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Die Deutsche Dogge

Deutsche Dogge

Deutsche Dogge | Foto: Pexels / pixabay.com

Die Deutsche Dogge ist einer der schönsten und sanftesten Hunderassen. Sie ist jedoch mit einer stattlichen Größe gesegnet und eignet sich daher nicht unbedingt für jeden Haushalt. Hier sollte viel Platz zur Verfügung stehen und auch Kinder sollten bereits größer und standfest sein. Allerdings ist die Dogge an Sanftmut kaum zu übertreffen. Wer also wirklich einen stattlichen Hund sucht, der sich zu präsentieren weiß, der ist mit einer Dogge gut beraten. Beeindruckend ist jedoch auch die Tatsache, dass die Dogge der offizielle State Dog des US Bundesstaates Pennsylvania ist. In verschiedenen Farben zu finden, ist die Dogge ein Hund, der sich zumindest in seiner Optik sehr vielfältig und durchaus auch mal bunt präsentiert. Wer sich allerdings eine Dogge ins Haus holt, der sollte sich trotz des liebevollen Charakters darauf einstellen, dass er einen Hund hat, der sich nicht so leicht unterwirft, wie es bei vielen anderen Rassen der Fall ist. Sie ist zwar sehr auf ihren Menschen bezogen, dennoch sollte ihr eine gute Erziehung zuteil werden. Bedenkt man, dass man mit einem Rüden gute 80 Zentimeter Körperhöhe an der Leine hat und ein entsprechendes Gewicht dann ist klar, dass man den Hund im Falle des Falles nicht mehr halten könnte. Somit sollten derart große Rassen besonders gut und konsequent erzogen werden.

Das Wesen der Deutschen Dogge

Die Deutsche Dogge ist ein sehr sanfter Hund. Sie präsentiert sich dem Menschen wie auch anderen Tieren gegenüber als sehr friedlich und besonders anhänglich, zeigt aber auch eine sehr hohe Reizschwelle.  Bei entsprechender Sozialisierung ist die Dogge im Grunde genommen auch sehr gut mit allen anderen Tieren zusammen zu halten. Sie ist ein sehr treuer Hund, der am liebsten immer bei seinem Menschen dabei wäre und somit auch die Zweisamkeit besonders schätzt. So ist sie natürlich auch ein Hund, der abends gerne mal mit auf die Couch zum Kuscheln möchte. Angesichts der Größe dieser Hunde nicht immer optimal aber der enge Kontakt zum Menschen ist für das psychische Gleichgewicht dieser Hunde sehr wichtig. Somit eignet sich diese Rasse natürlich durchaus auch als Familienhund, ihr gemütliches Wesen und ihre hohe Reizschwelle machen sie auch für Kinder zu einem optimalen Begleiter. Allerdings sollten die Kinder, wie bereits erwähnt, schon etwas größer und vor allem standfest sein. Vor allem junge Doggen sind nicht selten sehr übermütig und vor allem auch tollpatschig. Hier kommt es immer wieder zu „Auffahrunfällen“ zwischen Kind und Hund. Allerdings haben auch nicht gerade wenige Kinder am Halsband einer Dogge laufen gelernt und so ihre ersten eigenen Schritte gemacht. Auch hierbei ist die Dogge sehr geduldig und lässt sich gerne auch mal für die verschiedensten Dinge quasi zweckentfremden.

Der geschichtliche Hintergrund der Deutschen Dogge

Die Geschichte der Deutschen Dogge ist beeindruckend lang und lässt sich nahezu lückenlos bis ins frühe 16. Jahrhundert hinein zurückverfolgen. Seinerzeit, also zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurden von England aus starke, hochbeinige Hunde eingeführt. Diese hatten ihren Ursprung in einer Kreuzung aus dem breiten Mastiff mit dem irischen Wolfshund. Auch wenn es sich hier bei diesen eingeführten Hunden noch nicht um eine eigene Rasse handelte, so kann in diesen Kreuzungen doch bereits der Zuchtursprung der Dogge gesehen wurden. Sie wurden auch damals schon als Englische Dogge bezeichnet und im Verlauf der weiteren Zucht wurden die Merkmale verfestigt. In erster Linie waren sie damals an den Höfen der Fürsten zu finden, wo sie als Bären-Hirsch oder Eberhunde eingesetzt wurden. Schon damals war man vom stattlichen Aussehen und der edlen Erscheinung begeistert. So kam es dass die schönsten und edelsten der Doggen bereits damals einen Vorzug erhielten. Sie wurden als sogenannte Kammerhunde bezeichnet und durften sich das Schlafgemach mit dem Fürsten teilen. Sie bekamen prunkvolle Lagerplätze, ausgestattet mit Bärenfell und verschiedenen Polstern und galten nicht selten auch als Statussymbol. Während alle anderen Doggen einfach als Englische Doggen bezeichnet wurden und im Stall ihr Quartier bezogen, bekamen die Kammerhunde besonders prachtvolle Halsbänder, die nicht selten auch aus Gold waren. Bei ihnen wurde sehr auf eine gute Sozialisierung geachtet und die Fürsten versprachen sich von ihnen oder durch sie natürlich auch besonderen Schutz vor Attentätern. Als im 19. Jahrhundert sich die Jagd als solche durch den Einsatz von Schusswaffen grundlegend änderte, wurden hier natürlich auch die Doggen nicht mehr gebraucht. So wurden diese Hunde immer seltener und waren letztlich nur noch als sogenannte Liebhaberhunde zu finden. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts fanden diese Hunde im Zuge des hohen Interesses an Rassehunden wieder mehr Beachtung. Hier wurden sie allerdings überwiegend unter der Bezeichnung der Ulmer Dogge oder der Dänischen Dogge geführt. Sowohl auf der Ausstellung 1863 in Hamburg als auch 1869 in Altona wurden sowohl Doggen unter der Bezeichnung Dänische Dogge als auch solche unter der Bezeichnung Ulmer Dogge vorgestellt. Obgleich keiner der Hunde eine dem Namen entsprechende Abstammung hatte, wurden sie entsprechend geführt. Erst im Jahre 1876 wurde den Züchtern der Dänischen wie auch der Ulmer Dogge empfohlen, sich doch auf die gemeinsam zu führende Bezeichnung der Deutschen Dogge zu einigen, was man dann auch tat.

Welche Ansprüche stellt die Deutsche Dogge

Deutsche Dogge Welpe

Deutsche Dogge Welpe | Foto: LGL / pixabay.com

Die Deutsche Doggen ist ein sehr menschenbezogener Hund, der am liebsten Tag und Nacht bei seinem Menschen wäre und diesen auch überall hin begleiten möchte. Sie möchte als vollwertiges Familienmitglied angesehen werden und brauchen natürlich auch eine entsprechende Beschäftigung. Die Deutsche Dogge ist nun nicht unbedingt zu den Hunden zu zählen, die Vollgas ausgepowert werden, aber gemütliche Spaziergänge in der Natur sind sehr gerne gesehen und auch längere Wanderungen macht eine Deutsche Dogge gerne mit. Sie fühlt sich auch als Reitbegleithund wohl, wird hier allerdings von langen Galopp Strecken nur bedingt begeistert sein. Daneben freut sich die Deutsche Dogge natürlich auch, wenn sie in ihrer Erziehung ein gewisses Maß an Konsequenz genießen darf, so kann sichergestellt werden, dass man auch einen ruhigen und ausgeglichenen Hund an der Leine hat, der in allen Situationen abrufbar ist und immer die Nerven bewahrt. Alles in allem ist die Deutsche Dogge ein recht unkomplizierter Hund. Allerdings muss man dem erhöhten Platzbedarf dieser Tiere schon Rechnung tragen und auch die Ernährung sollte sorgfältig auf den doch etwas empfindlichen Stoffwechsel dieser Hunde abgestimmt sein.

Die Deutsche Dogge und ihre Gesundheit

Bei der Gesundheit der Dogge liegt nicht nur aber dennoch zum Teil aufgrund falscher Zucht einiges im Argen. So sind diese Hunde sehr anfällig was ihre Knochen betrifft. Hier treten immer wieder verschiedene degenerative Knochenerkrankungen auf. Ihnen kann man am besten durch eine qualitativ hochwertige Fütterung bereits bei Welpen und Junghunden entgegen gewirkt werden. Wichtig ist hierbei auch, immer auf das richtige Verhältnis von Kalzium und Phosphor zu achten. Dieses Verhältnis sollte bei mindestens 1,2 zu 1 besser noch bei 1,6 zu 1 liegen. Daneben sind auch viele Krebserkrankungen zu verzeichnen, die leider nicht selten schon vor dem fünften Lebensjahr zum Tode führen. Studien zufolge erreichen 83 Prozent aller Doggen das zehnte Lebensjahr nicht mehr und schon vor dem achten Lebensjahr sterben 59 Prozent der Tiere. Doch auch typische Erkrankungen wie HD sind hier zu finden. Im Bereich der Zuchtfehler liegt zum Beispiel eine zu starke Ausprägung der Lefzen. Diese geht mit besonders stark hängenden Lidern einher und führt dazu, dass diese Tiere besonders anfällig für eine Bindehautentzündung sind und diese sich schon beinahe chronisch entwickelt. Es sollte beim Kauf eines Hundes in jedem Fall darauf geachtet werden, dass dieser aus einem gesunden Bestand eines verantwortungsvollen Züchters stammt. Ein weiteres Problem der Deutschen Dogge ist der besonders empfindliche Schwanz. Diesen verletzten sich die Hunde enorm oft. Nicht nur wenn sie sich den Schwanz beispielsweise an einer Tür anhauen, auch mit oder durch sich selbst kommt es immer wieder zu Verletzungen. Hier stehen leider immer wieder auch Amputationen auf dem Plan, weil die Verletzungen so stark sind, dass die Rute nicht mehr zu retten ist.

Der perfekte Mensch für eine Deutsche Dogge ist….

Unempfindlich gegenüber dem Sabbern seines Hundes, unternimmt gerne weite Spaziergänge in der Natur und ist bereit, seinem Hund viel Zeit und Liebe zu widmen. Er hat entsprechend viel Platz in Haus und Garten, wobei eine Dogge auch in einer entsprechend großen Wohnung gehalten werden kann. Daneben sollte der Besitzer einer deutschen Dogge in jedem Fall sehr liebevoll sein  und auch seine Couch durchaus mal mit seinem sanften Riesen teilen wollen. Auch darf er die nötige Konsequenz in der Erziehung nicht fehlen lassen und sollte in jedem Fall immer bedenken, dass man bei der Deutschen Dogge nichts erzwingen kann. Möchte man etwas von ihr, so muss man ihr zeigen, dass dies auch für sie als Hund gewisse Vorteile hat. Zudem sollte man als Mensch einer Deutschen Dogge auch gewillt sein, die finanzielle Mehrbelastung durch entsprechend hochwertiges Futter auf sich zu nehmen und dem Hund so ein möglichst gesundes und verhältnismäßig langes Leben bieten zu können.

Fazit

Die Deutsche Dogge ist ein wahrer Schatz. Sie ist ein richtiger sanfter Riese der sich liebend gerne dem Kampfschmusen hingibt und seinem Menschen am liebsten auf Schritt und Tritt folgt. Wer sich eine Deutsche Dogge halten möchte, der muss allerdings in jedem Fall auf ausreichend Platz achten, nicht nur in Haus und Garten sondern auch im Auto. Wo manch anderer Hund bequem in den Kofferraum passt, wird es für die Deutsche Dogge schon recht eng. Wer jedoch alle Besonderheiten bei diesen Hunden beachtet, der hat einen tollen Begleiter, der sich durch nichts und niemanden so leicht aus der Ruhe bringen lässt und seinen Menschen durchaus auch zu beschützen weiß.


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