Weißer Schäferhund

Weißer Schäferhund
Weißer Schäferhund | Foto: Couperfield / Depositphotos.com

Der Weiße Schäferhund ist eine Rasse, die eigentlich jedem auffällt. Denn sie ist relativ selten. Die Weißen Schäferhunde gelten als edle Tiere, die den ganzen Stolz ihres Besitzers darstellen. Und das zu Recht!

Der Weiße Schäferhund ging aus dem Deutschen Schäferhund hervor, was sich in seinen hervorragenden charakterlichen und physischen Eigenschaften widerspiegelt. Zudem ist er seinem Herrn treu ergeben und wird sich nicht nur bestens nach seinen Ansagen richten, sondern ihn und seine Familie auch beschützen. Denn das ist neben dem „Familienmitglied sein“ doch seine Hauptaufgabe, oder nicht?

Unser Buchtipp
Weißer Schweizer Schäferhund
  • Verlag Eugen Ulmer (Herausgeber)

Charakter

  • Der Weiße Schäferhund ist ausgeglichen, selbstsicher und nervenfest, gutmütig, unbefangen, leicht führig und extrem aufmerksam.
  • Obwohl er sehr lernwillig ist, benötigt er stets positive Verstärkung und Verständnis, wenn einmal etwas nicht sofort funktioniert.
  • Sein Schutzverhalten ist sehr ausgeprägt.
  • Um seinem Bewegungsdrang nachzukommen, kann es sinnvoll sein, sich einer Hundesportart zu verpflichten. Kommt man diesem nicht nach, ist es mit dem ausgeglichenen Temperament schnell vorbei.

Weißer Schäferhund: Herkunft

Die Herkunft des Weißen Schäferhundes liegt in der Schweiz. Deshalb ist die korrekte Bezeichnung auch „Weißer Schweizer Schäferhund“.

Welche Ansprüche stellt ein Weißer Schäferhund

Hinsichtlich der Fellpflege ist der Weiße Schäferhund relativ anspruchslos. Es genügt ihm, wenn ab und an der grobe Schmutz aus dem Fell gebürstet wird. Im Fellwechsel freut er sich darüber, wenn er durch vermehrtes Bürsten ein wenig Unterstützung erfährt.

Der Weiße Schäferhund ist hinsichtlich seines Futters relativ anspruchslos. Dennoch sollte natürlich, je nachdem, wie der Hund beschäftigt wird, der Futterbedarf angepasst werden. Dies gilt insbesondere, wenn das Tier für den Schutz- und Wachdienst bzw. als Rettungshund tätig ist. Anstrengendes Training erfordert auch bei ihm einen erhöhten Nahrungsbedarf.

Der Weiße Schäferhund ist nicht nur als Schutz- und Wachhund geeignet. Er ist sehr interessiert an seiner Umwelt und möchte beschäftigt werden, sonst fängt er aus lauter Langeweile mit Unsinn an. Somit ist er eigentlich in allen Hundesportarten vertreten:

  • Agility
  • Mantrailing
  • Dogdancing
  • Begleithund
  • Therapiehund
  • Rettungshund

Wer sich einen Weißen Schäferhund anschafft, sollte sich im Klaren darüber sein, dass dieser auch ausreichend Auslauf bedarf. Ein kleiner Garten ist bei weitem nicht ausreichend für ihn. Mindestens zwei große Spaziergänge, einer morgens, der andere spät nachmittags oder abends, ist ein absolutes Muss. Aus diesem Grund ist es auch nicht unbedingt ratsam, einen Weißen Schäferhund in einer Stadtwohnung zu halten. Es sollten ausgedehnte Spaziergänge in der Natur täglich möglich sein und nicht nur am Wochenende. Und für eine Stadtwohnung ohne Garten ist er definitiv zu groß.

Der Weiße Schäferhund und seine Gesundheit

Der Weiße Schäferhund ist ein sehr robuster Hund, der bis ins hohe Alter über eine grundsätzlich gute Gesundheit verfügt.

Wie bei allen Schäferhundrassen besteht eine Prädisposition, Probleme an den Gelenken zu entwickeln. Hierbei sind insbesondere die Gelenke der Hüfte und der Knie sowie Ellenbogen und Schulter betroffen. Unter anderem das Springen in das Auto oder das regelmäßige Steigen von steilen / breiten Treppen. Verschiedene Probleme können an den Gelenken auftreten. Sie werden nachfolgend aufgeführt, ebenso wie andere Krankheitsbilder zu denen der Weiße Schäferhund neigt:

  • Hüftgelenksdysplasie
  • Ellenbogengelenksdysplasie
  • Spondylose
  • Pankreainsuffizienz
  • Muskelschwund
  • Fehlbildung des Gleichgewichtsorgans

Es ist hierbei zu beachten, dass die Neigung zu diesen Erkrankungen vorhanden ist. Während man versucht, durch Kontrolle der Zuchtlinien die HD und die ED weitestgehend auszuschließen oder dem Muskelschwund durch konkrete Therapien vorzubeugen, kann dennoch ein Ausbruch des Krankheitsbildes nicht ausgeschlossen werden. Daher empfehlen sich regelmäßige Überprüfungen des Tieres, um sofort bei ersten Symptomen korrigierend eingreifen zu können.

Vor- und Nachteile

Der Weiße Schäferhund ist ein sehr intelligenter und temperamentvoller Hund. Daher ist es wichtig, ihm zum einen ausreichend Auslauf / Training angedeihen zu lassen, damit er körperlich ausgelastet ist. Zum anderen benötigt er auch den geistigen Ausgleich, da er sich ansonsten schnell langweilt. Aus diesem Grunde sollte man sich überlegen, welchen Weg man mit ihm nach der „Welpengrundausbildung“ gehen möchte. Die meisten Hundesportarten sind bestens für ihn geeignet. Auch findet man viele Vertreter dieser Rasse in den Bereichen Schutz- und Wachhunde bzw. Rettungshunde. Doch auch als Schul-, Therapie- und vor allem auch als Begleithund hat er sich bestens bewährt.

Hinsichtlich der Ausbildung des Hundes ist es von Vorteil, wenn aus der Familie eine konkrete Bezugsperson als Leitmensch benannt wird. Denn der Weiße Schäferhund benötigt in seiner Ausbildung klare Ansagen und Durchsetzungsvermögen, sodass er ganz genau weiß, wer das Leittier / der Leitmensch ist.

Natürlich ist es im Zuge eines Familienhundes sinnvoll, wenn auch andere Familienmitglieder in die Hundeschule mit ihm gehen bzw. zu Hause die entsprechenden Lektionen mit ihm erarbeiten. Jeder, der sich aktiv mit den Lektionen auseinandersetzt, wird feststellen können, dass er sich viele nervige, anstrengende Situationen erspart hat und der Hund ganz genau weiß, auf welchem Platz im Rudel er sich befindet.

Ein weiterer Pluspunkt einer guten Erziehung ist die Handhabung des Jagdtriebes. Denn selbstverständlich ist dieser auch beim Weißen Schäferhund vorhanden. Dank einer guten Welpenausbildung und einer fortwährenden Arbeit ist dieser aber sehr gut in den Griff zu bekommen.

So temperamentvoll dieser Hund auch erscheinen mag, ist er dennoch ein ausgezeichneter Familienhund. Er weiß sich einzugliedern und geht sehr gut mit Kindern umzugehen. Dies liegt an seinem offenen Charakter. Zudem ist er sich darüber bewusst, dass er seine Familie beschützen muss. Daher kann es manchmal von Vorteil sein, neue Freunde der Familie dem Hund als solche „vorzustellen“.

Jeder, der sich einen Weißen Schäferhund anschafft, sollte ein Faibel für das Draußen und die Natur haben. Denn diese Hund muss sich täglich relativ lange bewegen. Joggen, radfahren, reiten wären optimale Sportarten des Besitzers dieses Hundes. Selbstverständlich können alternativ auch ausgedehnte Spaziergänge durchgeführt werden. Zudem sind die Hundesportarten, die viel Kondition des Tieres abverlangen, ebenfalls eine gute Wahl. Der Besuch eines Hundesauslaufs, in dem er mit anderen Hunden interagieren kann, ist ebenfalls eine gute Option.

Der perfekte Mensch für einen Weißen Schäferhund ist…

Der perfekte Mensch für einen Weißen Schäferhund ist begeistert von der Natur und der Bewegung an der frischen Luft. Auch ist es von Vorteil, einen größeren Garten zu besitzen. Denn auf diese Weise hat der Weiße Schäferhund die Chance, sich täglich auch selber ein wenig Bewegung zu verschaffen.

Die Alternative wären mehrere kleine und große Spaziergänge über den Tag verteilt. Da der Weiße Schäferhund ein wunderbares Unterfell besitzt, das sowohl für Wärme im Winter als auch für Temperaturregelung im Winter sorgt, sollte der Besitzer ein Mensch sein, der im wahrsten Sinne des Wortes bei Wind und Wetter im Freien ist.

Der perfekte Mensch für einen Weißen Schäferhund weiß dessen Treue und Zugehörigkeit zu schätzen.

Weißer Schäferhund Welpen kaufen

Die meisten Interessenten an einem Weißen Schäferhund wünschen sich einen Welpen. Setzen Sie sich hierfür rechtzeitig mit einem eingetragenen Züchter in Verbindung, der einen Wurf erwartet. Sprechen Sie mit ihm, lassen Sie sich die Elterntiere vorführen und vielleicht auch Tiere aus vorherigen Würfen zeigen. Es ist ein ganz besonderes Ereignis, wenn man in einer Zuchtlinie als ein neues „Familienmitglied“ aufgenommen wird. Denn man wird sich unweigerlich auch  nach der Übernahme mit allen „Familienmitgliedern“ treffen bzw. den Kontakt halten.

Lassen Sie sich vom Züchter über die Besonderheiten der Zuchtlinie aufklären, damit Sie über die Charaktereigenschaften bestens informiert sind. Natürlich steht der seriöse Züchter Ihnen auch mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um Aufzucht und weiterführende Informationen geht.

Weißer Schäferhund Welpe | Foto: Brusnikaphoto / Depositphotos.com
Weißer Schäferhund Welpe | Foto: Brusnikaphoto / Depositphotos.com

Erste Ausstattung für den Weißen Schäferhund

 Die erste Ausstattung für den Weißen  Schäferhund sollte aus den folgenden Teilen bestehen:

Die Ausstattung kann je nach Bedarf bzw. Wunsch erweitert werden.

Hundefutter für den Weißen Schäferhund

Besonders in den ersten Lebensmonaten ist es wichtig, dass die Welpen mit allen wichtigen Nährstoffen optimal versorgt wird. Es sollte darauf geachtet werden, dass besonders Kalk und Mineralstoffe ausreichend in dem Futter vorhanden sind.

Sind die Hunde ein wenig größer, wäre es für den Hund am besten, wenn zum Barfen übergegangen wird. Der Weiße Schäferhund gehört zu den Rassen, die am besten mit natürlicher Nahrung zurecht kommen. Sicherlich ist es für den Besitzer oftmals eine neue Erfahrung mit dem Barfen zu beginnen. Doch wird es dem Hunde auf jeden Fall zu Gute kommen, sich mit den bestmöglichen Optionen auseinanderzusetzen.

Wer sich nicht im Klaren darüber ist, welches die beste Option für sein Tier ist, kann sich sowohl mit dem Züchter, von dem der Hund übernommen wurde, oder dem Tierarzt bzw. Tierheilpraktiker zusammensetzen und sich beraten lassen. Gerade die Züchter wissen am besten, welches Futter ihren Hunden am besten bekommt. Ein Wechsel des Futters ist natürlich dennoch jederzeit möglich.

Wer sich mit dem Barfen nicht anfreunden kann, wird selbstverständlich auch hochwertiges Trocken- und / oder Nassfutter finden können. Die verschiedenen Futterfachmärkte führen nicht nur verschiedene Markenfutter, sondern bieten ebenfalls eine Ernährungsberatung für den Hund an.

Woher kommen die Weiße Schäferhunde?

Stellt man sich die Frage, wo der Weiße Schäferhund herkommt, so wird man feststellen, dass die Farbe Weiß ehemals auch beim Deutschen Schäferhund durchaus üblich gewesen ist. Die Dorfbevölkerung wie auch die Schäfer fanden die weiße Farbgebung bei Schäferhunden eigentlich auch sehr praktisch. Denn aufgrund dieser Farbe konnten sie ganz genau sagen, ob es sich um einen der eigenen Hütehunde oder doch einen Wolf handelt. Und weiße Wölfe waren seit jeher eher die Ausnahme. Bei einem weißen Tier musste es sich folgerichtig um einen der Schutzhunde handeln.

Leider jedoch wurden Schäferhunde mit weißer Farbgebung im Jahr 1933 aus den Zuchstandards gestrichen, sodass Tiere mit dieser Fellfarbe nicht mehr den Namen „Deutscher Schäferhund“ tragen durften. Es wurde vermutet, dass mit dieser Fellfarbe Erbkrankheiten einher gingen, was sich letztlich jedoch nicht bestätigen ließ. Dennoch hielt man am Ausschluss fest. Man konnte die Affinition zu Erbkrankheiten jedoch an vielen anderen weißen Hunden und Katzen nachweisen.

Der weiße Schäferhund jedoch erhielt seine Farbe durch ein Einkreuzen des ungarischen Kuvazs, der ja bekanntlich ausschließlich ein weißes Fell trägt. Die starken Gene des Kuvazs haben sich zumindest hinsichtlich der vorzüglichen Eignung als Herdenschutztier und somit auch als Wachtier, als auch hinsichtlich des Fells sehr gut durchgesetzt.

Leider wurden die weißen Schäferhunde nach und nach auf der ganzen Welt von den Zuchtstandards gestrichen. Bis sich zum Ende der 1960ziger Jahre in der Schweiz großes Interesse bildete. Wie so oft zeigten sich die Schweizer als offen und durchaus gewillt, einen neuen, gesunden Zuchtstamm zu gestalten. Bemühungen, die sich letztlich auszahlten. Denn seit dem Juni 1991 wird der „Weiße Schweizer Schäferhund“ als zu diesem Zeitpunkt neue Zuchtrasse im Schweizer Hundestammbuch geführt.

Auch wenn die weißen Schäferhunde einst weltweit gemieden wurden, sind sie heute nicht nur in aller Welt bekannt, sondern werden als exklusive Rasse, die mit allen positiven Aspekten des Schäferhundes gesegnet ist, voll akzeptiert.

Weißer Schäferhund FAQ

Wie alt wird ein Weißer Schäferhund?

Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 10 bis 12 Jahren. Dies verdankt der Weiße Schäferhund seiner robusten Gesundheit, aber auch der ihm angeborenen Fitness, die ihn bis ins hohe Hundealter begleitet.

Wie viele Welpen bekommt der Weiße Schäferhund?

Durchschnittlich kommen zwischen 5 und 8 Welpen zur Welt.

Wann ist ein Weißer Schäferhund ausgewachsen?

Natürlich ist dies individuell geprägt. Man kann jedoch davon ausgehen, dass das Tier zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr ausgewachsen ist. Man sagt, dass die Geschlechtsreife anzeigt, dass das Tier ausgewachsen ist. Dies wäre bei der Hündin die erste Läufigkeit, beim Rüden das starke Interesse an den Hündinnen.

Was kosten Weiße Schäferhunde?

Die Welpen des Weißen Schäferhundes kosten für gewöhnlich ab EURO 1.000. Wer sich ernsthaft mit dem Gedanken umgibt, einen Weißen Schäferhund in die Familie aufzunehmen, sollte sich entsprechend nach einem seriösen Züchter umschauen.  Diese sind sowohl im Züchterverband der Weißen Schäferhunde als auch im VDH organisiert. Aufgrund der Züchterstandards kann jeder Interessent sicher sein, dass Erbkrankheiten sowie andere genetische Defekte so gut wie möglich ausgeschlossen werden oder ihnen so gut wie möglich vorgebeugt werden.

Zudem kann man bei einem eingetragenen Züchter davon ausgehen, dass er seine Hunde sehr gut behandelt und seinen Welpen eine sehr gute Anfangszeit geben wird. Auch wenn dieser Preis für einen Welpen auf den ersten Blick vielleicht sehr hoch erscheint, bietet er doch eine gewisse Garantie, ein Tier aus einer guten Zuchtlinie mit einer robusten Gesundheit und guten Eigenschaften erworben werden kann.

Fazit

  • Der Weiße Schäferhund ist ein sehr beliebter Familienhund, da er sich nicht nur bestens integriert, sondern auch ausgesprochen freundlich mit Kindern jeden Alters umgeht. Dennoch ist er sehr territorial ausgerichtet und gewährt seinem Hoheitsgebiet samt allen „Untertanen“ vollen Schutz.
  • Da er sehr offen, interessiert und gelehrig ist, macht es viel Spaß mit diesem Hund die Welt zu erkunden oder an einer Hundesportart teilzunehmen. So viel der Hund von seinem Herren auch lernen mag, ebenso viel kann er diesem auch beibringen.
  • Der Weiße Schäferhund ist kein Anfängerhund und auch kein Hund für die Stadt. Ein Garten sollte vorhanden sein, egal, wie viel Zeit man mit dem Tier verbringen möchte.
  • Sicher ist auf jeden Fall, dass jeder, der dem Weißen Schäferhund einmal verfallen ist, sich nur schwer für einen anderen Hund entscheiden kann.

Letzte Aktualisierung am 3.08.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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