Hunderassen, die nicht haaren

Bevor man einen Hund anschafft, sollte man sich Gedanken machen, welche Rasse zu einem passt. Der Hund sollte nicht nur optisch gefallen, sondern auch vom Charakter und vom Wesen her zu seinen Menschen passen. Sportliche Menschen werden mit trägen Hunden wie einem Basset nicht glücklich werden. Ebenso wird sich der Bernhardiner in der kleinen Stadtwohnung nicht wohlfühlen. Immer häufiger wird bei der Anschaffung auch die Fellbeschaffenheit als Auswahlkriterium hinzugezogen. Hunde, die nicht haaren, kommen immer mehr in Mode. Die Gründe dafür sind unterschiedlich.

Nicht alle Hunde haaren stark

Hunde verlieren Haare. Das ist bekannt. Doch einige Hunde verlieren mehr davon als andere. Stark haarende Hunde hinterlassen ihre Haare überall. Möbel, Böden und Kleidungsstücke sind voll davon. Das erfordert ausgiebige Reinigung mit Staubsauger und Spezialbürsten. Doch Haare sind nicht nur ein hygienisches Problem. Sie stellen ein gesundheitliches Problem für Allergiker dar. Die Tierhaarallergie gilt nach der Pollen- und Hausstaubmilbenallergie als dritthäufigste Allergieform. Dabei ist das Haar an sich nicht der Allergieauslöser, sondern vielmehr der Speichel des Hundes, der an den Haaren haftet. Haart ein Hund nun sehr stark, ist es kaum möglich, diesen Haaren zu entkommen. Selbst bei intensivster Reinigung bleiben stets Haare in der Atemluft, die die Beschwerden hervorrufen können. Natürlich sollten Allergiker völlig auf Tiere im Haushalt verzichten, aber es gibt Situationen, in denen Hunde das Leben erleichtern. Blindenhunde und Therapiehunde sollten daher auch für Allergiker geeignet sein.

Langhaarhunde bedürfen mehr Pflege

Wer jetzt denkt, dass ein Kurzhaarhund hier ideal wäre, weil er weniger haart, der irrt. Wie viele Haare der Hund verliert, ist völlig unabhängig von der Länge des Fells. So haart etwa ein Beagle deutlich mehr als etwa ein Malteser. Ein langhaariger Hund hat allerdings einen deutlich höheren Pflegeaufwand. Er muss gebürstet oder gekämmt werden, weil das Fell leicht verfilzt und sich beim Spielen oder Toben im Freien Schmutz sammeln kann. Heute werden bereits spezielle Hunderassen gezüchtet, die als allergenfrei gelten. Einer dieser Hunde ist etwa ein Labradoodle, eine Mischung aus Pudel und Labrador. Wie man sich vorstellen kann, sind etwa Nackthunde die idealen Rassen, wenn man einen Hund sucht, der nicht haart. Aber auch bekannte Rassen fallen in dieses Schema. Viele Hunderassen haben ein Fell, das nicht saisonbedingt gewechselt wird. Bei diesen Hunden wächst das Haar kontinuierlich und fällt nicht aus. Diese Hunde müssen aber regelmäßig geschoren oder getrimmt werden.

Gesellschaftshunde, die nicht stark haaren

Hunde die nicht haaren
Foto: pixabay.com

Der wohl bekannteste Hund, der nicht haart, ist der Pudel. Pudel haben ein weiches, gekräuseltes Fell, und unterliegen keinem regelmäßigen Fellwechsel. Sie müssen laufend geschoren werden. Jeder kennt wahrscheinlich die markante Frisur der großen Königspudel. Der Pudel ist zwischenzeitlich ziemlich aus der Mode gekommen. Sie sind heute eher selten zu sehen. Dabei gelten diese Hunde als die intelligentesten ihrer Art. Der Pudel ist anpassungsfähig und freundlich. Er wird in vielen unterschiedlichen Farben und verschieden Größen gezüchtet. Wie bereits erwähnt wird heute eine Hybridform aus Großpudel und Labrador Retriever gezüchtet. Der Labradoodle wird gerne als Allergiehund gehandelt, gilt aber nicht als offizielle Rasse. Ebenso als allergiefreundlich gelten einige kleine Rassen. Darunter der Malteser. Er ist handlich und klein und damit auch für die Wohnung geeignet. Der Malteser hat weißes, langes Haar, das sehr viel Pflege benötigt. Das Haar verfilzt sehr leicht und auch Schmutz sammelt sich darin gerne an. Allerdings haart er kaum bis gar nicht. Ähnlich verhält es sich bei den Rassen Bichon, Havaneser und Bologneser.

Schnauzer und Terrier sind aktive Rassen

Schnauzer und Terrier sind sehr beliebte Rassen, die in unseren Breiten gut bekannt sind. Auch sie haben keinen normalen Fellwechsel und damit haaren sie auch kaum. Bei Terriern und Schnauzern müssen die abgestorbenen Haare herausgezupft werden. Diese Tätigkeit wird Trimmen genannt. Sie sollte von einem Fachmann erledigt werden. Wird der Hund nicht regelmäßig getrimmt, können Hautprobleme und Ekzeme entstehen. Natürlich kann man sich das Trimmen von einer Fachkraft auch zeigen lassen und es danach selbst machen. Allerdings erfordert der Umgang mit dem Trimmmesser einiges an Übung, damit es dem Hund nicht unangenehm wird. Vom Schnauzer kennt man zwei Arten, den Zwerg- und den Riesenschnauzer. Terrier werden in vielen unterschiedlichen Varianten und Größen gezüchtet. Die bekanntesten sind wohl der Fox Terrier, der Cairn Terrier und der Jack Russel Terrier.

Die Wasserhunde lieben Wasser

Bekannt dafür, dass sie für Allergiker geeignet sind, sind die sogenannten Wasserhunde. Dabei handelt es sich um mittelgroße bis große Hunde. Sie haben mittellanges bis langes Haar, das gelockt ist und ebenso wie beim Pudel nicht haart. Wasserhunde können bei Bedarf zwischendurch geschoren werden. Bekannte Rassen sind der Portugiesische und der Französische Wasserhund sowie der Lagotto Romagnolo. Diese Hunde sind, wie der Name ja erahnen lässt, leidenschaftliche Schwimmer. Daneben sind sie friedlich und umgänglich und lieben viel Bewegung.

Der Nackthund hat zahlreiche Vorteile

In der Natur der Sache liegt es, dass die exotisch anmutenden Nackthunde ebenso nicht haaren. Sie sind auf dem gesamten Körper ohne Behaarung. Vereinzelte Haarschöpfe können sich auf dem Kopf bilden. Nackthunde haben einige Vorteile. Sie benötigen keine Fellpflege, sind sehr sauber und haben zumeist auch keinen typischen Hundegeruch. Vertreter sind der Chinesische Schopfhund, der Xoloitzcuitle oder Mexikanische Nackthund und der Peruanische Nackthund.

2 Kommentare

  1. Um mal eins vorweg zu stellen, ich denke den nicht haarenden Hund gibt es nicht. Wir haben es mit einem Lebewesen zu tun – auch der Mensch verliert seine Haare. Ich habe zum Beispiel mit meinem Bolonka Zwetna einen Hund, der ideal für Allergiker ist, denn er hat keinen Fellwechsel, wie andere Hunde es haben. Dies liegt daran, dass ein Bolonka kein Unterfell hat. Die Pflege wird dadurch aber nicht weniger aufwendig als bei einem anderen Hund. Nach jedem Kämmen habe ich den Eindruck, dass ich mit dem, was ich rauskämme, einen neuen Hund zusammensetzen kann. Dennoch merkt man den Unterschied deutlich, wenn der Hund keinem Fellwechsel unterliegt, denn er stößt sein Fell nicht ab, das dann in der ganzen Wohnung zu finden ist. Dies ist nicht nur für Allergiker eine Wohltat.

  2. Sicherlich wird oft aus verkaufstaktischen Gründen die Hunderasse angeboten, die nicht haaren soll. Das ist Quatsch, außer man entscheidet sich für ein Stofftier. Jedes Lebewesen ob Hund oder Katze haart, wenn es sich nicht gerade um einen Nackthund handelt. Dies ist auch ganz natürlich. Wer sich einen Hund anschafft, der sollte das wissen. Klar gibt es auch die Hunde ohne jährlichen Fellwechsel, aber auch hier hat man Hundehaare im Haus. Das lässt sich nicht vermeiden. Wer also keine Hundehaare will, der sollte besser auf einen Hund verzichten. Dies ist für beide Seiten – Hund und Mensch – sicherlich das Beste.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*