasie), Patellaluxation. Zudem zeigt er eine gewissen Magenschwäche, sodass es am sinnvollsten ist, ihm sein Futter auf mehrere Mahlzeiten pro Tag zu verteilen. Mit der Zugabe von frischem Obst und Gemüse kann ihm die Verdauung erleichtert werden.

Der Prager Rattler

Dieser Hund ist schon ein wenig bekannter. Seine Eckdaten: Knapp 20 Zentimeter, ein bis drei Kilogramm, zwölf bis vierzehn Jahre. War er zunächst Gesellschaftshund am böhmischen Hof, wurde er später in den Ställen eingesetzt, um Nagerplagen ein Ende zu setzen.

Er besitzt eine hohe Reizschwelle, ist verspielt, aufmerksam, sozial und zu jedermann freundlich. Als Zweithund ist er bestens geeignet und steht älteren Hunden gerne zur Seite. Er ist verspielt, freundlich zu den Menschen, ist nicht nur treu, sondern auch zutraulich, zuverlässig und manchmal etwas schüchtern.

Sein schwarzes Fell mit roten Abzeichen ist kurz und lässt sich sehr leicht pflegen. Sein Bewegungsdrang ist nicht sehr groß, was ihn zu einem guten Begleiter für Senioren, aber auch junge Hundehalter macht. Andere Tiere können gerne im Haushalt gehalten werden.

Prager Rattler
Prager Rattler | Foto: damedeeso / Depositphotos.com

In Bezug auf seine Erziehung und Sozialisierung ist der Prager Rattler eigentlich problemlos, wenn man bereits im Welpenalter eine konsequente Linie verfolgt. Wird diese Möglichkeit verpasst, kann viel Ärger ins Haus stehen. Er ist ja recht selbstbewusst, der Prager Rattler. So kann er sich schon mal mit größeren Hunden anlegen oder entwickelt sich zur Motzbeule an der Leine, die einfach jeden und anbellt.

Nein, genau genommen ist der Prager Rattler leichtfüttrig. Aber sollte man auf eine ausgewogene Futterwahl achten. Eventuell ist es notwendig, Frischfutter hinzuzufügen, um diesen hohen Anspruch an das Futter erfüllen zu können.

Grundsätzlich aber ist dieser Hund aber ein sonniges Seelchen, das einen die Sonne jeden Tag hinterherträgt.

Der Deutsche Zwergspitz

Der Deutsche Zwergspitz ist ein ausgemachter Familienhund, der den Spitzen und Hunde vom Urtyp zugeordnet ist. Sie können über vierzehn Jahre alt werden. Krankheiten sind für ihn ein Fremdwort. Sein Fell ist mittellang mit einem Kragen, der einer urigen Mähne ähnelt.

Sie besitzen ein gutes Unterfell, dass sie gut wärmt, im Sommer aber auch die Wärme abhält. Da sein Deckhaar absolut wasserabweisend ist, sollte er niemals geschoren. Viele Farben kann der Zwergspitz zeigen, nur braun und rot wird man nicht finden.

der Deutsche Zwergspitz gilt als Zwerghund
Auch der Pomeranian bzw. der Deutsche Zwergspitz gilt als Zwerghund. | Foto: Laures / Depositphotos.com

Klein ist er, ja. Aber dafür ist er auch sehr aufgeweckt, anpassungsfähig, mit einem großen Spieltrieb, liebevoll, sehr menschenbezogen, intelligent, anhänglich und manchmal auch kindisch übermütig. Aber vorsichtig – er kann mitunter auch wirklich stur sein und sich dumm stellen. Das macht die Sache einfacher, glaubt er.

Für ihn sind nicht nur Joggen und Begleiten beim Radfahren eine tolle Beschäftigung. Auch Hundesportarten, die seine Intelligenz fordern, liebt er über alles. Hierzu gehören Dogdancing, Trickdog und auch Agility. Da er sich gerne von seiner besten Seite zeigt, ist seine Erziehung auch für Anfänger kein Problem mehr. Sich den Tagesabläufen seines Besitzers anzupassen, ist für ihn selbstverständlich.

Seine Pflege beläuft sich auf zwei bis drei Mal bürsten pro Woche. In Bezug auf seine Ernährung ist er vollkommen unkompliziert. Seine Gesundheit ist kein Problem. Allerdings schadet es nicht, ein wachsames Auge auf die Patella zu haben und die Augen im Blick zu behalten.

Der Chihuahua

Mit ihm haben wir den kleinsten der Zwerghunde gefunden. Seine Größe beläuft sich auf dreizehn bis dreiundzwanzig Zentimeter. Dabei weist er ein Gewicht von ein bis drei Kilogramm auf. Auch dieser Zwerghund kann ein langes Leben führen, da er zwölf bis vierzehn Jahre alt wird. Er ist der Familie der Gesellschafts- und Begleithunde. Er ist ein wunderbarer Familienhund.

Der Chihuahua findet seinen Ursprung in Mexico. Keiner weiß genau, wie alt diese Hunderasse wirklich. Es wird jedoch vermutet, dass sie bis zu den Azteken zurückgehen. Im 19. Jahrhundert wurde begonnen, nicht nur die Zucht zu erweitern, sondern auch die Tiere an Touristen zu verkaufen. Daraufhin wurde die Zucht weltweit aufgenommen.

Der Chihuahua ist sehr temperamentvoll und dennoch seinem Herrn extrem zugeneigt. Sie alleine zu lassen, ist keine gute Idee, denn das mögen sie gar nicht. Aufgrund ihrer Anhänglichkeit kann es anderen Menschen, Hunden und anderen Tieren gegenüber sogar zu Eifersüchteleien kommen. Sie bringen es mit sich, dass die Sozialisierung und Erziehung früh beginnen muss, damit sie sich auf dem Hundeplatz einfügen können.

Auch wenn er problemlos in Wohnungen gehalten werden kann und sich dort gut beschäftigen lässt, sollte er unbedingt ausreichend Auslauf erhalten. Dieser kann durch nichts ersetzt werden. Gerne ist er auf dem Hundeplatz, wo er seinem Besitzer zeigen kann, wie intelligent er tatsächlich ist.

Mädchen mit "Zwerghunden" Chihuahuas
Mädchen mit „Zwerghunden“ Chihuahuas | Foto: cynoclub / Depositphotos.com

Grundsätzlich ist der Chihuahua pflegeleicht. Dennoch sollte er eine tägliche Einheit der Pflege bekommen. Dies stärkt die Verbindung zu seinem Besitzer.

Auch wenn es nicht leicht zu glauben ist, haben viele kleine Hunderassen, so auch der Chihuahua, mit Unterzuckerung zu kämpfen. Sie benötigen also eher viele kleine Mahlzeiten, gut über den Tag verteilt. Es ist darauf zu achten, dass ein hoher Fleischanteil überwiegt. Gerne kann dies auch mit Hilfe des BARFEN durchgeführt werden. Leider haben die Chihuahuas noch weitere „Problemzonen“: Zahnstein, Augenentzündungen, Herzerkrankungen und Patellaluxation.

Fazit

Auch wenn diese Hunde noch so klein sind, sind sie ihren Besitzern treu ergeben und lieben es, sich in ihre Familien einzugliedern. Vielleicht sehen sie nicht so imposant aus wie größere Hunderassen. Vielleicht scheint es, dass sie tatsächlich mehr Schutz benötigen und deshalb in größeren Menschenmengen in Hundetragetaschen oder Hunderucksäcken getragen werden sollten.

Gerade in den Disziplinen des Trickdogs oder des DogDancing wird man mit ihnen viel Spaß haben können. Für die Stadt sind sie fantastische Hunde, die wertvolle Mitglieder der Familie sind und auch Senioren noch viel Freude bereiten können.

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